Döttingen
Hinter den Kulissen des Nachwuchsschwingertags

Zum Nordwestschweizerisches Schwingfest in Döttingen müssen nicht nur die jungen Nachwuchsschwinger an die Hosen. Im Hintergrund wird viel organisiert und koordiniert. Von der Einschreibung über die Zuteilung bis zur Auswertung muss alles funktionieren.

Silvan Merki
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Bei der Anmeldung wird die Grösse gemessen.
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Unter Einteilungschef Niklaus Meier (rechts) diskutieren die Mitglieder des Kampfgerichts die Paarungen für den nächsten Gang
Niklaus Meier begrüsst die Platzrichter.
Die jungen Nachwuchsschwinger werden für den ersten Gang zugeteilt.
Die Platzrichter schauen auch bei den Jungen genau hin – und vergeben nach jedem Gang die Punkte.
Nordwestschweizerisches Schwingfest in Döttingen
Gewinner wie Verlierer haben Spass am Kampf

Bei der Anmeldung wird die Grösse gemessen.

Silvan Merki

«Alle Jungschwinger antreten zur Einteilung», verkündet der Speaker um 8.30 Uhr. Jeweils zwei Schwinger-Jahrgänge stehen zusammen auf einen Kampfplatz ins Sägemehl und warten auf das Kampfgericht. Denn die 75 Jungschwinger, die sich am frühen Samstagmorgen zum Wettkampf gemeldet haben, wissen noch nicht, gegen wen sie in einer halben Stunde im Sägemehl antreten. Das Kampfgericht unter Niklaus Meier setzt die Paarungen für jeden Gang neu zusammen – damit schliesslich der Beste gewinnt. Bei den «grossen Bösen» heute Sonntag ist es fast genauso.

Jeder Schwinger bekommt beim Einschreiben ein Notenblatt, auf dem die wichtigsten Informationen über ihn stehen: Vorname und Name, Jahrgang, der Wohnort und die Klubzugehörigkeit, sein Gewicht und die Grösse. Wer die letzten beiden Angaben nicht weiss, steht kurz auf die Waage und wird gemessen. Aufs Notenblatt notieren die Platzrichter nach jedem Kampf, ob gewonnen, verloren oder «gestellt», also unentschieden. Zudem eine nach eigenem Ermessen vergebene Punktzahl zwischen 8 und 10 Punkten.

Paare zuteilen

«Zieht die Hosen richtig an und klopft als Sieger dem andern das Sägemehl richtig vom Rücken», begrüsst Niklaus Meier alle Wettkämpfer. Er separiert für die Einteilung zum ersten Gang die Jahrgänge, sammelt das Notenblatt ein und führt mit geübtem Auge je zwei Jungschwinger von etwa gleicher Grösse und Statur zusammen. Diese geben sich die Hand und verlassen das Rund, sie freuen sich auf den ersten Kampf. Das Bilden der Paare wiederholt sich, bis alle ihren ersten Partner haben, und ist in den andern Alterskategorien gleich.

Nach dem ersten Gang treffen die Notenblätter im Zimmer des Kampfgerichts ein. Niklaus Meier und seine beiden Gremiumskollegen legen sie nach Punktzahlen und Kategorien aus. Jetzt folgt ein Prozedere, das nur versteht, wer selbst Schwinger ist und möglichst jeden Schwinger auch noch persönlich kennt. Die Gewinner und jene mit hohen Punktzahlen werden für den nächsten Gang gepaart, die Verlierer und niedrig Bewerteten ebenso. Aber derart, dass nicht solche des gleichen Klubs, dafür möglichst solche von gleicher Statur und Grösse gegeneinander antreten. Bei den Älteren kommt auch die Wettkampferfahrung ins Spiel. In den weiteren Gängen schaut man zudem drauf, dass ein Schwinger möglichst jedes Mal neue Gegner bekommt.

Eine harmonische Sache

Beim Nachwuchs ist die Einteilung der Wettkampfpaare eine relativ harmonische Sache. Die Fairness und die Entwicklung des einzelnen Schwingers stehen im Zentrum. Deshalb ist man sich praktisch immer einig und berücksichtigt ausgewogen die genannten Kriterien. Bei den Grossen sei das anders – vor allem an wichtigen Schwingfesten. Da versuchen in den Kampfgerichten die jeweiligen Vertreter vor allem eines: Mit Taktik und viel Durchsetzungsvermögen die Teilnehmer aus den eigenen Reihen durch eine gute Einteilung vorteilhaft zum Kranzgewinn führen. «Bei den Grossen geht es da eher lauter zu und her als hier bei den Jungen», erklärt Niklaus Meier.