Zurzach
«Ihr seid heute unsere Helden»

Über dem Behindertensporttag in Bad Zurzach lachte gestern die Sonne. Rund 200 Sportler mit Beeinträchtigung gaben in den Wettkämpfen alles.

Hans Christof Wagner (Text) und Mathias Marx (Fotos)
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Zum gemeinsamen Erlebnis gehört auch das seriöse Aufwärmen und Einturnen – mit Begeisterung sind die Sportlerinnen und Sportler bei der Sache.

Zum gemeinsamen Erlebnis gehört auch das seriöse Aufwärmen und Einturnen – mit Begeisterung sind die Sportlerinnen und Sportler bei der Sache.

In die Hocke, Knie nach oben, Ferse vor und zurück – Physiotherapeutin Sandra Stams Job war es, die Athleten beim Einturnen auf Temperatur zu bringen – bei der zum Turnierstart noch herrschenden Kühle erforderte das einige Zeit. Aber Motivation brauchte die bunte Truppe, die vor ihr stand, keine mehr. Die Begeisterung hatten sie alle schon mitgebracht.

Schon bei der Begrüssung zeigten die Vertreter von insgesamt acht Behindertensportgruppen aus dem Aargau, dass sie heiss waren auf die Wettkämpfe. Immer wieder klatschen sie und riefen laut Bravo, als OK-Präsident Franz Nebel sie in Bad Zurzach willkommen hiess. Schliesslich war eigens für sie auch Grossratspräsidentin Vreni Friker gekommen – «die höchste Aargauerin» – wie Nebel sie vorstellte. Vreni Friker sagte: «Die Hauptsache heute ist, dass ihr Freude und Spass an der Bewegung habt.»

Gestern standen Menschen im Mittelpunkt, die den sportlichen Anlass genossen – die Aufmerksamkeit, die auf ihnen ruhte, die anfeuernden Rufe und das Lob nach der abgelieferten Leistung. «Ihr seid heute unsere Helden», rief Gesa Gaiser ins Mikro. Die Präsidentin vom Behindertensport Aargau machte die Runde auf dem Schulgelände und berichtete live von den einzelnen Disziplinen und Schauplätzen.

Hoffnung auf einen Podestplatz

Auf die Plätze, fertig, klatsch. So tönte es beim 80-Meter-Lauf, bei dem 85 Sportler antraten. Vor dem Schulhaus Tiergarten wurde auf dem Ergometer gestrampelt, was das Zeug hielt. Helfer notierten die Zahl der Kalorien, welche die Sportler in drei Minuten verbrannten. Ebenfalls drei Minuten dauerte eine Runde beim Streetball, einer Kombination aus Korbwürfen, Dribbling und Laufen. Walter Haus vom Männerturnverein Bad Zurzach, zum ersten Mal Helfer bei Aargauischen Meisterschaften im Behindertensport, machte dabei die Erfahrung, dass die Wettkämpfer gegen Ende der Runde besser trafen als zu Beginn. Der Elan der Sportler und auch ihr Ehrgeiz beeindruckten Haus.

Ehrgeizig war auch Jan Grenacher von der Behindertensportgruppe Fricktal. Beim Ergometer legte er mit 51 Kalorien einen tollen Wert vor. Beim Speerweitwurf schaffte er 9,53 Meter und beim Kugelstossen 6,35 Meter. «Ich bin zufrieden mit meiner Leistung und hoffe sehr auf einen Platz auf dem Podest», sagte der 28-Jährige.

Wo die gelben Bälle auf dem grünen Rasen landeten, konnten die Helfer sehr gut erkennen. Dort steckten sie dann die Zielmarke hinein und legten das Massband an. Rund 120 traten beim Ballweitwurf an – damit war sie gestern die am meisten belegte Disziplin. Und so gross wie die Bandbreite der Behinderungen, mit denen die Teilnehmer an den Start gingen, so vielfältig waren auch die erreichten Weiten.

Doch ganz gleich ob 13,35 oder 51,93 Meter – stolz auf ihre Leistungen waren die Athletinnen und Athleten gestern alle. Und das nicht nur im Ballwerfen.

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