Zurzibiet/Waldshut
Lastwagen auf lebensgefährlicher Talfahrt - weil Bremsen brannten

Es hätte böse ausgehen können für den rumänischen Lastwagenfahrer, der heute früh in der Grenzregion Waldshut unterwegs war: Auf einer Gefällstrecke fingen seine Bremsen an zu brennen. Kein Wunder, denn er war auch deutlich zu schnell unterwegs.

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Qualmende Bremsen am rumänischen Lastwagen. ZVG

Qualmende Bremsen am rumänischen Lastwagen. ZVG

zvg

Einer Polizeistreife ist am Montagmorgen an der Einmündung der Bundesstrasse 500 in die Bundesstrasse 34 ein Sattelzug mit glühenden Bremsen aufgefallen. Die Beamten dirigierten das Fahrzeug auf die hinter der Einmündung liegende Bushaltestelle, als an den Rädern der Sattelzugmaschine bereits erste Flammen aufloderten. Bei der Auswertung des Kontrollgeräts stellte die Polizei fest, dass der Sattelzug mit rumänischen Kontrollschildern mit Geschwindigkeiten bis zu 70 km/h auf der gefährlichen Gefällstrecke zwischen Höchenschwand und Waldshut unterwegs gewesen war. Bei der Vernehmung gab der Fahrer an, an seinem Fahrzeug sei der Retarder (Wirbelstrombremse) defekt. Er könne nur noch mit der auf die Räder wirkenden Bremsanlage fahren.

Weitere haarsträubende Vorfälle

Heikle Situationen im Zusammenhang mit Lastwagen scheinen auf der dreispurigen, mehrere Kilometer langen Bundesstrasse an der Tagesordnung zu sein: Letzte Woche bemerkte eine Zivilstreife einen Müllwagen, der die Gefällstrecke mit hoher Geschwindigkeit befuhr. Der Lastwagen wurde angehalten und kontrolliert. Dabei stellte sich heraus, dass der Fahrer mit bis zu 84 km/h unterwegs gewesen war. Zulässig sind in diesem Streckenabschnitt für Lastwagen lediglich 25 km/h. Ausserdem hatte der Fahrer den Fahrtenschreiber erst ins Kontrollgerät eingeschoben, als er das Zivilfahrzeug der Polizei erkannt hatte. Eineinhalb Stunden zuvor hatte sich ein mit 26 Tonnen Papier beladener Sattelzug aus Rumänien ebenfalls nicht an die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h gehalten. Bei seinem Kontrollgerät wurden Geschwindigkeiten bis zu 66 km/h aufgezeichnet.

Laut Polizeimitteilung ist es in der Vergangenheit immer wieder zu gefährlichen Situationen gekommen, wenn sich an schwer beladenen Last- und Sattelzügen die Bremsen durch die zu hohe Geschwindigkeit erhitzten und die Bremswirkung rapide nachliess. Beim letzten bekannten Fall konnte ein Lastwagen an der Einmündung in die Bundesstrasse nicht mehr anhalten. Zum Glück erkannte die Besatzung eines Streifenwagens die gefährliche Situation und räumte die Kreuzung rechtzeitig. (AZ)