Naturparadies
Klingnauer Stausee: Diese 9 Massnahmen schaffen mehr Lebensraum für Vögel und Wassertiere

Die Aarekraftwerk Klingnau AG hat sich für die Neukonzession von 60 Jahren zu einigen Massnahmen verpflichtet, um die Natur aufzuwerten. Das sind sie im Überblick:

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Ein Naturparadies: Der Klingnauer Stausee aus der Vogelperspektive. Er befindet sich kurz vor der Mündung der Aare in den Rhein in Koblenz. Er ist 1.5 km² gross und wurde 1935 erbaut.
30 Bilder
Der Blick über den Klingnauer Stausee von Döttingen her. Am See findet nicht nur die Bevölkerung aus der Region Erholung. Auch Tagestouristen aus der ganzen Schweiz und dem nahem Ausland kommen hierher. Von den Bahnhöfen Klingnau und Döttingen sowie Koblenz sind die meist asphaltierten Uferwege leicht zu erreichen. Parkplätze finden sich bei der Aarebrücke in Kleindöttingen oder unterhalb des Wasserkraftwerks in Koblenz.
Der Stausee entstand mit dem Bau des Wasserkraftwerks Klingnau: Nach knapp vier Jahren Bauzeit ging es am 7. Juli 1935 in Betrieb. Es produziert dank drei Turbinen mit einer Leistung von 14,3 MW pro Jahr durchschnittlich rund 225 GWh elektrische Energie. Das entspricht dem Verbrauch von 50'000 Haushalten. Es ist im Besitz eines Konsortiums von Axpo und AEW Energie AG.
Am Klingnauer Stausee, auf Seite Kleindöttingen, steht das Naturzentrum, das im Mai 2019 eröffnet wurde.
Impressionen aus dem Naturzentrum.
In der Nähe des Naturzentrums steht der Vogelbeobachtungsturm.
Das BirdLife-Naturzentrum.
Klingnauer Stausee
Vogelkundler (Ornithologen) trifft man hier laufend an.
In wenigen Minuten vom Stausee zu erreichen: Das Städtchen Klingnau. Hier von der anderen Seeseite aus fotografiert.
Blick auf das Vogelparadies Klingnauer Stausee von Kleindöttingen her. Klingnau liegt auf der anderen Seeseite.
Rund um den Klingnauer Stausee mit dem Velo unterwegs – das ist dank der asphaltierten Wege problemlos möglich.
Die Bevölkerung des Unteren Aaretals nutzt die Naturperle, um ihre Seele baumeln zu lassen.
Den Weg rund um den Stausee nutzen auch viele Freizeitsportler – gerade an sonnigen Tagen.
Beliebt: Schwände und Enten füttern am Klingnauer Stausee.
Ornithologen haben hier bisher über 310 verschiedene Vogelarten gesehen – im Bild: Zwei junge Rauchschwalben warten einträchtig auf die Mutter mit dem Futter.
Schwäne und Enten auf einer Insel im Klingnauer Stausee.
Der letzte Atemzug – bevor der kleine Frosch im Rachen des Graureihers verschwindet.
Eine Rostgans geniesst das Bad im Klingnauer Stausee...
..., wie auch dieses Bild zeigt.
Seltener Gast. Ein Löffler rastet am Klingnauer Stausee.
Weisse Pracht: Ein Seidenreiher auf der Jagd am Klingnauer Stausee.
Auf Klingnauer Seite befindet sich das Naturschutzgebiet Machme, wo Wasserbüffel zeitweise leben und grasen.
Ein Alpenstrandläufer am Klingnauer Stausee auf Futtersuche.
Einfach schön: Die Skyline am Klingnauer Stausee.
Eine Anlegestelle mit einem Boot der Klingnauer Pontoniere. Sie trainieren allerdings nicht auf dem Stausee, sondern unterhalb des Wasserkraftwerks.
Eine der vielen gefiederten Schönheiten am Naturparadies: Eine Kolbente (Männchen).
Blick vom Winzerdorf Döttingen auf Reben, Klingnau und den Klingnauer Stausee.
An Silvester findet alljährlich der Gippinger Stauseelauf statt: Hunderte Läufer nehmen jeweils daran teil.

Ein Naturparadies: Der Klingnauer Stausee aus der Vogelperspektive. Er befindet sich kurz vor der Mündung der Aare in den Rhein in Koblenz. Er ist 1.5 km² gross und wurde 1935 erbaut.

