Bezirk Zurzach
Künftig gibt es im Zurzibiet nur noch zwei oder drei Bezirksschulen

Welcher der vier Schulstandorte überlebt, ist auch nach dem Achenbergtreffen der FDP offen. Doch das Thema interessiert, wie der Aufmarsch zeigte, bei dem Regierungsrat Alex Hürzeler über die künftige Schule sprach.

Louis Probst
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Achenbergtreffen der FDP Bezirk Zurzach zum Thema Bezirksschulen
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Schulverband Surbtal Standort: Endingen; Anzahl Schüler: 286; Anzahl Abteilungen: 14; Einzugsgebiet: Endingen, Freienwil, Lengnau, Schneisingen, Tegerfelden
Oberstufe Unteres Aaretal Standort: Klingnau; Anzahl Schüler: 121; Anzahl Abteilungen: 6 Einzugsgebiet: Döttingen, Klingnau, Koblenz *Angaben betreffen Schuljahr 2013/14
Kreisschule Rheintal-Studenland Standort: Bad Zurzach; Anzahl Schüler: 148; Anzahl Abteilungen: 8 Einzugsgebiet: Bad Zurzach, Baldingen. Böbikon, Fisibach, Kaiserstuhl, Mellikon, Rekingen, Rietheim, Rümikon, Schneisingen (Bez), Siglistorf, Wislikofen
Kreisbezirksschule Leuggern

Achenbergtreffen der FDP Bezirk Zurzach zum Thema Bezirksschulen

Louis Probst

«Der Aufmarsch zeigt, dass das Thema interessiert», stellte Bezirkspräsidentin Claudia Hauser am Achenbergtreffen der FDP des Bezirks Zurzach fest. Zum traditionellen Anlass – bei dem das Thema Bezirksschulstandorte im Mittelpunkt stand – konnte sie neben Grossrat Franz Nebel, Grossratspräsident Thierry Burkart, vielen Gemeindeammännern und Gemeinderäten auch Regierungsrat Alex Hürzeler willkommen heissen.

«Bildung bewegt», stellte Alex Hürzeler eingangs seines Referates fest. Im Zurzibiet bewegt vor allem die Zukunft der Bezirksschulstandorte – heute Endingen, Bad Zurzach, Klingnau und Leuggern – die Gemüter, und das seit geraumer Zeit. Der Bildungsdirektor verhehlte denn auch nicht, dass aufgrund der Vorgaben der Vorlage zur Stärkung der Volksschule – die vom Stimmvolk mit grosser Mehrheit beschlossen worden war – die Bezirksschulstandorte Klingnau, Leuggern und Bad Zurzach gefährdet sind.

Standorte mit zu wenig Schülern

Die Gefährdung ergibt sich aus den Vorgaben über die Mindestgrössen für Bezirksschulstandorte. Ab 2022 muss eine Bezirksschule mindestens sechs Abteilungen mit mindestens je 18 Schülerinnen und Schülern umfassen. Sozusagen aus dem Schneider ist damit der Standort Endingen, der heute 14 Abteilungen umfasst. Am Limit bewegen sich die Standorte Bad Zurzach und Leuggern mit je acht Abteilungen. Klar unter den Vorgaben liegt der Standort Klingnau mit sechs Abteilungen. Die Zahlen beziehen sich auf das System mit vier Jahrgängen. Der Bildungsdirektor wies aber auch auf die Vorteile hin, die sich aus der Bildung grösserer Einheiten für Lehrpersonen und Schulleitungen und für die Qualität der Schule ergeben.

«Die Regionen müssen sich finden»

Bildungsdirektor Hürzeler liess keine Zweifel offen: «Sechs Abteilungen sind das absolute Minimum», betonte er in der Diskussions- und Fragerunde. «Die Minimalzahlen sind sakrosankt. Die Gemeinden müssen sich arrangieren. Ich bin auch dagegen, dass man in Aarau beginnen würde, aufgrund der Landkarte zu entscheiden. Ich kann und will heute keine definitive Lösung vorstellen. Die Regionen müssen sich finden. Erst wenn sich diese nicht einigen können, muss ab 2022, der Regierungsrat reagieren.» Alex Hürzeler wies auf die Möglichkeit der Bildung neuer Schulkreise oder neuer Zuteilungen hin. Eine klare Absage erteilte er an Verbundlösungen mit einer Bezirksschule mit zwei Standorten.

Denkbar sind zwei Abbauschritte

«Die Schule ist auch im Bezirk Zurzach von sehr hoher Bedeutung», betonte Franz Nebel. «Ich bin überzeugt, dass die Schulangebote für die Standorte sehr wichtig sind. Ich befürchte, dass durch die Schliessung von Schulstandorten der Bezirk Zurzach in seiner Entwicklung gebremst wird.» Dem hielt Regierungsrat Hürzeler entgegen: «Das Maximum werden drei Bezirksschulstandorte sein. Langfristig allerdings wären zwei Standorte wahrscheinlich sinnvoller. Vielleicht braucht es dazu aber zwei Schritte.»