Endingen
Hier entsteht eine Sonnenterrasse für Pinot noir, Gamaret und Mara

Hoch oben über Endingen und an bester Südlage – auf dem Rebberg im Hörnlibuck entstehen zurzeit Terrassen, auf denen ab Ende April die ersten Rebstöcke gepflanzt werden.

Manuel Bühlmann
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Dort wo Lukas Baumgartner (links) und Hans Weibel stehen, wachsen ab Frühjahr auf den Terrassen im Hörnlibuck die ersten Rebstöcke. Mbü

Dort wo Lukas Baumgartner (links) und Hans Weibel stehen, wachsen ab Frühjahr auf den Terrassen im Hörnlibuck die ersten Rebstöcke. Mbü

Hoch oben über Endingen, in bester Südlage, entstehen dieser Tage gegen 18 Terrassen. Der Bagger schüttet die Erde auf dem Hörnlibuck allerdings nicht für sonnenhungrige Menschen auf , sondern für Reben. Ende April sollen dort die ersten Blauburgunderreben gesetzt werden. Pinot noir – oder eben Blauburgunder – wächst schon seit Jahren im Endinger Weinbaugebiet, das Hans Weibel gehört. Neu kommen zwei Sorten hinzu: Gamaret und Mara heissen sie. «Diese drei Sorten werden zu einem Rotwein gemischt, der schwerer und kräftiger als der bisherige sein wird», sagt Lukas Baumgartner, der den Rebberg im Auftrag des Besitzers bewirtschaftet. Der lehm- und tonhaltige Boden sei für Rotwein besonders gut geeignet.

Vier Jahre gedulden

Bis allerdings die Arbeit ihre ersten Früchte trägt, braucht es viel Geduld. Frühestens in vier Jahren rechnet Lukas Baumgartner mit der ersten Ernte. Darin liegt auch der Grund, warum der Rebberg in zwei Etappen terrassiert wird: Erst wenn auf den ersten 3000 Quadratmetern die ersten Trauben reif sind, wird die gleich grosse zweite Hälfte ebenfalls terrassiert. Die Abstufung des steilen Geländes dient in erster Linie der Sicherheit sowie der einfacheren Pflege und Ernte der Reben. «Dank den Terrassen kann der Kleintraktor wie auf einer Passstrasse die Rebstöcke hoch fahren», sagt Baumgartner. Dies erleichtere die Arbeit, etwa beim Spritzen, Mähen oder Ernten – «auch wenn der Hauptteil immer noch Handarbeit ist». Allerdings hat die neue Anbauform neben den Kosten von rund 50000 Franken, die bis zur ersten Ernte für Arbeit, Material und Terrassierung anfallen, einen weiteren Nachteil. Da der Abstand zwischen den Rebstöcken grösser ist, fällt die Ernte um rund einen Drittel kleiner aus. Bis anhin brachte das gesamte Gebiet jedes Jahr zwischen 3000 und 3500 Liter des «Hörnlibuck»-Weins hervor.

Zehntwein für Chorherren

Der Weinbau hat auf dem Hörnlibuck lange Tradition. Bereits Ende des 18. Jahrhunderts wuchsen am Hang ob Endingen Reben – bis 1820 entstand daraus der Zehntwein für das Chorherrenstift Zurzach. Hans Weibel möchte die Tradition fortführen, die sein Bruder in den 1960er-Jahren wieder aufgenommen hat. Eines Tages sollen die Söhne in seine Fussstapfen treten.