Endingen
In historischen Mauern befinden sich moderne Arbeitsplätze für Verwaltung

Nach der Sanierung ist die Bevölkerung am Samstag ins Gemeindehaus in Endingen zum Tag der offenen Tür eingeladen worden. Die Besucher waren bei einem ersten Rundgang voll des Lobes.

Hans Christof Wagner
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Gemeindeammann Lukas Keller überreicht eine Uhr, die er auf der Baustelle fand, den Architekten Otto Tschampion und Felix Müller (v. l.).

Gemeindeammann Lukas Keller überreicht eine Uhr, die er auf der Baustelle fand, den Architekten Otto Tschampion und Felix Müller (v. l.).

Hans Christof Wagner

Die Menschen kamen zahlreich in das geschichtsträchtige Gemeindehaus in Endingen, das – Gemeindeammann Lukas Keller erwähnte es in seiner Begrüssung – 1864 als Schulhaus für die jüdischen Kinder des Dorfes erbaut wurde. Seit den 1930-er Jahren war es Bezirksschule, seit 1990 ist es Sitz der Gemeindeverwaltung.

Bei deren Einzug beliessen es die Verantwortlichen bei nur geringfügigen Sanierungen. So genügte das Haus bald nicht mehr den Anforderungen an ein öffentliches Gebäude. So reifte Anfang 2012 der Plan zu einer Generalsanierung. 1,8 Millionen Franken gewährten die Einwohner dafür im Herbst 2012. Kein üppiges Budget für die beiden mit dem Projekt beauftragten Endinger Architekten Otto Tschampion und Felix Müller. Fast hätte das Geld nicht gereicht für sämtliche Massnahmen, insbesondere den Einbau eines Lifts. Dieser, sagte Müller am Samstag, gehöre einfach in ein modernes öffentliches Gebäude.

Pläne des Hauses waren keine mehr vorhanden. So musste die Gebäudestruktur erst erfasst werden. Hauptproblem hier: die nur geringe Tragkraft der Decken. In diese zogen Arbeiter zur Befestigung Stahlträger ein. Die rund 80 Zentimeter starken Kalksteinwände wurden zusätzlich isoliert, auf die Kellersockel kamen Kalksteinplatten als Verkleidung. Energiesparende Dreifachfenster und LED-Leuchten halten die Betriebskosten gering.

Investiert wurde auch in moderne Sanitärräume und ein behindertengerechtes WC. Der alte Klinkerboden im Treppenhaus ist geblieben. Müller sprach von einem «schlichten Ausbau», der dem historischen Gebäude sein Gesicht bewahrt habe.

Termin fast eingehalten

Von Juni 2013 bis Januar 2014 hatte die Gemeindeverwaltung auf ihre neuen Räume warten müssen. Bevor die Bauarbeiten begannen, waren sie ins benachbarte und leerstehende Kindergartengebäude gezügelt. Ursprünglich war ihnen versprochen worden, bis Ende Jahr 2013 wieder in ihren angestammten Büros zu sitzen. Doch dann ging es noch zwei Wochen länger. Tschampion: «Wir sind stolz, bei dem engen Zeitfenster den Termin weitgehend eingehalten zu haben.»

Die Besucher, die nach den Ansprachen einen ersten Rundgang durchs Gebäude unternahmen, waren voll des Lobes: «Das ist sehr gelungen. Ich bin hier selbst zur Schule gegangen. Die Architekten haben ein gutes Werk getan und den Charakter des Hauses erhalten», sagte Felix Altorfer. Auch Gemeindeschreiber Daniel Müller freute sich, in den neu gestalteten Räumen arbeiten zu dürfen. Er ist erst seit Mitte 2013 im Amt und so ist ihm der frühere Zustand des Gemeindehauses unbekannt.

Das sanierte Gebäude noch sehenswerter machen derzeit die darin ausgestellten Arbeiten örtlicher Künstler. Diese sind noch bis 18. August zu betrachten.

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