Tegerfelden
Kampfwahl um Gemeinderatssitze – nur eine der beiden Kandidatinnen dürfte es schaffen

Isabelle Schmid und Claudine Faes wollen in den Tegerfelder Gemeinderat. Obwohl zwei Sitze zu vergeben sind, dürfte nur einer für die beiden Kandidatinnen übrigbleiben.

Daniel Weissenbrunner
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Isabelle Schmid (links, parteilos) und Claudine Faes (parteilos).

Isabelle Schmid (links, parteilos) und Claudine Faes (parteilos).

zvg

In Tegerfelden kommt es am Sonntag nach den Rücktritten von Ammann Lukas Baumgartner und Riccardo Schena zu einer Kampfwahl um die zwei frei gewordenenen Gemeinderatssitze. Da Reto Merkli (67, parteilos) für das Ammannamt kandidiert und gesetzt scheint (die AZ berichtete), dürften die parteilosen Isabelle Schmid (55) und Claudine Faes (53) den zweiten Sitz ausmachen.

Wieso kandidieren Sie für das Amt der Gemeinderätin in Tegerfelden?

Isabelle Schmid: Es ist mir wichtig, dass wir Sorge zu unserem Dorf, zu unserer Umgebung tragen und die richtigen Entscheidungen treffen. Ich bin erst seit 10 Jahren in Tegerfelden, fühle mich aber im Dorf voll integriert, dies zum Teil dank den Vereinen, die sehr aktiv sind. Integration führt auch dazu, dass man sich für Geschehnisse mitverantwortlich fühlt. Der Gemeinderat hat zusammen mit der Bevölkerung viel Arbeit in der Erstellung von Leitbildern investiert. Die Ziele, die daraus resultieren, würde ich ausserdem gerne umsetzen.

Claudine Faes: Um die Gemeinschaft, den Zusammenhalt im Dorf wieder in den Vordergrund zu stellen.

Wieso sind Sie geeignet für dieses Amt?

Isabelle Schmid: Gesammelte Erfahrungen aus Kommissionen und Ausführung von Projekten wie «900 Jahre Tegerfelden» geben mir diese Sicherheit, ausserdem konnte ich ein grosses Netzwerk an Kontakten in Tegerfelden, im Surbtal und Umgebung knüpfen. Weder führe ich einen Landwirtschaftsbetrieb, noch bin ich bei einer Firma angestellt oder gehöre einer Partei an. Daher bin ich frei von politischen oder fremden Zwängen. Claudine Faes: Gleichstellung gleich gleiche Chance. In meiner Tätigkeit als Pflegeassistentin ist die Kommunikation, die Zusammenarbeit zwischen Jung und Alt sehr wichtig. Zentral ist der Respekt gegenüber dem Anderen.

Ihre grösste Stärke, Ihre grösste Schwäche?

Isabelle Schmid: Ich hinterfrage gerne und kann gut zuhören. Ausserdem gebe ich nicht schnell auf. Ich bleibe hartnäckig an einer Sache dran und kann warten bis sich irgendwo ein Türchen öffnet. Da ich mich für vieles begeistern kann und mir vieles sehr wichtig ist, wird es eine Herausforderung, alles zeitlich unter einen Hut zu bringen. Claudine Faes: Ich bin belastbar, kann anpacken. Manchmal bin ich zu ungeduldig.

Was möchten Sie in Tegerfelden bewegen?

Isabelle Schmid: Mein Ziel wäre es, möglichst viele Leute dazu zu bewegen, aufeinander zuzugehen und zu diskutieren. Zusammen Vor- und Nachteile abzuwägen, Missverständnisse auszuräumen, Gerüchte zu hinterfragen und uns auf den Weg zu machen, der für unser Dorf, für das Surbtal, für unser Land heute und morgen der Richtige ist. Ich habe einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und mir ist es wichtig, dass wir einander vertrauen können.

Claudine Faes: Die Eigenständigkeit von Tegerfelden bewahren und gemeinsam mit der Bevölkerung die Projekte anpacken.

Selten zuvor hat ein Thema wie das Referendum zur Deponie Buchselhalde die Gemüter in Tegerfelden derart bewegt. War das mit ein Grund, weshalb Sie für das Amt kandidieren – und waren Sie dafür oder dagegen?

Isabelle Schmid: Es war sicher ein Grund. Ich war aktiv auf der Befürworter-Seite. Es hat mich etwas Mut gekostet, mit den Gegnern zu diskutieren, aber es war mir wichtig, auch ihre Seite zu verstehen. Die Wut, die ich gespürt habe, hat mich etwas schockiert, aber ich denke, dafür gibt es Gründe. Es hat mir aber auch gezeigt, wie wichtig der Bevölkerung von Tegerfelden ihr Dorf ist und das sie mitreden wollen, was ich unterstütze und hoffe, sie alle an der Gemeindeversammlung zu sehen. Claudine Faes: Ich habe schon länger mit dem Gedanken gespielt, für den Gemeindrat zu kandidieren. Durch meine frühere Tätigkeit bei der Gemeinde wollte ich dies aber nicht vermischen. Gegen das Buchselhalde-Projekt war ich von Anfang an.