Handball
«Es kommt zu personellen Wechseln»: Endingens Sportchef hält nach dem Abstieg am grossen Ziel fest

Nach dem Abstieg kommt der Neuanfang als «Handball Endingen»: Verwaltungsratspräsident und Sportchef Roger Küng erklärt, wie viel Surbtal in den Endinger Handballern nach dem Neuanfang stecken wird.

Stefanie Garcia Lainez
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Trotz grossem Einsatz stieg der TV Endingen ab. Im Bild: Joel Huesmann (links, TV Endingen) gegen Jakub Szymanski (Mitte) und Albin Alili (rechts, beide GC Amititia Zürich).

Trotz grossem Einsatz stieg der TV Endingen ab. Im Bild: Joel Huesmann (links, TV Endingen) gegen Jakub Szymanski (Mitte) und Albin Alili (rechts, beide GC Amititia Zürich).

Alexander Wagner

Seit vergangenem Samstag ist klar: Der TV Endingen steigt in die Nationalliga B ab. Kommende Saison starten die Surbtaler Handballer neu – in vielerlei Hinsicht: Für die notwendige Professionalisierung lösen sich die Handballer vom Turnverein ab und organisieren sich neu als Aktiengesellschaft; kommenden Herbst startet die Mannschaft «Handball Endingen» in der zweithöchsten Spielklasse. Roger Küng, Verwaltungsratspräsident der neu gegründeten Handball Aargau Ost AG, erklärt, weshalb die Endinger Spitzensportler trotz Neuorganisation eng mit dem Surbtal verbunden bleiben.

Vergangenen Samstag ist der TV Endingen aus der Nationalliga A abgestiegen. Nicht überraschend – war die Enttäuschung dennoch gross?

Handball: Verwaltungsratspräsident der Handball Aargau Ost AG.

Handball: Verwaltungsratspräsident der Handball Aargau Ost AG.

zvg

Roger Küng: Wenn der Abstieg definitiv feststeht, fliessen immer die einen oder anderen Tränen. Wir sind aber alles Sportler – am nächsten Tag haben wir uns mit der Situation abgefunden. Und jetzt machen wir ohnehin eine neue Schublade auf.

Losgelöst vom Turnverein startet «Handball Endingen» kommende Saison mit einem grösseren Budget in der zweithöchsten Liga. Geht durch diese Trennung und Professionalisierung ein Teil der Identität als sympathischer Dorfklub verloren?

Überhaupt nicht. Wir möchten sogar noch enger mit der Region verwurzelt sein. Bisher haben wir junge Nachwuchsspieler gefördert und entwickelt. Diese sind dann aber oft als Spitzenspieler zu anderen Klubs weitergezogen.

So wie Abwehrspezialist Simon Huwyler?

Genau. Er wurde beim TV Endingen gross, wechselte dann aber zu Wacker Thun, bis er im vergangenen Jahr wieder in unsere Nati-A-Mannschaft zurückkehrte. In Zukunft möchten wir die entsprechenden, professionellen Strukturen bieten, dass Spieler wie er auch nach dem Wechsel in den Spitzensport bei uns bleiben. Das ist eine unserer Strategien. Dafür arbeiten wir eng mit dem TV Endingen zusammen.

Welche Strategien verfolgt Handball Endingen noch?

Wir wollen junge Spieler nicht nur bei uns behalten, sondern ehemalige Spieler aus der Region wieder zurückholen. So wie Goalie Dario Ferrante, der auf die kommende Saison vom HSC Suhr Aarau zu uns zurückkehrt. Ausserdem möchten wir hoffnungsvollen Spielern aus der ganzen Schweiz eine Plattform bieten, die heute bei anderen Klubs kaum Spielzeit erhalten. Sie sollen sich bei uns weiter entwickeln können – und bleiben wollen.

Trotzdem: Handball Endingen setzt sich hohe Ziele und möchte dereinst als einer der besten sechs Mannschaften in der obersten Liga spielen. Dazu braucht es auch Profispieler, die oft aus dem Ausland stammen.

Natürlich. Es braucht ein Zusammenspiel zwischen regionalen und nationalen Nachwuchsspielern sowie ausländischen Profis. Die Junioren des TV Endingen werden weiterhin Priorität haben. Wir werden sie aber nicht mehr auf biegen und brechen in unsere oberste Mannschaft integrieren, sondern noch besser abwägen, ob sie wirklich das gewünschte Niveau haben und bereit sind, die nötige Zeit zu investieren.

Kommt es nun zur grossen Personalrochade auf kommende Saison?

Es gibt sicher einige Personalwechsel, beispielsweise in der Organisation. Auch unter den Spielern wird es zum einen oder anderen Abgang kommen. Diese werden in den nächsten Tagen kommuniziert. Andere übernehmen wiederum eine neue Rolle in der Mannschaft. Besonders erfreulich ist, dass alle Spieler, die für die Nati A unterschrieben haben, trotz Abstieg bleiben. Denn sie sind von unserem Weg überzeugt. Auch sind unter den neuen Spielern einige aus der Region. Wir sind also auch in der kommenden Saison keine fremde Mannschaft.

Bis jetzt war es David gegen Goliath: Stieg der TV Endingen auf, dann war man im Surbtal stolz auf den sympathischen Dorfverein. Auch der Abstieg verzieh man dem kleinen Klub. In Zukunft sind die Ambitionen grösser. Steigt dadurch der Druck?

Ganz klar. In der Nati A gibt es Klubs, bei denen bei einem Abstieg alles zusammenfallen würde. Uns hingegen halten alle Sponsoren auch weiterhin die Treue. Das ist für uns ein grosser Vorteil und dafür sind wir sehr dankbar.

Der TV Endingen hat eine grosse Fangemeinschaft. Wird diese die Neuorganisation mittragen?

Bis jetzt spüren wir einen grossen Rückhalt. Rund drei Monate nach der Gründung sind schon fast 80 Prozent der 1000 erhältlichen Aktien vergeben. Wir hoffen nun noch die restlichen 200 Aktien schon bald über unsere Webseite zu verkaufen.

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