Kurt Wächter
Klingnauer Stausee - die Massnahmen

Klingnauer Stausee - die Massnahmen

Handout Axpo

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1. Ufergestaltung Ifang

An der Stauwurzel des Klingnauer Stausees auf Höhe des Wasserkraftwerks Beznau entsteht ein neues verzweigtes Nebengerinne der Aare. So werden mehrere hundert Meter neue Uferlinie und damit neue natürliche Lebensräume für Fische und Wasserpflanzen geschaffen.

2. Beobachtungsplattformen

Entlang des linken Seeuferwegs entstehen drei neue Vogelbeobachtungsplattformen. Sie werden an ornithologisch besonders interessanten Stellen realisiert. Die Standorte wurden in Absprache mit Vertretern von Birdlife und involvierten Naturschutzvereinen ausgewählt.

3. Nistwand für Uferschwalben

Südlich des Zufahrtsdammes zum Kraftwerksgebäude entsteht eine künstliche Nistwand für Uferschwalben. Diese Vogelart brütet in Kolonien und ist in der Schweiz gefährdet. In Ergänzung dazu werden Kleinlebensräume für Amphibien, Reptilien, Heuschrecken und Wildbienen geschaffen.

4. Bruthilfe für Flussseeschwalben

Im Altarm des Gippinger Grien unterhalb des Kraftwerk Klingnau wird eine neue schwimmende Brutplattform für Flussseeschwalben eingewässert. Mit dieser Massnahme sollen die Flussseeschwalben im Raum des Klingnauer Stausees wieder angesiedelt werden.

5. Vitalisierung rechter Sickergraben

Der Sickergraben soll seine sicherheitsrelevanten Funktionen beibehalten, darüber hinaus aber auch Gewässerlebensraum werden. Dafür werden entlang der gesamten Fliessstrecke Strukturen wie Wurzelstöcke, Buchten, Buhnen (kleine Dämme, welche die Fliessgeschwindigkeit reduzieren) und Belebungssteine angeordnet.

6./7. Vitalisierung linker Sickergraben und Leuggernbach

Analog zum rechten Sickergraben werden auch der linke Sickergraben und der untere Bereich des Leuggernbachs ökologisch aufgewertet. Im Zuge der Bauarbeiten wird zudem der vor der Mündung in den Sickergraben liegende Fussgängersteg über den Leuggernbach rückgebaut.

8. Watfläche im Stausee

Die Flachwasserzone des Klingnauer Stausees ist seit Jahrzehnten von stetiger «Verlandung» betroffen. Heute ist das Wasser nur noch wenige Zentimeter tief. Deshalb werden auf einer Fläche von 8000 Quadratmetern die oberen Sedimentschichten abgetragen und die Wassertiefe auf etwa 50 Zentimeter erhöht. So wird der Bereich wieder zum Lebensraum für Wasser- und Watvögel.

9. Uferstrukturierung Giriz

Auch der Uferbereich entlang des Giriz zwischen dem Kraftwerk Klingnau und der Rheinmündung wird aufgewertet. Zwischen dem Kraftwerk und der Eisenbahnbrücke werden so genannte Blocksteinbuhnen erstellt. Dazu werden Steinblöcke mit einem Gewicht von 2 bis 3 Tonnen auf die bestehende Uferverbauung gesetzt. Unterhalb der Eisenbahnbrücke entstehen im Abstand von etwa 50 Metern insgesamt neun neue Buchten.

Das Wichtigste zum Kraftwerk und der Neukonzession

- Im Sommer 2018 erhielt das Wasserkraftwerk Klingnau eine Konzession für 60 Betriebsjahre. Wie bei Konzessionsverfahren üblich, verpflichtete sich die Betreibergesellschaft Aarekraftwerk Klingnau AG (AKA) zu ökologischen Ausgleichs- und Ersatzmassnahmen.

- Rund um den Klingnauer Stausee schafft die AKA neuen Lebensraum für Vögel, Fische, Reptilien und Wasserpflanzen.

- Die Bauarbeiten erstrecken sie über mehr als zwei Jahre. Sie werden mehrheitlich zwischen Juli und Oktober ausgeführt.

- Die Kosten betragen rund 4 Millionen Franken.

- Das Wasserkraftwerk Klingnau wurde 1935 in Betrieb genommen. Es produziert jährlich rund 210 Gigawattstunden Strom. Das entspricht dem Stromverbrauch von rund 5000 Vier-Personen-Haushalten.

- Die Aarekraftwerk Klingnau AG ist ein Partnerwerk der Axpo Hydro AG (60 Prozent Beteiligung) und der AEW Energie AG (40 Prozent).

(pz/sda)