Bad Zurzach
Im Zurzibiet gibt es doch keine Gratisvelos

Das Projekt «Bike4free» auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Die federführende Firma Ansatz Werbung hat nach eigenen Angaben derzeit nicht genügend Ressourcen für das Projekt.

Pirmin Kramer
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Gratisvelos, hier in Zürich, hätten auch im Zurzibiet fahren sollen.ZVG

Gratisvelos, hier in Zürich, hätten auch im Zurzibiet fahren sollen.ZVG

600 Gratisvelos für das Zurzibiet: So lautete der Plan der Firma Ansatz Werbung in Bad Zurzach, den sie vor etwas mehr als einem Jahr vorstellte. An Bahnhöfen, Bushaltestellen oder Dorfzentren hätten Fahrradstützpunkte errichtet werden sollen. Die Velos sollten nicht abgeschlossen werden und jedermann gratis zur Verfügung stehen.

Doch diese Woche teilte Ansatz-Geschäftsführer Hans Jürg Domenig über Twitter mit: «Projektstart weiter verschoben – haben im Moment nicht genug Ressourcen für das Projekt.»

Ist das Projekt «bike4free» somit definitiv vom Tisch? Offenbar ja. Denn auf Anfrage sagt Domenig: «Die Idee der Gratisvelos wird in vielen Städten der Schweiz umgesetzt, aber leider ohne uns.» Man habe das Projekt nicht so intensiv vorangetrieben, wie es nötig gewesen wäre. «Wir haben nicht genug Zeit dafür aufgewendet, weil wir
so viele andere Projekte verfolgen, die gut laufen.»

«Zu wenig Energie investiert»

Falls ein neuer Impuls kommen sollte, werde es im Zurzibiet möglicherweise doch noch Gratisvelos geben. Was bedeutet ein «neuer Impuls»? Domenig: «Vielleicht gibt es Sponsoren, welche die Gratisvelos finanzieren möchten. Oder einer der Geldgeber, der Gratisvelos in einer anderen Stadt anbietet, springt bei uns auf.»

Ins Stocken geraten war das Projekt «Bike4free» im letzten Frühling. Im März 2011 teilte Domenig mit, dass noch fünf Hauptsponsoren fehlten. Diese hätten für die rund 100000 Franken Startkapital aufkommen sollen.

Grosses Interesse der Gemeinden

Die Idee der Gratisvelos sei in einem Praktikumsprojekt entstanden, erklärt Domenig. Er bat die Gemeinden, sich schriftlich zum Vorhaben zu äussern. Das Interesse an den Gratisvelos sei sehr gross gewesen, sagt Domenig. 21 Gemeinden hätten Bereitschaft zur Teilnahme signalisiert. «An der Nachfrage in den Gemeinden ist das Projekt nicht gescheitert. Wir haben ganz einfach nicht genug Zeit und Energie investiert.»