Klingnau
Kurios: Der Sieger der Ammann-Wahl kann das Amt nicht antreten

Klingnau hat für den einen freien Sitz im Gemeinderat Oliver Brun gewählt. Der zweite Kandidat, Reinhard Scherrer, erhielt bei dieser Wahl weniger Stimmen, hat aber bei der gleichzeitigen Ammann-Wahl die Nase vorn.

Nadja Rohner
Merken
Drucken
Teilen
Sie kandidierten für den einen freien Sitz im Gemeinderat und als Ammann: Oliver Brun und Reinhard Scherrer.

Sie kandidierten für den einen freien Sitz im Gemeinderat und als Ammann: Oliver Brun und Reinhard Scherrer.

az

Mit 404 Stimmen der 46-jährige Oliver Brun (parteilos). Gegenkandidat Reinhard Scherrer (63, CVP) erhielt 377 Stimmen. Damit ergibt sich eine absurde Situation beim Ammann-Amt, das ebenfalls neu zu besetzen ist. Hier wurde nämlich Scherrer (334 Stimmen) vor Brun (302 Stimmen) gewählt.

Da aber der Ammann auch in den Gemeinderat gewählt sein muss, gilt Scherrers Wahl nicht. Es kommt zu einem zweiten Wahlgang am 19. April. Weil dort wiederum nur gewählt werden kann, wer schon im Gemeinderat sitzt, ist Reinhard Scherrer definitiv aus dem Rennen. Oliver Brun hingegen würde wohl zum Ammann gewählt werden, sollte er sich wieder zur Verfügung stellen.

Die bisherigen Gemeinderatsmitglieder hatten es in der Vergangenheit abgelehnt, für das Amt zu kandidieren. Auf Anfrage zeigte sich Brun zwar «sehr glücklich, aber auch überrascht» von seinem Wahlerfolg. Ob er sich im April noch einmal für das Ammann-Amt zur Verfügung stellen wird, liess er am Sonntag noch offen.

Reinhard Scherrer hat bereits im Juni die Chance, in den Wahlkampf um den Sitz des abtretenden Vizeammanns Stefan Zurbuchen zu steigen. Auch er liess offen, ob er dies machen werde. Vorderhand freue er sich auf mehr Freizeit: «Ich bin von Dritten angefragt worden, ob ich kandidieren möchte. Zwar wäre ich gerne Ammann geworden, aber es musste für mich nicht unbedingt sein.» Nun werde er die Wahl analysieren und dann entscheiden, ob er erneut kandidieren werde.

Die Gemeindekanzlei konnte am Sonntag telefonisch nicht erreicht werden. Sie wird sich aber mit dem künftigen Wahlprozedere auseinandersetzen müssen. – denn ganz offensichtlich haben viele Klingnauer Stimmbürger nicht verstanden, dass sie den Namen ihres Ammann-Kandidaten auch bei der Gemeinderats-Ersatzwahl hinschreiben müssen.

Lesen Sie den Kommentar zum Thema hier.