Endingen
Heidy und Josef Keller haben fünf Schützenvereinen gedient

Heidy und Josef Keller, Pächter der Schützenstube der Regionalen Schiessanlage Homrig, sind zurückgetreten. Unter anderem das Rauchverbort erschwerte ihre Arbeit. Die Kundschaft blieb weniger lang und das hat sich bei den Einnahmen ausgewirkt.

Delia Strebel
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Während Heidy Keller Kaffee zubereitet, beginnt ihr Mann Josef zu erzählen. Viereinhalb Jahre seien sie Pächter der Schützenstube gewesen, sagt er. Seine Frau, die sich inzwischen neben ihn gesetzt hat, fährt fort: «Eine Bekannte hat die Schützenstube zuvor geführt. Zuerst haben wir ihr ein halbes Jahr lang ausgeholfen. Als sie dann aufgehört hat, haben wir die Arbeit übernommen.»
Mit der Übernahme der «Schützenstube» sei ein Traum für sie in Erfüllung gegangen, sagen die Kellers. Vor allem für die pensionierte Filialleiterin eines Elektrogeschäftes: «Ich wollte die Wirteprüfung machen, musste diese Pläne dann aber wegen Familienzuwachses verwerfen.» Für das Ehepaar, das vor acht Jahren frisch nach Josef Kellers Pensionierung hergezogen war, war es eine gute Gelegenheit, neue Leute kennen zu lernen. Jeden Mittwochabend und sporadisch an Wochenenden verpflegte das Ehepaar fünf Schützenvereine aus der Umgebung. Doch die Arbeit bezog sich nicht nur auf diese Tage. «Man muss vorher alles durchplanen und einkaufen gehen und danach wieder aufräumen und putzen», erklärt Heidy Keller. Dies sei sehr anstrengend gewesen.
Rauchverbot erschwerte Arbeit
Mit dem Rauchverbot ist die Arbeit noch schwieriger geworden. «Die Schützen sind statt um zwölf schon um neun nach Hause gegangen. Sie wollten nicht nach draussen gehen, um zu rauchen», erklären die beiden. Dies habe die Einnahmen zurückgehen lassen. Dennoch hätten sie immer Freude an ihrer Arbeit gehabt.
Vertrag nicht verlängert

Aus Alters- und gesundheitlichen Gründen hat das Ehepaar, das seit bald 50 Jahren verheiratet ist, den Vertrag im letzten Juni nicht mehr verlängert. Traurig sind die beiden jedoch nicht, da sie sich darauf vorbereitet haben. «Vier Jahre sind genug. Wir haben es sehr gerne gemacht, aber es ist eine anstrengende Aufgabe. Und Hilfe von aussen haben wir leider zu wenig bekommen», sagt Heidy Keller. Der Job sei eher etwas für ein junges Paar. Dennoch blicken die beiden gerne zurück. Wenn sie von Anlässen wie dem Würenlinger Chlausschiessen erzählen, bei dem jeder Schütze vom Chlaus gescholten wurde und am Ende jeder - auch das Pächterpaar - ein Chlaussäckli erhielt, leuchten ihre Augen.
Pläne für die Zukunft haben Heidy und Josef Keller. Sie wollen reisen gehen, vor allem nach Skandinavien und ins Südtirol, mehr Zeit mit ihren Enkeln verbringen und ihren Hobbys, dem Fischen, dem Schiessen im Pistolenclub und der Tätigkeit im Landfrauenvorstand intensiver nachgehen.
Ein Nachfolger ist laut Konrad Keller von der Betriebskommission der Schiessanlage noch nicht gefunden.