Zurzach
Heisses und Kaltes von den Ständen

Bezaubernder, glitzernder, duftender Weihnachtsmarkt mit vielen Extras. «Wer da nix findet, der will gar nix verschenken», sagt die ältere Marktbesucherin von ennet dem Rhein zu ihrem Mann.

Silvan Merki
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11 Bilder
Impressionen vom Weihnachtsmarkt in Zurzach

Dick eingepackt gegen die Samstagmorgen-Kälte sind beide: sie mit breitem Stirnband, er mit wärmender Strickmütze. Sie hat Modeschmuck ins Visier genommen und will ihren Gatten dorthin lenken. Er blickt «der Nase nach» in Richtung der aufgereihten Metzgerei-Arnold-Grills. Dort hat man alle Grillzangen voll zu tun. Jede Wurst soll richtig gebräunt auf dem Brot, im Papiersack und schliesslich im Magen des Hungrigen landen.

Sinnliche, wohlriechende Flammen

Die Vielfalt der Angebote an mehr als 70 Ständen ist eindrücklich. Wer Kerzen sucht, hat wohl die grösste Qual der Wahl. Vom Mini-Schwimmliechtli bis zum mehrere Kilo schweren Standmodell ist alles in allen Formen und Farben zu haben. Blau und violett dominieren, die Farbpalette ist aber komplett vertreten. Die Kerzengiesser und Kerzenzieherinnen haben ihre Werke mit Glitzer und Glitter sowie verspielten Ornamenten verschönert.

Oder mit betören-den Duftessenzen versetzt. Fragt man, ob die Geschäfte laufen, meinen sie, ein oder zwei Stück hätten sie schon abgesetzt. Es gehe ihnen nicht um den Umsatz. Holen sie an einem Weihnachtsmarkt-Wochenende die Standgebühr heraus, ist das den meisten Lohn genug.

Wildes zu wilden Klängen

Um es als Verkäufer hinter dem Stand bei Temperaturen um den Nullpunkt auszuhalten, bringt man kleine Gasöfeli mit und lässt sie von Zeit zu Zeit ein wenig Wärme an die Beine abgeben. Schliesslich dauert die Präsenz vieler ganze elf Stunden.

Oder man löst sich in Schichten ab. Glück hat auf Verkäuferseite, wer heisses Essen anbietet. Der steht hinter den Grills wie die Metzger, hinter einem Marronikessel wie die Se Barzlis, hinter einer Friteuse für Felchenfiles respektive Berliner wie Pontoniere und die Confiserien oder auch am dampfenden Kochtopf für Brühwürste.

Ein Geheimtipp sind auf dem Amtshausplatz die Wilddelikatessen der Jagdgesellschaften Laubberg und Tegerfelden. Ab und zu kann man seine Wildschwein-Wurst zu den Klängen der Jagdhornbläser verzehren.

Waghalsige Sprünge sehen

Selber machen, etwas sehen und erleben, also viele Extras, sind ebenso angesagt. Am meisten Action bietet Becksport, dessen Mitarbeiter tonnenweise Schnee zusammenkarrt und eine Piste gebaut haben. Sie wird von jungen Bobfahrern genutzt und von Zeit zu Zeit zeigen die Wintersportler ihre Tricks auf dem Brett.

Ruhiger gehts beim Kerzenziehen, im Märchenzelt und im kleinen Streichelzoo des Tierparks beim Verenamünster zu und her. Dort lassen sich die putzigen Zwerggeissen von vielen kleinen Streichlern überhaupt nicht vom Tannenzweig-Fressen abbringen.

Ab und zu heben sie den Kopf und meckern. «Schau, wie leise die reklamieren können», sagt der Deutsche mit der Arnold-Bratwurst in der Hand zur Frau. Die Gattin hat sich an seinem Arm eingehängt, an ihrem baumelt die Tasche einer Zurzacher Schmuck-Boutique.

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