Klingnau
Schulpfleger will frischen Wind in den Stadtrat bringen – und für das Comeback der SVP sorgen

Von der Schulpflege zum Vizeammann: Das strebt der Klingnauer Uwe Schewe an. Er nennt mehrere Dinge, die er anpacken möchte, würde er gewählt.

Philipp Zimmermann
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Uwe Schewe kandidiert für den Stadtrat Klingnau. Im Bild steht er vor der Propstei, in der sich auch der Sitz der Gemeinde befindet.

Uwe Schewe kandidiert für den Stadtrat Klingnau. Im Bild steht er vor der Propstei, in der sich auch der Sitz der Gemeinde befindet.

Philipp Zimmermann

In Klingnau treten alle fünf Mitglieder des Stadtrats zu den Erneuerungswahlen vom 26. September an: Nebst Stadtammann Reinhard Scherrer (Mitte) und Frau Vizeammann Elvira Mrose (FDP) sind das Oliver Brun (parteilos), Kuno Schumacher (Mitte) und Patrick Güntert (parteilos).

Für Spannung sorgt allerdings der sechste Kandidat: Uwe Schewe (SVP). Der 47-Jährige kandidiert zudem um das Amt des Vizeammanns und macht dabei der bisherigen Elvira Mrose Konkurrenz. «Ich möchte etwas bewirken», sagt er. Er würde gerne als Gemeindeammann kandidieren, wenn Reinhard Scherrer in einigen Jahren aufhöre.

Wer sich im Städtchen umhört, stellt fest: Chancenlos scheint Schewe keineswegs. «Ich habe sehr gute Rückmeldungen bekommen, die mir Mut machen», sagt er dazu. «Falls es reichen sollte, dann wird das Resultat wohl knapp ausfallen.» Von einer Kampfwahl will er aber nicht sprechen und meint:

«Die Stimmbürger haben nun die Wahl, ob sie zufrieden sind mit den letzten vier Jahren oder ob sie frischen Wind wollen.»

Die Finanzlage der Gemeinde, das umstrittene Sportplatzprojekt oder die Erschliessung des Obermatte, welche gute Steuerzahler anlocken soll, haben dem Stadtrat zuletzt Kritik eingebracht. Die beiden Geschäfte sorgten an der letzten Gemeindeversammlung für lange Diskussionen mit gegensätzlichen Meinungen. Gegen das Sportplatzprojekt wurde das Referendum ergriffen (Abstimmung im November), die Kredite für die Obermatte-Erschliessung mit über 20 Baulandparzellen an bester Lage oberhalb des Rebbergs lehnte das Stimmvolk ab. Auch Schewe kritisierte den Stadtrat während der Diskussion für die Vorlage.

Kritik am Stadtrat

«Es war nicht fair, dieses Projekt zu traktandieren», sagt Schewe, der beruflich als Key-Account-Manager einer technischen Handelsfirma tätig ist. Denn auf die Gemeinde würden andere grosse Ausgabenposten wie die Schützenmatt-Sanierung oder der ARA-Ausbau zukommen. «Ich wünschte mir eine Auslegeordnung mit Kosten, was wann und wie finanzierbar ist. Wenn sich ein Stadtrat an einem Strohhalm wie der Obermatte festhält, um finanziell über die Runden zu kommen, dann sehe ich schwarz.» Das Sportplatzprojekt befürwortet er: «Der FC Klingnau leistet sehr viel an überregionaler Jugendarbeit.»

Der Zeitpunkt für seine Kandidatur kommt nicht von ungefähr: Schewe ist seit bald fünf Jahren Mitglied der Schulpflege. Ende Jahr wird diese im Aargau abgeschafft. Der dreifache Familienvater Schewe würde bei einer Wahl gern das Ressort Schule übernehmen. «Es braucht einen Stadtrat, der mit den Themen Schule und Bildung vertraut ist und sicherstellt, dass die Qualität und die Weiterentwicklung auch für die Zukunft sichergestellt wird», ist er überzeugt.

In einem Wahlinserat schreibt er von einer Vision. Dazu befragt, antwortet er:

«Eine Vision entsteht mit einem klaren Ziel. Dies muss natürlich mehrheitsfähig sein.»

Mögliche Visionen könnten eine Gemeindefusion sein, die Belebung des Städtchens, etwa durch die Reaktivierung der einstigen Autoausstellung oder durch ein Streetfoot-Festival. Aber auch schon mehr Synergien zwischen den Gemeinden wären eine denkbare Vision, womöglich auch ein regionales Hallenbad – das Klingnauer wurde vor zirka 20 Jahren geschlossen. «Wir haben den Lehrplan 21 mit Schwimmunterricht», sagt er und führt als weitere Stichworte bürgerlichen Frondienst beim Umbau oder finanzielle Beteiligung der Nachbargemeinden an.

Eine Wahl von Uwe Schewe würde auch das Comeback der SVP im Stadtrat bedeuten. Die Partei war im Zurzibiet bei kantonalen und eidgenössischen Wahlen zuletzt die stärkste Kraft. Bei den Grossratswahlen im letzten Jahr belegte sie in Klingnau hinter der Partei Die Mitte Platz zwei. Im Klingnauer Stadtrat ist sie dagegen seit 2010 nicht mehr vertreten.

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