Tegerfelden
Hanfpflanzen in Maisfeld angebaut, der Bauer will von nichts wissen

Grenzwächter entdecken bei einem Helikopterflug in einem Maisfeld Hanfstauden. Es kommt zur Hausdurchsuchung. Der betroffene Bauer will mit den Stauden aber nichts zu tun haben. Die Staatsanwaltschaft hat eine Strafuntersuchung eröffnet.

Pirmin Kramer
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Hanfstauden mitten in einem Maisfeld.

Hanfstauden mitten in einem Maisfeld.

Keystone

Es war halb acht Uhr und der Landwirt sass gerade beim Frühstück, als drei Autos vorfuhren. Es klingelte, der Bauer öffnete die Haustür – vor ihm standen bewaffnete Kantonspolizisten. «Nein, ich bin nicht erschrocken», sagt der Bauer, «denn ich habe nichts Falsches getan.»

Die Kantonspolizisten waren gekommen, um das Bauernhaus zu durchsuchen: Sie suchten Hanf. «Ich habe den Beamten freiwillig jede Ecke des Hauses gezeigt, ich habe nichts zu verbergen, und sowieso raucht bei uns niemand», erzählt der Bauer.

Der Grund für die Hausdurchsuchung, die vor wenigen Wochen stattfand: In einem Maisfeld des Bauern auf der Ruckfeldebene waren Hanfpflanzen entdeckt worden. Er habe davon nichts gewusst, sagt der Bauer. Die mehrere Quadratmeter grosse Fläche stand gut versteckt mitten im hohen Maisfeld. Entdeckt worden seien die Hanfpflanzen bei einem Helikopterflug, erklärten ihm die Beamten.

Ähnlicher Fall in Andelfingen ZH

Fabienne Wyss, stellvertretende Infobeauftragte beim Grenzwachtkommando I in Basel, bestätigt Recherchen der Aargauer Zeitung: «Bei einem Grenzüberwachungsflug mit einem Helikopter haben Grenzwächter auffällige Streifen im Maisfeld entdeckt.» Der Fall wurde der Kantonspolizei Aargau übergeben – die Streifen stellten sich als Hanfpflanzen heraus.

Barbara Breitschmid von der Kantonspolizei Aargau erklärt: «Die Polizei hat den Hanf abgeschnitten und entsorgt und eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Weitere polizeiliche Abklärungen sind im Gang.» Über die angebaute Hanfmenge macht sie keine Angaben.

Im Bezirk Andelfingen (ZH) wurde erst kürzlich ein fast identischer Fall aufgedeckt. Polizisten hatten aus einem Helikopter ein undefinierbares Gewächs entdeckt. Bei der anschliessenden Hausdurchsuchung beim Landbesitzer fanden die Beamten im Keller eine Hanfindoor-Anlage.

Nun muss sich der Bauer vor der Staatsanwaltschaft verantworten. Der Landwirt aus Tegerfelden sagt, er sei sich keiner Schuld bewusst. «Für mich ist der Fall erledigt.»

Nicht so für die Behörden. Die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach habe eine Strafuntersuchung eröffnet, sagt Barbara Breitschmid von der Kantonspolizei. Zu Personen machte sie keine Angaben.