Tegerfelden
Konflikte ermöglichen Glücksgefühle

Treffender könnte das Thema an einem Muttertag nicht sein: «Happy Family» hiess das Motto des 11-vor-11-Gottesdienstes.

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Das Kreativteam bei seiner theatralischen Starteinlage

Das Kreativteam bei seiner theatralischen Starteinlage

Aargauer Zeitung

Zuerst machte das Kreativteam Dampf: Da war eine Familie zu sehen, in der die Fetzen flogen, sei es, weil niemand gewillt war, aufzuräumen, weil das Badezimmer zu lange besetzt blieb oder weil einem Familienvater die Abendlektüre der Zeitung verweigert wurde. Von «Happy Family» war da nichts zu spüren, jeder schien mit jedem einen Privatkrieg auszutragen. Natürlich war der Sketch dermassen überzeichnet, dass es bei den Besuchern zu hellem Gelächter kam.

Schliesslich schritt Kurt Haas vom Input-Team ein und machte den Darstellern klar, dass sie das Thema falsch verstanden hätten. So schickten sie sich an, «Harmonie total» darzustellen, was für genauso viel Erheiterung sorgte.

Konflikte stärken Familienbande

Nach den Taufen von Lars Megert und Minu Wieders stellte Kurt Haas der Kirchgemeinde die Frage, wer sich denn gerade glücklich fühle. Zwar gingen nicht alle Hände in die Höhe, aber doch eine grosse Mehrheit. Er machte klar, dass genau dies der Beginn einer glücklichen Familie sei, in der auch Konflikte ihren Platz fänden. Es seien teilweise diese Konflikte, die es möglich machen, dass die Bande in einer Familie gestärkt werden so für mehr Geborgenheit und Glücksgefühle sorgen.

Umgekehrt formuliert führt der Mangel an «innerfamiliären Reibereien» eher zu einer seelischen Vereinsamung als zu einem echten Zusammenhalt. Mary-Jane Isenegger bezeugte denn auch, dass, wenn immer sie sich nach einem Streit mit ihrer Mutter in ihrem Zimmer verbarrikadiere, es später stets zu einem guten und meist klärenden Gespräch komme. Rückblickend seien es gerade diese Gespräche, die eine solch starke Bindung zwischen ihnen beiden hätten entstehen lassen.

Mitglieder halten zusammen

So paradox dies erscheinen mag, aber es sind gerade die Konflikte, soweit sie tatsächlich gelöst werden, die für ein verstärktes Glücksgefühl innerhalb der Familie sorgten. Der Begriff Familie kann dabei durchaus weiter gefasst werden. Nicht umsonst bezeichnen sich auch Firmen, Vereine oder ähnliche Gemeinschaften als «Familie» und betonen damit den inneren Zusammenhalt ihrer Mitglieder.

Auch die 11-vor-11-Familie mit ihren Teams existiert wohl vor allem deswegen seit bereits sechs Jahren, weil sich die Mitwirkenden sehr stark darin aufgehoben fühlen und so auch immer wieder die Kraft und die Motivation finden, ihre Ideen und ihr Engagement einzubringen. (sl)