Döttingen
Kanton entschärft die «Crash-Kreuzung» – auf Drängen der Gemeinde

Überlappendes Gelb ist passé: Der Kanton hat die Einstellung der Ampeln bei der Kreuzung der Umfahrungsstrasse J5 geändert. Zufälligerweise am selben Tag, nachdem es zur letzten Kollision gekommen war. Döttingen trägt den Hauptteil der Kosten.

Philipp Zimmermann
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Kollision bei J5-Rotlicht in Döttingen (4.4.2017)

Kollision bei J5-Rotlicht in Döttingen (4.4.2017)

Kapo AG
Beide Lenkerinnen mussten von einer Ambulanz zur Kontrolle ins Spital gebracht werden.

Beide Lenkerinnen mussten von einer Ambulanz zur Kontrolle ins Spital gebracht werden.

Kapo AG

Viele Autofahrer aus der Region waren sich der Gefahr bewusst: An der Kreuzung der Umfahrungsstrasse J5, wo ein Abzweiger in Richtung Döttingen Zentrum führt, haben zwei Ampeln überlappende Gelb-Phasen. Wenn Autofahrer, die auf der Umfahrungsstrasse von Klingnau her kommen, bei Gelb nicht mehr bremsen können, sind brenzlige Situationen möglich. Erst recht, wenn ein anderer Lenker, der vom Döttinger Usserdorf auf dieselbe Fahrbahn einmünden will, schon bei Gelb losfährt.

Die J5-Kreuzung in Döttingen: Die Ampeln links und rechts hatte jahrelang eine überlappende Gelb-Phase.

Die J5-Kreuzung in Döttingen: Die Ampeln links und rechts hatte jahrelang eine überlappende Gelb-Phase.

Philipp Zimmermann

In der Vergangenheit kam es hier zu diversen Unfällen. So ärgern sich einige az-Leser nach der letzten Kollision vom Dienstag über die Situation an der «Crash-Kreuzung», wie diese auch schon genannt wurde. «Niemand versteht es, warum es bis heute nicht möglich war, die Gelb-Phasen umzuschalten», schreibt Rheinhold Birgmann in einem Online-Kommentar. «Es gäbe erheblich weniger Unfälle.»

"Schon mehrmals Glück gehabt"

Und Jacqueline Spahni-Brusa meint: «Ich bin immer mega vorsichtig an diesem Rotlicht. Es wäre gut, wenn man die Ampeln anders einstellen würde.» Und Karin Brisacher berichtet: «Ich habe auch schon mehrmals Glück gehabt, als ich vom Dorf Richtung Würenlingen fuhr, ein Lastwagen auf der Umfahrungsstrasse das Rotlicht übersah und voll durchdonnerte.»

Ebenfalls am Dienstag hat der Kanton die Lichtsignalanlage angepasst. Überschneidende Gelb-Phasen gibt es nun nicht mehr. Das zeigt ein Augenschein vor Ort. Wie kam es dazu? Und gibt es weitere Kreuzungen im Kanton Aargau mit überlappenden Gelb-Phasen? Das wollte die az vom zuständigen Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) am Donnerstag wissen. Der zuständige Mediensprecher stellte eine Antwort in Aussicht.

Am Freitag, 27. Januar, kam es bei der Kreuzung auf der Aaretalstrasse in Döttingen zu zwei Kollisionen mit drei Fahrzeugen.
4 Bilder
Frontalkollision in Döttingen
Dabei kam es zu einer Kollision mit einem zweiten Auto, das vom Dorf her auf die Aaretalstrasse fuhr.
Nach dem ersten Zusammenstoss wurde der Personenwagen der Unfallverursacherin auf die Gegenfahrbahn geschleudert. Dort kollidierte er mit einem dritten Auto.

Am Freitag, 27. Januar, kam es bei der Kreuzung auf der Aaretalstrasse in Döttingen zu zwei Kollisionen mit drei Fahrzeugen.

zvg/Florian Hunziker

Nun ist die Gemeinde Döttingen ihm zuvorgekommen. «Im Sinne der Verkehrssicherheit» habe der Kanton die Anpassung an der Steuerung der Lichtsignalanlage vorgenommen, teilte sie am Freitag mit. «Wir hatten den Kanton wegen der häufigeren Unfälle in letzter Zeit gebeten, die Einstellung der Lichtsignalanlage zu überprüfen», sagt Bauverwalter Mario Lerf auf Anfrage.

Die Umstellung sei unabhängig vom Unfall für den Dienstag geplant gewesen. Die Überprüfung des Kantons habe ergeben, dass die eingestellten Zeiten den einschlägigen Normen entsprechen, führt Lerf aus. Das gilt also auch für die überlappenden Gelb-Phasen. Solche gab es seit Jahren. Fahrzeuglenker müssen, wenn eine Ampel von Gelb auf Rot springt, anhalten, wenn dies noch vor der Verzweigung möglich ist. Erscheint das gelbe zusammen mit rotem Licht, müssen sie das grüne abwarten vor dem Losfahren. Das schreibt die Signalisationsverordnung des Bundes vor.

Blick auf die Kreuzung von Döttingen Usserdorf her.

Blick auf die Kreuzung von Döttingen Usserdorf her.

Philipp Zimmermann

Umstellung kostete 2700 Franken

Gemeinde und Kanton lassen sich die Umstellung etwas kosten. Der Kanton ist für den Unterhalt von Lichtsignalanlagen, die sich innerorts befinden, verantwortlich. Die Gemeinden tragen einen Teil der Unterhalts- und Betriebskosten. Bei Döttingen sind es laut Lerf 60 Prozent. Die Kosten für die Umstellung der Döttinger Lichtsignalanlage belaufen sich auf zirka 2700 Franken. Döttingen musste demnach rund 1600 Franken berappen.

Zum Unfall vom Dienstag wäre es auch gekommen, wenn die Lichtsignal-Einstellung geändert gewesen wäre. Kurz vor 6 Uhr missachtete eine 29-jährige Autofahrerin, die von Würenlingen her kam, das Rotlicht und krachte mit ihrem Auto in ein anderes. Aufmerksamkeit wird an dieser Kreuzung also auch in Zukunft vonnöten sein.

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