Kredit abgelehnt
Kein Geld für den Zurzibieter Mehrweg-Becher

Die Vertreter des regionalen Planungsverbands ZurzibietRegio wollen nichts an einen Zurzibieter Mehrwegbechers zahlen. Nach einiger Diskussion lehnten sie den Kreditantrag auf 13'000 Franken ab. Zudem erhält der Verband eine neue Geschäftsführung.

Samuel Buchmann
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Bei Grossveranstaltungen wie dem Gurten-Festival werden schon heute Mehrwegbecher eingesetzt.

Bei Grossveranstaltungen wie dem Gurten-Festival werden schon heute Mehrwegbecher eingesetzt.

Keystone

Der Gemeindeverband ZurzibietRegio zahlt nichts an einen Zurzibieter Mehrweg-Becher. An ihrer Abgeordnetenversammlung in Gippingen schickten die Vertreter den Antrag der Gemeinde Lengnau mit 16 zu 6 Stimmen bachab. Diese hatte 13'000 Franken vom Verband beantragt, was der Hälfte der Investitionskosten entspricht. Den anderen Teil würde der Kanton beisteuern. Das Angebot gilt allerdings nur noch bis Ende 2015.

Die Idee fand man zwar grundsätzlich gut: 20000 Mehrwegbecher will die Gemeinde Lengnau beim Hersteller produzieren lassen – mit Motiven aus dem Zurzibiet. Veranstalter von Anlässen könnten dann die Becher mieten. Die Herstellerfirma liefert die Gefässe, wäscht sie nach Gebrauch ab und lagert sie wieder ein. Dieser Service kostet 15 Rappen pro Stück. Zusätzlich ist auf jedem Becher 2 Franken Depot drauf. Verliert oder behält jemand den Becher, fliesst sein Depot in einen Fonds für neue Becher – ein sich selbst finanzierendes System.
«Das Konzept sorgt für mehr Sauberkeit und weniger Reinigungsarbeit. Wir haben beim Dorffest Lengnau sehr gute Erfahrungen gemacht mit dem Mehrweggeschirr», versuchte die Präsidentin der Lengnauer Umweltkommission, Sonja Keller, die Gemeindevertreter zu überzeugen. Die Region würde profitieren vom Werbeeffekt solcher Zurzibieter-Becher, sagte Keller.
ZurzibietRegio-Präsident Felix Binder entgegnete dem: «Wir sind nicht gegen das System, aber gegen den Antrag. Wir sind als Verband nicht die richtige Stelle dafür.» Ausserdem gebe es bereits andere Anbieter solcher Becher. Es ginge nur um einen Marketingeffekt. Verschiedene Ammänner hielten dem entgegen, dass es eine Chance wäre, als vereinte Region aufzutreten. Sie blieben aber in der Minderheit.

Ganz gestorben sei die Idee damit aber noch nicht, sagt Sonja Keller. «Noch geben wir nicht auf. Wir werden versuchen, andere Geldgeber zu finden.» Allerdings sei der Beitrag des Kantons an die Unterstützung der Gemeinden geknüpft. Einfach einen Bankkredit von 13000 Franken aufzunehmen würde nicht funktionieren.

Neuer ZurzibietRegio-Geschäftführer

Gerry Thönen gibt die Geschäftsführung von ZurzibietRegio ab. Der Aufwand übersteige die Ressourcen der thoenen regionalmanagement GmbH in Laufenburg, sagt Thönen – vor allem, weil die Betreuung der Regionalkonferenz Jura Ost seit dem Entscheid zu allfälligen Tiefenlager massiv gestiegen sei.

Neu beauftragt der Verband die Firma One To One Bruno Hofer AG in Dietikon mit der Leitung der Geschäftsstelle. «Wir wollten bewusst wieder eine neutrale Stelle, die keine Berührungspunkte zum Zurzibiet hat», begründete Präsident Felix Binder den Entscheid. Bruno Hofer betreute mit seiner Beratungsfirma bereits mehrere ähnliche Mandate.