Zurzibiet
Graffitiwand, Selecta-Automat: Die Jugendlichen stossen mit ihren Anliegen auf offene Ohren

Das Zurzibieter «Engage»-Projekt ist einen Schritt weiter. Drei Ideen, die Jugendliche eingereicht haben, schaffen es in die nächste Runde. Zusammen mit den Gemeindevertretern arbeiten die Jugendlichen nun an der Umsetzung ihrer Ideen.

Cristina Wenzinger
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Die Jugendlichen stellen ihre Ideen den Gemeindevertretern vor.

Die Jugendlichen stellen ihre Ideen den Gemeindevertretern vor.

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Vor drei Monaten starteten die Gemeinden Endingen, Freienwil, Lengnau, Tegerfelden und Würenlingen zusammen das Projekt «engage.ch». Bereits arbeiten die Gemeindevertreter mit den Jugendlichen an der Verwirklichung der ersten Ideen: eine Graffitiwand und ein Selecta-Automat in Tegerfelden. Mit dem Projekt fördert der Dachverband Schweizer Jugendparlamente (DSJ) das politische Engagement von Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Engage.ch bietet den Jugendlichen der Gemeinde ein politisches Sprachrohr. Junge Erwachsene zwischen 12 und 25 Jahren konnten sich an dem Projekt beteiligen, indem sie ihre Anliegen und Ideen an die Gemeinde auf der Website engage.ch einreichten.

Das Projekt setzt auf lokaler Ebene an. Es sollten also Fragen beantwortet werden wie: Was möchten die Jugendlichen in ihrem Lebensumfeld verändern? Was fehlt ihnen in der Wohngemeinde? Was stört sie vielleicht?

«Es ist eine gute Möglichkeit für Jugendliche, damit sie ihre Meinung oder Anliegen kundtun können», sagt Saskia Schneider aus der Jugendkommission Würenlingen. «Ich glaube, das Projekt nimmt den Jugendlichen die Hemmungen, zu sagen, was sie an ihrer Gemeinde stört oder fehlt.»

Und der Tegerfelder Vizeammann Pascal Zöbel, unter anderem zuständig für das Ressort Jugend, ergänzt: «Vor zwei Jahren haben wir in Tegerfelden unser Leitkonzept überarbeitet. Diese überarbeitete Version besagt unter anderem, dass man die Jugend mehr mitwirken lassen soll.» Wünsche der Jugendlichen sollten so mehr in politische Entscheide miteinbezogen werden. «Dafür ist das Engage-Projekt eine super Möglichkeit», sagt Pascal Zöbel.

Bis zum 6. Dezember konnten die Jugendlichen also ihre Ideen und Anliegen an die Gemeinde einreichen. Am 15. Dezember fand der sogenannter Engage-Event statt. Über die Onlineplattform Zoom wurden an diesem Tag die eingereichten Anliegen vorgestellt und zusammen mit den Gemeindevertretern diskutiert.

Über Zoom fand der Engage-Event statt, an dem Projekte zur Weiterverfolgung ausgewählt wurden.

Über Zoom fand der Engage-Event statt, an dem Projekte zur Weiterverfolgung ausgewählt wurden.

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Drei Ideen schafften den Schritt zur Planung

«Wir haben zwei Gruppen gebildet: die Freizeitangebot-Gruppe und die ÖV-Gruppe», sagt Saskia Schneider. In diesen Gruppen habe man dann diskutiert, welche Ideen weiterverfolgt werden.

Die ÖV-Gruppe kam zum Schluss, dass sie die Anliegen lieber an die Gemeinde weitergeben wollen. Die Freizeitangebot-Gruppe hingegen einigte sich auf zwei Projekte, die weiterverfolgt werden: eine Graffitiwand und ein «Platz zum Chillen». Die Endinger Frau Vizeammannn Rebecca Spirig und der Tegerfelder Ammann Pascal Zöbel nahmen sich jeweils einer dieser beiden Ideen an. In Projektgruppen mit Jugendlichen soll als nächster Schritt entschieden werden, wie und wo die Ideen umgesetzt werden.

Pascal Zöbel kümmert sich um das Projekt Graffitiwand. «Es soll ein Ort sein, wo sich die Jugendlichen kreativ verwirklichen können», sagt er. Bis jetzt stehe lediglich der Wunsch. Jetzt gehe es darum, in einer Arbeitsgruppe mit den Jugendlichen zu schauen, was tatsächlich machbar sei.

Nebst diesen beiden Projekten, die nun in der Planungsphase sind, gibt es ein Projekt, das diese Phase überspringen konnte: ein Selecta-Automat für Tegerfelden. Eine Jugendliche reichte die Idee ein und kurz darauf wurde auch schon ein Baugesuch eingeholt. «Hierbei handelt es sich um einen glücklichen Zufall», sagt Pascal Zöbel.