Endingen
Gross und Klein weiht in Endingen den neuen Kindergarten ein

Der neue Kindergarten ist nach rund einem Jahr Bauzeit eröffnet worden – heute startet der Unterricht. Drei Kindergartenabteilungen sowie eine Primarklasse werden im neuen Gebäude unterrichtet.

Salomé Meier
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Der neue Kindergarten in Endingen. Auch die Erstklässler werden in den neuen Räumen unterrichtet.

Der neue Kindergarten in Endingen. Auch die Erstklässler werden in den neuen Räumen unterrichtet.

msa

Heute ist kein Montag wie jeder anderer für Endinger Kinder: Drei Kindergartenabteilungen sowie eine Primarklasse werden im neuen Gebäude unterrichtet. Voller Stolz und Freude ob dem gelungenen Bauprojekt feierte die Gemeinde am Samstag die Einweihung des Neubaus. Bevölkerung, Eltern, Architekten, Lehrerinnen und Lehrer, Behördenmitglieder und Schulleitung liessen sich trotz kalter Temperaturen und erstem Schneenieselregen nicht von einer harmonischen Eröffnungsfeier abhalten.

Intensive Bauzeit

Über ein Jahr lang wurde intensiv gearbeitet. Arbeiter verbauten 80 Bäume, 1500 Tonnen Beton, 280 Quadratmeter Fenster, 10000 Meter Kabel und 3000 Meter Bodenheizungsrohre. Das Viermillionenprojekt «la ficelle» kann sich nun mehr als sehen lassen: Entstanden ist ein wunderbar modernes und freundlich anheimelndes zweites Zuhause für die Kindergärtler und Erstklässler. «La ficelle» steht stellvertretend einerseits für die Struktur und die Aneinandergliederung der Schulgebäude und andererseits für den Strang, an dem alle miteinander gezogen haben, um dieses Projekt zu realisieren.

In seiner Ansprache entschuldigte sich Gemeindeammann Lukas Keller ganz aufrichtig bei den Kindern, dass sie nicht gefragt wurden, wie sie sich ihren neuen Schulraum eigentlich wünschten.

«Ich war elf Jahre alt, als der Kindergarten gebaut wurde, der heute schon 40 Jahre besteht. Ich habe in den Ferien mitgeholfen, den Kindergarten zu bauen. Und schon damals habe ich studiert, warum die Erwachsenen nicht den Rat der Kinder einholen, wenn sie etwas für die Kinder bauen. Ich weiss noch genau, was ich gebaut hätte. Nein, ich muss es anders sagen, das Haus war mir nicht so wichtig, aber ich wusste, was es darin haben musste: Eine Autorennbahn, einen Fernseher, einen Kassettenrecorder, Revolver und Gewehr zum Gängsterlis-Spielen. Und eigentlich hätte ich die Bäckerei im Dorf am liebsten gleich im Kindergarten gehabt», sagte Gemeindeammann Lukas Keller.

Als Wiedergutmachung schenkte er jeder der vier neuen Abteilungen, die zukünftig im Neubau Unterricht haben werden, ein Geschenk im Wert von je 500 Franken, das sie ganz alleine aussuchen dürfen. «Ihr müsst mir versprechen, dass in 40 Jahren, wenn wieder ein neuer Kindergarten gebaut wird, nicht der gleiche Fehler gemacht wird.»

Schule ist fit für neue Strukturen

Nach Gesang der Kinder, Ansprachen von Gemeindeammann und Architekten (Sacha Fahrni und Hansjürg Etter) und offizieller Schlüsselübergabe durch Lukas Keller an Schulpflege-Präsidentin Lydia Spuler sowie Schulleiterin Brigitte Lehner fand dann ein offener Rundgang durch das Gebäude statt, danach gab es einen Apéro.

Im Schuljahr 2014/2015 werden die neuen Schulstrukturen – sechs Jahre Primarschule und drei Jahre Oberstufe – umgesetzt, und Endingen ist dafür bereit: Die Schulraumbedürfnisse sind optimal abgedeckt, die vorhandenen Landressourcen wurden berücksichtigt und die architektonische Qualität ist hoch.