Würenlingen
Jugendarbeitsstelle ist Treffpunkt und Seelsorge zugleich

In der Jugendarbeitsstelle Surbtal (Jast) finden Jugendliche eine Anlaufstelle für ihre Probleme und Sorgen. Sozialpädagoge Willy Deck erzählt aus seinem Alltagsleben.

Yvonne Lichtsteiner
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Die Jast-Mitarbeiter Céline Schnegg, Willy Deck, Martina Willi undVanessa Cavegn im Raum des «Girlstreff».Yvonne Lichtsteiner

Die Jast-Mitarbeiter Céline Schnegg, Willy Deck, Martina Willi undVanessa Cavegn im Raum des «Girlstreff».Yvonne Lichtsteiner

«Das Schöne an einer offenen Jugendarbeitsstelle ist, dass die Jugendlichen freiwillig zu uns kommen», sagt Willy Deck. «Und das gerne», fügt er hinzu. Deck ist Sozialpädagoge und seit 2009 Stellenleiter in der Würenlinger Jugendarbeitsstelle (Jast). Zusammen mit drei Mitarbeitern leitet er in Lengnau, Unterendingen und Würenlingen Jugendtreffs, verschiedene Projekte und ist für die Seelsorge zuständig.

«Ich habe immer ein offenes Ohr, wenn Jugendliche über ihre Probleme reden wollen», so Deck, der im Fricktal aufgewachsen ist und heute in Gebenstorf wohnt. Als Jugendlicher wurde er geprägt durch die Jungwacht Rheinfelden und die Seelsorge im Fricktal. Dies sei auch der Grund gewesen, weshalb er sich nach seiner jahrelangen Tätigkeit in verschiedenen Druckereien zum Sozialpädagogen ausbilden liess.

Frauen lernen, sich zu behaupten

Die Zielgruppe der JAST sind in erster Linie Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 12 und 20 Jahren. «Die jungen Erwachsenen sind in einem Alter, in dem sie sich vom Elternhaus ablösen und ihren eigenen Weg finden wollen und auch sollen», sagt Deck. Hier haben sie die Möglichkeit, über ihre Sorgen zu sprechen und sich aktiv an Musik-, Film- und weiteren Projekten zu beteiligen und zu lernen, sich sozial einzugliedern. Die Probleme der Jugendlichen hier würden sich allerdings nicht gross von denen in anderen Dörfern unterscheiden, sagt der Sozialpädagoge.

«Liebe, Freundschaft, Streit im Elternhaus und Mobbing sind Themen, die Jugendliche überall beschäftigen.» Alle im Treff – und das seien im Minimum 25 Personen – verstünden sich gut, so Deck. Natürlich gebe es manchmal Streitereien, das aber eher unter den männlichen Jugendlichen.

Aus diesem Grund sei vor zwei Jahren auch der «Girlstreff» ins Leben gerufen worden. Deck erklärt: «Die jungen Frauen sind eingeschränkt worden, ausserdem haben sie andere Interessen.» In einem Raum, speziell für die Frauen, den sie nach ihrem Gusto gestaltet haben, können sie den Ton angeben und lernen gleichzeitig sich zu behaupten, was ihnen für das spätere Leben von Nutzen sein wird, ist sich Deck sicher. Und überhaupt: «Ich hätte mir gewünscht, dass es eine Jugendarbeitsstelle dieser Art gegeben hätte, als ich noch jung war», erinnert er sich zurück.