Zurzibiet
Kampagne für 80'000 Franken soll mehr Einwohner in Region locken

Sie ist das neue Gesicht des Zurzibiets: Angie Wendel aus Döttingen, besser bekannt unter ihrem Künstlernamen «Clown Wendolina». Bald wird sie an Plakatwänden, Linienbussen und Baustellen zu sehen sein.

Nadja Rohner
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Clown Wendolina alias Angie Wendel ist auf dem Plakat der Imagekampagne zu sehen. ZVG (WFz)

Clown Wendolina alias Angie Wendel ist auf dem Plakat der Imagekampagne zu sehen. ZVG (WFz)

Es handelt sich dabei um eine Imagekampagne für das Zurzibiet, die das Wirtschaftsforum Zurzibiet (WFZ) in Auftrag gegeben hat. «Das Standortmarketing für die Region ist eine wichtige Aufgabe des WFZ», sagt Geschäftsführer Peter Andres. «Mit dieser Kampagne wollen wir zeigen, dass das Zurzibiet ein Ort ist, an dem man sowohl arbeiten, als auch leben kann.» Um diese beiden Aspekte darzustellen, wird «Wendolina» auf den Plakaten doppelt abgebildet: Sie steht in Freizeitkleidung vor dem Spiegel, während ihr Konterfei ein Clownskostüm trägt – ihr Arbeitskleidung.

Angesprochen werden sollen sowohl Zurzibieter als auch Auswärtige: «Einerseits möchten wir zeigen, wie vielseitig die Region ist», sagt Andres. Die Vorzüge – günstiges Bauland, intakte Natur, gute Verkehrsanbindungen – sollen herausgestrichen werden. «Das Zurzibiet ist ein idealer Wohnort für alle, von Familien mit Kindern bis zu älteren Menschen.»

Andererseits wolle man mit der Kampagne, die mindestens bis Ende Jahr läuft, auch das «Wir-Gefühl» der Zurzibieter stärken. «Wir dürfen nach aussen ruhig selbstbewusster auftreten und für unsere Region Werbung machen», betont Andres, der selber in Bad Zurzach wohnt. Besonders wichtig sei es, die jungen Zurzibieter in der Region zu halten.

«Viele wachsen hier auf und ziehen dann in die Agglomeration der grossen Städte. Das ist schade, aber verständlich – oftmals studieren oder arbeiten sie ja auch weiter weg.» Ziel sei es, dass sich die ausgeflogenen Zurzibieter später, wenn sie eigene Familien gründen oder ein Eigenheim bauen möchten, auf ihre Herkunft besinnen und den Weg zurück finden.

Die Imagekampagne kostet rund 50'000 bis 80'000 Franken. Finanziert wird sie vom Wirtschaftsforum Zurzibiet und dem Gemeindeverband Zurzibiet Regio. Die Plakate werden demnächst im A3-Format bei allen Mitgliederfirmen des WFZ aufgehängt – «um die Mitarbeiter dazu zu bewegen, das Pendeln sein zu lassen und ihren Wohnsitz ins Zurzibiet zu verlegen», sagt Andres.

Grössere Plakate werden im Laufe des Jahres an verschiedenen Orten im Zurzibiet und den angrenzenden Regionen zu sehen sein. Ein Bus der Linie Döttingen-Surbtal-Baden fährt bereits mit der Zurzibiet-Werbung. Auch mittels Postkarten, Blachen und Inseraten wirbt das WFZ. Wunder erwartet man aber keine: «Wir rechnen nicht damit, dass wir nun plötzlich von Zuzügern überrannt werden», sagt Geschäftsführer Andres. Imagekampagnen seien langfristig und nachhaltig ausgelegt.

Dass die Werbeagentur Megura AG, die die Kampagne steuert, keinen Sitz im Zurzibiet hat, stehe nicht im Widerspruch zum Standortmarketing, beteuert Peter Andres. «Der Inhaber wohnt im Zurzibiet und ist Mitglied des Gewerbevereins Aaretal-Kirchspiel und des WFZ.» Und der Fotograf, ein Badener, sei für die gewünschten Aufnahmen ideal eingerichtet gewesen.

Das Model, Clown Wendolina alias Angie Wendel, musste sich nicht lange überlegen, ob sie dem Zurzibiet ein Gesicht geben will: «Ich wohne schon mein ganzes Leben hier», sagt die 47-Jährige. «Das Zurzibiet ist meine Heimat und eine der schönsten Regionen der Schweiz. Ich würde nie von hier weg gehen.»

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