Schneisingen
Kein Vortritt: Zurzibieter Autofahrer müssen sich umgewöhnen

Wegen der «Halden»-Baustelle wurde in Schneisingen die Verkehrsführung geändert. Wer von Ehrendingen herkommt, sieht sich mit einer heiklen Situation konfrontiert. Es kommt zu brenzligen Verkehrssituationen.

Nadja Rohner
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Bei dieser Abzweigung geschah der Unfall. ZA/Archiv

Bei dieser Abzweigung geschah der Unfall. ZA/Archiv

Angelo Zambelli

Die Baustelle für den künftigen Schneisinger Kreisel «Halde» wird in der Region heiss diskutiert – wegen der neuen Verkehrsführung.

Wer von Ehrendingen herkommt, sieht sich mit folgender Situation konfrontiert: Die Surbtalstrasse ist gesperrt, der Verkehr nach Niederweningen wird via Landstrasse geleitet – genau wie der Verkehr Richtung Schneisingen.

Und genau dort liegt das Problem: Wer bisher nach Schneisingen wollte, querte die Fahrbahn des Gegenverkehrs auf der geraden Surbtal-/Wehntalerstrasse.

Dafür hatte man wenige Meter später auf der Landstrasse Vortritt gegenüber den Fahrern aus der Richtung Niederweningen.

Früher: Einmal auf der Landstrasse, hatte man Vortritt. WAL/Archiv

Früher: Einmal auf der Landstrasse, hatte man Vortritt. WAL/Archiv

Heute ist es umgekehrt: Wo man vorher Vortritt hatte, muss man heute die neu gebaute Gegenfahrbahn queren (Bild oben).

Hinzu kommt, dass diese Querung auf einer Kuppe liegt. Wer vermeiden will, in die «Schusslinie» eines von Niederwenigen herkommenden Fahrers zu gelangen, muss auf Schritttempo abbremsen. Erlaubt wären 60 km/h.

Ähnlich schwierig ist die Situation für Fahrer, die von Schneisingen in Richtung Niederweningen abbiegen wollen. Vor allem während der Stosszeiten ergeben sich brenzlige Momente.

Gemeinde erhält Rückmeldungen

Auf der Gemeindekanzlei hätten sich deswegen schon einige Personen gemeldet, sagt der Schneisinger Gemeindeammann Adrian Baumgartner auf Anfrage der az.

Die Situation sei nicht ideal. «Da es sich um eine Baustelle des Kantons handelt, leiten wir Reklamationen dorthin weiter», so Baumgartner.

Der zuständige Projektleiter beim kantonalen Tiefbauamt, Andreas Stockinger, bestätigt, dass von verschiedenen Seiten Meldungen zur neuen Verkehrsführung eingegangen seien. «Wir haben geahnt, dass es an dieser Stelle Probleme geben könnte», sagt er.

Mühe hätten vor allem Gewohnheitsfahrer, die die Strecke kennen und von der neuen Vortrittssituation trotz Signalisation überrascht würden.

Unfälle habe es keine gegeben, jedoch berichten sowohl Anwohner als auch Bauarbeiter von heiklen Situationen. «Nachdem die ersten Hinweise eingegangen waren, bin ich die Strecke selber ein paar Mal abgefahren und habe sie mit Fachleuten geprüft», so Stockinger.

Es sei tatsächlich nicht mehr möglich, mit 60 km/h Richtung Schneisingen abzuzweigen, abbremsen sei zwingend. «Wir haben deshalb extra den Warteraum etwas grösser gemacht», sagt der Projektleiter. Er hält fest: «Die Verkehrsführung ist zwar für viele noch ungewohnt, sie entspricht aber vollumfänglich der Norm.»

Noch bis Ende Jahr müssen sich die Fahrer mit der Situation abfinden. Dann dürfte der neue Deckbelag auf der Surbtal-/Wehntalerstrasse eingebaut und befahrbar sein – «vorausgesetzt, wir haben noch einmal so günstige Wetterbedingungen wie im vergangenen Winter», so Stockinger.