Bad Zurzach
Jazz zwischen Heizkessel und Garderobekästen

Markus Bur und Michael Odenwald lancieren eine Konzertreihe im Garderobengebäude der ehemaligen Sodafabrik. Am nächsten Freitag wird die Premiere mit einem echten Knaller gefeiert: Zu Gast ist Sandy Patton.

Angelo Zambelli
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«Jazz in der Waag» gibts nicht mehr. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass im Flecken Bad Zurzach Jazzmusik nicht mehr zu hören sein wird. Markus Bur, ausgewiesener Kenner der Jazzszene, und Michael Odenwald, Leiter des Standorts Bad Zurzach der Solvay (Schweiz) AG, haben sich zusammengetan und die Veranstaltung «Sodi Jazz» aus der Taufe gehoben.

Am nächsten Freitag wird die Premiere im Garderoberaum der ehemaligen Sodafabrik mit einem echten Knaller gefeiert: Zu Gast ist Sandy Patton, «eine Frau mit gewaltiger Stimme», wie Markus Bur von der gebürtigen Amerikanerin schwärmt. Patton ist seit 1993 Professorin für Jazzgesang an der Swiss Jazz School beziehungsweise der Hochschule der Künste in Bern. Begleitet wird Sandy Patton bei ihrem Auftritt in Bad Zurzach von Vince Benedetti, einem der besten Pianisten der Jazzszene.

Aussergewöhnlich ist nicht nur die Besetzung des ersten Jazzkonzerts in der Solvay, sondern auch die Lokalität an sich. Der Auftritt findet in der ehemaligen Garderobe der Sodi-Mitarbeiter statt. Garderobekästen, Waschfontänen und ein alter Heizkessel erinnern an vergangene Tage und verbreiten eine einzigartige Atmosphäre.

Die Idee, in der alten Sodafabrik eine Konzertreihe aufzuziehen, entstand, als Markus Bur und Michael Odenwald im März bei einem Jazzkonzert ins Gespräch kamen. Beide sind begeisterte Jazzanhänger und beide sind der Überzeugung, dass der Kurort sein Kulturangebot zumindest beibehalten, besser noch ausbauen sollte. «Ich ziehe die Fäden bei den Engagements der Künstlerinnen und Künstler», sagt Markus Bur (73), der schon als Kind sein Herz an die Jazzmusik verlor und als junger Erwachsener Jazzmusik studierte, dann aber als Treuhänder arbeitete. Auch Michael Odenwald ist bekennender Jazzliebhaber und setzt sich mit Herzblut für die neue Konzertreihe in «seiner» Fabrik ein. Odenwald sorgt für die Finanzierung der Konzerte sowie – zusammen mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – für die gesamte Organisation von der Bestuhlung der Garderoben-Galerie bis zur Vorbereitung des Apéros.

Odenwald: Markus Bur bedauert, dass die Jazzmusik an Bedeutung verloren hat und nur noch selten Konzerte organisiert werden. Mit «Sodi Jazz» soll sich dies zumindest in bad Zurzach grundlegend ändern.

Ergänzung, nicht Konkurrenz

Solvay-Standortleiter Michael Odenwald und Markus Bur hoffen, dass aus Sodi-Jazz ein Erfolgsevent wird, der dazu beiträgt, den Kurort Bad Zurzach und das Zurzibiet kulturell zu beleben und attraktiver zu gestalten. «Ich hoffe, dass unser Engagement für den Jazz von den anderen Institutionen und Veranstaltungen, die wir ebenfalls unterstützen, nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung des kulturellen Angebots in der Region verstanden wird», sagt Michael Odenwald. Der Standortleiter der Solvay (Schweiz) AG kann sich durchaus vorstellen, dass in Zukunft auch andere Veranstaltungen in der Sodi-Garderobe stattfinden können. Dabei denkt er an Klassikkonzerte, an Cabaretvorstellungen und an Autorenlesungen. «Es würde uns freuen, wenn sich das Solvay-Areal nach der Ansiedlung von Gewerbe und Industrie auch zu einem Kunstraum entwickeln würde.»

Vorverkauf für das Konzert vom Freitag, 27. August: verkauf.ch@solvay.com oder Telefon 056 2696161. Türöffnung: 19 Uhr. Konzert: 20.30 Uhr.

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