Klingnau
Kapo plant Auszug aus Posten – trotz eines langjährigen Mietvertrages

Die Kantonspolizei will raus aus dem Klingnauer Polizeiposten – der Gemeinde droht damit eine markante Einbusse an Mieteinnahmen.

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Im Klingnauer Polizeiposten bietet nur noch die Repol einen Schalterdienst an - die Kapo will ihn ganz verlassen.

Im Klingnauer Polizeiposten bietet nur noch die Repol einen Schalterdienst an - die Kapo will ihn ganz verlassen.

Philipp Zimmermann

Der Aargauer Regierungsrat plant, acht kleine Posten der Kantonspolizei zu schliessen. Betroffen ist auch der Standort in Klingnau. Das Städtchen nahm in der Vergangenheit mehrere Millionen Franken in die Hand, um das Amtshaus in den Jahren 2008 bis 2010 aufwendig zu sanieren und es zum Polizeiposten zu machen. Heute sind sowohl die Regionalpolizei (Repol) als auch die Kantonspolizei (Kapo) im Gebäude ansässig.

«Es bleibt abzuwarten, ob der Entscheid per Ende Jahr definitiv wird», sagt Klingnaus Gemeindeammann Oliver Brun zu den Plänen des Kantons, «aber es ist klar, dass wir als Gemeinde nicht darauf hingearbeitet haben.»

Brun hofft, dass – wie vom Regierungsrat versprochen – die mobile Präsenz der Kantonspolizei ausgeweitet wird. Das Ziel der Kapo ist, dass 15 Minuten nach einem Ereignis eine Polizeipatrouille vor Ort sei. «Darauf gilt es ein Auge zu werfen und den Daumen draufzuhalten», fordert Brun.

In Klingnau wurde mit jährlichen Mieteinnahmen von 60'000 Franken gerechnet, hälftig von Repol und Kapo. Das Geld war für den Unterhalt des historisch wertvollen Altstadthauses gedacht.

«Laut meinen Informationen wird der befristete Mietvertrag bis März 2020 vonseiten des Kantons eingehalten», sagt Brun, «aber natürlich schmerzt es, wenn dereinst ein Teil der Miete wegfällt oder ein Nachmieter gesucht werden muss.»

Dennoch sei keine Hektik angebracht, sagt Brun. Die Situation im Amtshaus werde analysiert, auch über den Platz- und Raumbedarf der Repol müsse man nachdenken. (afr)

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