Bad Zurzach
In Bad Zurzach ist der Himmel voller Rauchschwalben

In Heidi und Arnold Fischers Hof wohnen unzählige Rauchschwalben. Das Ehepaar ist ein toleranter Gastgeber. Doch die Vögel machen den beiden auch viel Arbeit.

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Wo bleibt der Mücken-Nachschub? (Foto: Arnold Fischer)

Wo bleibt der Mücken-Nachschub? (Foto: Arnold Fischer)

Es ist, als würde man eine Voliere betreten, nur dass der Himmel unvergittert ist. Der Hof des Messehauses «Zum unteren Schwan» an der Schwertgasse 11 in Bad Zurzach ist voller Schwalben. Sie fliegen aufgeregt umher, weil gerade die Katze herzzerreissend um Einlass beim Nachbarn miaut.

Die Hausbesitzer Heidi und Arnold Fischer haben die Sommerreporterin eingeladen, weil sie finden, so viele Rauchschwalben gäbe es doch nicht mehr und man könne sie im frei zugänglichen Hof gut beobachten.

Doch jetzt ist die Fütterungszeit ist vorbei. Über dem Nestrand hängen träge die Köpfe der jungen Rauchschwalben. Nur wenn ein Vogel zufällig vorbeifliegt, öffnen sie die Schnäbel blitzartig.

Schwalbenkot gibt viel Arbeit

Die Fischers sind seit vielen Jahren tolerante Gastgeber. Von Sommer bis im Herbst zwitschert es in ihrem Hof ab Sonnenaufgang. Im Herbst versammeln sich dann alle auf der Antenne und dem Gitter im Hof zum Flug in den Süden. Danach reinigen die Fischers den Hof. Denn zwar halten die Schwalbeneltern ihre Nester sauber, doch die Kotpakete, welche sie ihrem Nachwuchs abnehmen, fallen beim Aufsteigen in den Hof. «Wir putzen jeweils zu viert eine Woche lang», sagt Arnold Fischer.

Er hat zu diesem Zweck extra ein teures Rundgerüst gekauft. Er nimmt es gelassen, schliesslich habe er nur zwei Laster: Die Blumen und die Vögel – und beides mache halt Arbeit. «Und irgendwo müssen die Vögel ja wohnen dürfen», sagt Heidi Fischer. Damit der Verputz der Hausmauer weniger Schaden nimmt, haben die Fischers nun ein Netz aufgehängt, das die Vögel zwingt, früher aufzusteigen beim Abflug.

Die Schwalben sind so vertraut mit dem Ehepaar, dass sie sich von Arnold Fischer aus der Nähe fotografieren lassen – die Sommerreporterin hatte bei ihrem Besuch weniger Glück. Ausserdem würden die Schwalben um Hilfe schreien, wenn eines der Nester auf den Boden falle, so wie das letztes Jahr geschehen ist, behaupten die beiden. «Die Mutter sass zwei Meter entfernt und beobachtete ruhig, wie ich das Nest wieder am Balken befestigte», sagt Arnold Fischer.

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