Bad Zurzach
Hurra – nach einer langen Zeit gehts wieder openair

Die gestrige Eröffnung der Freibadsaison erlebte einen regelrechten Besucheransturm. So schön wie gestern ist das Wetter die letzten Jahre selten gewesen.

Rosmarie Mehlin
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Martin Stücheli aus Niederhasli macht einen Köpfler ins 21 Grad warme Wasser der Sprunggrube. Rosmarie Mehlin

Martin Stücheli aus Niederhasli macht einen Köpfler ins 21 Grad warme Wasser der Sprunggrube. Rosmarie Mehlin

Schon Minuten, bevor ihr Dienst um 10 Uhr gestern Vormittag offiziell begann, hatte Frieda Sauser alle Hände voll zu tun: Passfotos, Geburtsjahrgänge, Wohnorte, Geld entgegennehmen, Beträge in die Kasse eintippen, Garderobenkästli-Wünsche erfüllen, Abo-Karten ausfüllen. Als erfahrene Regibad-Kassiererin verlor Frieda weder die Übersicht, noch die Ruhe:
«Eis ums andere, numme nid gschprängt ...» Der Winter war halt lang gewesen und entsprechend gross der Drang der eingefleischten Open-Air-Schwimmerinnen und -Schwimmer. Unter dem blauen Himmel und glitzernd im strahlenden Sonnenschein lud das Wasser im Chromstahlbecken wahrlich besonders verführerisch zum Bade.

Wie stets hat die Regibadsaison ohne Scherz am 1. April begonnen. Die Temperaturen waren, mit Bise, zwar recht frisch, aber das ist für Regibad-Habitués noch nie ein Hinderungsgrund gewesen. Innert einer Stunde hatte Frieda Sauser 43 Saisonabos und Einzeleintritte verkauft. Als Allererste waren Urs Beck aus Bad Zurzach und das Ehepaar Ursula und Roland Dathe in die warmen, mindestens 2 Grad über den garantierten 26 Grad liegenden Fluten gestiegen. Und auf dem Fusse waren zahlreiche weitere aquafite Stramplerinnen, Schnell- und Genussschwimmer gefolgt.

Frischer Wind in der Badibeiz

Derweil genossen Vertreter der Verbandsgemeinden einen Apéro in der Badibeiz. Die Familie Yilmaz, die im Flecken den Zurzi-Imbiss betreibt, führt hier neu das Zepter und Frau Yilmaz tischte zuhauf verheissungsvolle Proben ihrer Kochkünste auf. Zuvor hatte Dani Metzger, der Präsident der Badi-Betriebskommission, über Neuerungen und die zahlreichen, im Winter erledigte Arbeiten informiert. Vorneweg: Die Eintrittspreise sind die gleichen geblieben mit einer Ausnahme: Nach 18 Uhr kostet das Einzelbillett fünf statt vier Franken. Neu wird, wie das der Kanton vorschreibt, nicht mehr mit Chlorgas, sondern mit Chlorgranulat gearbeitet, womit eine Gefährdung durch ausströmendes Gas gebannt ist.

Die Wasseraufbereitung wurde auf den neusten Stand gebracht. Dadurch können jetzt allfällige kleinere Pannen vom Hersteller via eine Schalttafel ferngesteuert behoben werden. Die Rutschbahn wurde frisch verfugt. So saust es sich nun wieder – schwupp – stolperfrei und lässt es sich, sofern es nicht regnet, auch in der Umgebung der Bahn im Trockenen liegen. Die alten Fugen nämlich waren undicht und das Wasser hatte vor der Liegewiese nicht haltgemacht. Alle vier Aussenduschen mussten durch neue ersetzt werden, da für die alten keine Ersatzteile mehr vorhanden waren. Auch die drei Kinderplanschbecken sind komplett revidiert, die dortigen Pumpen erneuert worden. Und – eine besonders frohe Botschaft: Die Toiletten sollten nicht mehr immer wieder verstopft sein: Frische Leitungen, der Einfachheit halber ausserhalb der Mauer angebracht, sorgen nun für die erforderlich kräftige Spülung.

28 schöne Regibad-Wochen

Dass eine der neuen Aussenduschen gestern schon nach einer Stunde in Streik trat und drei der vier Innenduschen vorübergehend nur Eiswasser spendeten, war wohl als Aprilscherz der beiden Bademeister René Beerli und Sacha Smonik gedacht. Seis drum: Was ein echter Regibad-Freak ist, lässt sich dadurch nicht verdriessen. In diesem Sinn: auf 28 wunderschöne Regibad-Wochen.

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