Bad Zurzach
Grundgebühren fürs Wasser gaben am Infoabend zu reden

Der Gemeinderat hat über die Traktanden der Gmeind orientiert – und kündigt für den 1. August hohen Besuch an.

Nadja Rohner
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Eine mögliche Grundgebühr für Wasser und Abwasser fand bei der Informationsveranstaltung zur Gemeindeversammlung wenig Anklang.

Eine mögliche Grundgebühr für Wasser und Abwasser fand bei der Informationsveranstaltung zur Gemeindeversammlung wenig Anklang.

Aargauer Zeitung

Ob es am schönen Vorsommerabend lag oder an einem breiten Einverständnis mit der Politik des Gemeinderates sei dahingestellt. Jedenfalls konnte Gemeindeammann Reto S. Fuchs bloss rund ein knappes halbes Hundert Interessierter zum Informationsabend über einige Traktanden der Gemeindeversammlung vom 18. Juni begrüssen.

Seine Ausführungen zum Stand der Gemeindeentwicklung und zu den Finanzen wurden offensichtlich mit Wohlgefallen aufgenommen. Immerhin präsentierte sich die finanzielle Situation von Bad Zurzach Ende 2014 wesentlich besser als im Finanzplan prognostiziert.

«Man sollte sich aber nicht täuschen lassen», gab der Gemeindeammann zu bedenken. Das Bild werde durch buchhalterische Massnahmen und durch einmalige Erträge an Sondersteuern beeinflusst.

Grundsatzfrage Grundgebühr

Für Diskussionsstoff sorgte die Anpassung des Wasser- und des Abwasserreglements und dabei insbesondere die geplante Einführung von Grundgebühren.

«Wasser ist neben guter Luft unser höchstes Gut», betonte Vizeammann Meinrad Moser. «Daher ist es wichtig, in die Zukunft zu schauen und Werterhaltung zu betreiben.»

Werterhaltung aber kostet. Immerhin stehen, so Meinrad Moser, in den kommenden 20 Jahren bei der Wasserversorgung Investitionen von rund 13,5 Millionen und beim Abwasser von rund 8,325 Millionen Franken an.

Um den jährlichen Fehlbetrag in der Wasserrechnung von heute rund 100 000 Franken decken zu können schlägt der Gemeinderat die Einführung einer jährlichen Grundgebühr von 80 Franken pro Wasseruhr vor.

Zudem soll die Anschlussgebühr für Neubauten von heute 15 Franken pro Quadratmeter Geschossfläche auf 25 Franken erhöht werden. Unverändert bei 80 Rappen belassen bleiben soll dagegen die Verbrauchsgebühr pro Kubikmeter Frischwasser.

Beim Abwasser – jährlicher Fehlbetrag rund 400 000 Franken – soll eine Grundgebühr von 100 Franken pro Wasserzähler eingeführt und zudem die Verbrauchsgebühr von 2,50 Franken pro Kubikmeter bezogenes Frischwasser auf 3.20 Franken erhöht werden.

Die Grundgebühren schienen nicht überall auf Begeisterung zu stossen. Neben einem grundsätzlichen Einwand – «bei den Steuern sind wir schon relativ hoch, mit den neuen Gebühren ist Bad Zurzach nicht mehr attraktiv» – wurde argumentiert: «Es soll bezahlen, wer verbraucht. Es braucht keine Grundgebühren. Man muss die Anreize so setzen, dass gespart wird. Man muss die Verbrauchsgebühr erhöhen.» Dem hielten aber Moser und Fuchs die Problematik der Fixkosten der Infrastruktur entgegen.

Mehr Kompetenz für Gemeinderat

Gemeinderätin Karin Fischer, Gemeinderat Peter Lude und Schulpflegepräsidentin Riccarda Möller sowie Gemeindeammann Fuchs zeigten die Hintergründe der geplanten Anpassungen der Gemeindeordnung auf.

Demnach soll künftig auch in Bad Zurzach der Gemeinderat für die Zusicherung des Gemeindebürgerrechts zuständig sein. Die Zahl der Mitglieder der Schulpflege soll auf drei reduziert werden. Und die Kompetenzsumme des Gemeinderates für Landgeschäfte soll von 800 000 auf eine Million Franken erhöht werden.

Gemeindeversammlung:
Donnerstag, 18. Juni, 19.30 Uhr, Gemeindezentrum Langwies