Klingnau
Jugendliche haben wenig Interesse an Hilfe bei der Lehrstellensuche

Die Regionale Jugendarbeit Unteres Aaretal/Kirchspiel bietet Hilfe bei der Lehrstellensuche an. Doch immer weniger Jugendliche wünschen sich diese Unterstützung. Auch bei den Schulen interessiert man sich nicht für das Angebot.

Katharina Herzig
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Die Regionale Jugendarbeit Unteres Aaretal/Kirchspiel bietet Hilfe bei der Lehrstellensuche an.

Die Regionale Jugendarbeit Unteres Aaretal/Kirchspiel bietet Hilfe bei der Lehrstellensuche an.

Dominic Gross

Seit einigen Jahren bietet die Regionale Jugendarbeit Unteres Aaretal/Kirchspiel (RJAAK) Jugendlichen Hilfe bei der Lehrstellensuche an. Jeden Donnerstag von 15 bis 18 Uhr können Interessierte ohne Anmeldung im Büro der regionalen Jugendarbeit in Klingnau vorbeikommen.

Dort werden Sie beim Erstellen von Lebensläufen und Bewerbungen unterstützt und auf Bewerbungsgespräche vorbereitet. Von der Bewerbungsmappe bis hin zur Briefmarke wird alles benötigte Material zum halben Preis bereitgestellt. Die Jugendarbeit verspricht eine individuelle Beratung ohne Zeitdruck.

In letzter Zeit nutzten aber immer weniger Schüler das Angebot, obwohl die RJAAK grösseren Werbeaufwand betreibt. Jugendarbeiter Dominic Gross ist überzeugt, dass der Bedarf an solchen Angeboten weiterhin vorhanden ist: «Einige Jugendliche haben durchaus noch Probleme mit ihrer Rechtschreibung und der Grammatik.»

Kooperation mit Schulen

Warum das Angebot immer weniger genutzt wird, kann sich Gross nicht wirklich erklären: «Kein Bock, keine Zeit oder vielleicht ist es zu aufwendig, zu uns in Büro zu kommen?» Um die Schüler wieder besser zu erreichen, hat die Jugendarbeit den Schulen in ihrem Einzugsgebiet angeboten, vorbeizukommen. An den Schulen könnten die Jugendarbeiter ihre Angebote dann direkt vorstellen.

Hat ein Schüler Interesse, würde die Schulsozialarbeit die Jugendarbeit informieren und ein Jugendarbeiter käme vorbei. Es ist jedoch nur eine Kooperation mit Leibstadt zustande gekommen, die restlichen Schulen lehnten den Vorschlag ab.

«ask!» schliesst zwei Standorte

Dabei wird das Angebot der Jugendarbeit in nächster Zeit noch an Bedeutung gewinnen. Vor kurzem wurde bekannt, dass der Beratungsdienst für Ausbildung und Beruf im Aargau, «ask!», seine Standorte in Zofingen und Bad Zurzach schliesst. Der Standort Zofingen steht noch bis Ende November 2015 zur Verfügung, der in Bad Zurzach bis Ende Juni 2016. Danach muss auf die Standorte Aarau, Baden, Rheinfelden oder Wohlen ausgewichen werden.

«Es ist schade, dass durch die Schliessungen wieder die Jugendlichen die Leidtragenden sind», hält Jugendarbeiter Gross fest. Doch auch das «ask!» lässt die Region nicht einfach sitzen. In einer Mitteilung schrieb das Beratungszentrum Ende April: «Die Verantwortlichen von Schulhäusern können in Zukunft aus einer Produktepalette auswählen: von Klasseninformationen, Einzelberatungen und Beratungen in Gruppen, über Familienanlässe oder Weiterbildungsangebote für Lehrpersonen bis zum Mitwirken in einer Projektwoche.»

Die Jugendarbeiter der RJAAK können sich dennoch über kleine Erfolge freuen: Letztens hat ein Schüler, der die Hilfe in Anspruch genommen hat, eine Lehrstelle gefunden.

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