Klingnau
Kunst im Schloss: Berührend, faszinierend und vielfältig

So vielfältig wie nie präsentiert sich der Kunstverein Unteres Aaretal zur heurigen Jahresausstellung und bespielt mit Malereien, Skulpturen, Fotografien und Computergrafiken von 20 Exponenten das Schloss Klingnau.

Ursula Burgherr
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Kunst im Schloss Klingnau
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Kunst im Schloss Klingnau
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Kunst im Schloss Klingnau

Aargauer Zeitung

Im Hof des altehrwürdigen Gebäudes ist derweil Action angesagt: 10 kreative Köpfe des Wettinger Vereins «Kunstkollision» stellen ihre Werke live vor Publikum her.

Die Workshopartige Atmosphäre beim Eintritt in den Schlosshof zieht Besuchende sofort in ihren Bann. Schnell ist man in ein Gespräch verwickelt mit einem der 10 Kunstschaffenden, die an ihren Objekten werkeln mit Hammer, Pinsel, Spraydose, Meissel und Spachtel. Überall ist etwas los, denn bis zum Ausstellungs-Ende vom 25. September sollen die Exponate, welche unter dem gemeinsamen Motto «Gegensätze» vor den Augen des Publikums entstehen, fertig sein.

Nicht selten sind es die Macher und die Entstehungsprozesse, die mehr faszinieren als das Endergebnis. Ramin Dänzer aus Birmenstorf bringt mit Motorsäge einen 3 Meter langen Eschenstamm in Form, schneidet Zwischenräume heraus und füllt sie mit verschiedenfarbigen Steinen. Felix Obrist aus Ennetbaden kleistert unzählige Lagen von Papier auf seine 2,6 Meter langen Drahtgerüste, bis faszinierende, wellenartige Skulpturen entstehen. Sarah Carter aus Döttingen macht sich gleich selber zum Kunstobjekt und demonstriert mit atemberaubender Wendigkeit eine komplizierte Yogaübung. Selten hat man Gelegenheit, die Herstellung von Kunstwerken unterschiedlichster Couleur so hautnah mitzuerleben. Erfährt man die Beweggründe, welche die Künstler zu ihrem Schaffen veranlassen, sieht man oft auch ihre Erzeugnisse in völlig neuem Licht.

Spannende Entdeckungsreise

«Hinter jedem Bild und hinter jedem Objekt steckt eine Geschichte», brachte es Vernissageredner Jürg Fischer auf den Punkt. Der Gemeindeammann von Rekingen versuchte sich schon selber als Künstler und malte ein Acrylbild. Das Resultat? «Meine Frau schenkte mir ein Buch über Farbenlehre und empfahl mir, einen Malkurs zu besuchen.»

Für ihn bewahrheitete sich, was der Volksmund sagt: Kunst kommt von Können. 20 Damen und Herren, die ihr Handwerk beherrschen, präsentieren ihre Exponate zur Ausstellung des Kunstvereins Unteres Aaretal, die das Publikum in die prächtigen Innenräume des Schlosses führt. Im Rittersaal entfaltet sich eine überwältigende Fülle an Farben, Formen und Stilen.

Heinz Kochs Computergrafiken erinnern an die Welten, die Jules Verne in seinen Science-Fiction-Romanen entwarf. Im Kontrast dazu stehen
die klassischen Aquarellblumenbilder von Heidi Anderegg aus Klingnau. Steinbildhauer Heinz Etter aus Oberflachs zeigt grazile Frauenfiguren, die er aus speziellem Kalkstein meisselte. Besonders eindrücklich sind die Fotografien von Charlotte Koloc im Kellergewölbe: Menschen bahnen sich ihren Weg durch endlos scheinende Säulengänge, Tunnels und U-Bahn-Schächte. Die gebürtige Holländerin zu ihren symbolträchtigen Bildern: «Mein Sohn ist schwer krank und steht dieses Jahr im Mittelpunkt meines Schaffens.»

Die Entdeckungsreise auf Schloss Klingnau hinterlässt unterschiedliche Impressionen. Organisator Walter E. Aeberhard von der Kulturkommission Klingnau: «Fernziel ist, dass sich die Ausstellung künftig vom Schloss her bis ins ganze Städtli ausbreitet.»

Kunst im Schloss, 16. bis 25. September 2011. Ausstellung des Kunstvereins Unteres Aaretal und des Vereins «Kunstkollision» Wettingen. Letzterer präsentiert bis zum 25. September täglich ab 10 Uhr Live-Kunst im Schlosshof. Am 23. und 24. September zusätzlich Abendkonzerte/Barbetrieb. Die Ausstellung im Schloss ist zu folgenden Zeiten geöffnet:
Mittwoch, 21. September, 16 bis 20 Uhr; Freitag, 23. September, 19 bis 21 Uhr; Samstag, 24. September, 15 bis 19 Uhr; Sonntag, 25. September, 11 bis 16 Uhr.

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