Aargau
Leck im Atomkraftwerk Leibstadt: 500 Liter Öl im Boden versickert

Im AKW Leibstadt versickerten mindestens 500 Liter Öl im Boden. Dieses stammt aus einem Transformator im nichtnuklearen Teil. Grund des Lecks ist ein Softwarefehler. Es besteht Verdacht auf eine Widerhandlung gegen das Umweltschutzgesetz.

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Das AKW Leibstadt hatte ein Ölleck.

Das AKW Leibstadt hatte ein Ölleck.

Aargauer Zeitung

Im Atomkraftwerk Leibstadt im Kanton Aargau ist aus einem Nebensystem des Blocktransformators eine unbekannte Menge Öl ausgelaufen. Mindestens 500 Liter Öl versickerten im Erdreich. Das Ausmass des Schadens ist noch unklar.

Die zuständige Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach eröffnete ein Strafverfahren wegen Verdachts auf Widerhandlung gegen das Umweltschutzgesetz, wie die Kernkraftwerk Leibstadt (KKL) AG am Dienstag mitteilte.

Anfang Januar hatte laut KKL ein Überwachungs- und Analysesystem für das Öl des Blocktransformators, der im nichtnuklearen Teil des AKW steht, eine Störung gemeldet. Das System sei kontrolliert heruntergefahren worden.

Ein Software-Fehler habe dazu geführt, dass eine Vakuumpumpe in diesem System dabei nicht planmässig abgestellt worden sei. Während drei Tagen sei weiterhin Öl in dieses System gefördert worden.

Daher wurde gemäss dem Kernkraftwerk eine noch nicht abschliessend zu bestimmende Menge Transformatoren-Öl angesogen. Die Auffangwanne des Überwachungssystems konnte dieses Öl nicht mehr fassen.

Erst Ende Januar, beim Nachfüllen des Trafo-Öls wurde der Verlust einer erheblichen Menge an Öl festgestellt. Erste Abschätzungen ergaben, dass mindestens 500 Liter Öl im Erdreich versickerten.

Das KKL informierte das kantonale Amt für Umwelt und beauftragte eine Spezialfirma, das Ausmass des Schadens sowie mögliche Gefährdungen des Grundwassers und des Rheins zu ermitteln. Die Abklärungen sind noch am Laufen.

Rund 10 Kubikmeter Erde wurden am Schadensplatz ausgebaggert und fachgerecht entsorgt. Die AKW-Betreiberin stellte weitere Informationen in Aussicht, wenn die ersten Analysen und Ergebnisse vorliegen.