Klingnau
Goldfund sorgt an Gmeind für Gesprächsstoff: «Finderlohn soll verdoppelt werden»

Was soll Klingnau mit dem Goldfund anstellen, sollte er in vier Wochen tatsächlich zum Eigentum der Gemeinde werden?

Philipp Zimmermann
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Goldfund von Klingnau
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Dieses Bild von den Goldbarren veröffentlichte die Kantonspolizei, als der Fund im Juli 2013 publik wurde.
Hinter dem Strauch links vom Kandelaber lagen die Goldbarren in einem Plastiksack, als die beiden Gemeindemitarbeiter sie fanden.
Der Fundort liegt am Friedhofweg, doch der Friedhof befindet sich 300 Meter weit entfernt.
Der Fundort befindet sich am Friedhofweg. Dieser führt bei der Unterführung vorne links zum damaligen Standort der Poststelle (die später aufgehoben wurde), rechts zum Friedhof.
Hinter diesem Strauch lag der Plastiksack mit dem Gold – wie lange, ist unklar.
In dieser Kuhle lag der Plastiksack mit den in Seidenpapier verpackten Goldbarren.
So sieht es beim Fundort nachts aus.
Rot markiert (Bildmitte) der Lichtmast beim Fundort. Der Fundort liegt neben der Umfahrungsstrasse, die am Klingnauer Städtchen vorbeiführt. Der Grenzübergang Koblenz-Waldshut ist nur 4,5 Kilometer entfernt.

Goldfund von Klingnau

Philipp Zimmermann/Kapo AG

Am 28. Juni 2017 sind genau 5 Jahren seit dem spektakulären Goldfund von Klingnau vergangen. Meldet sich der Eigentümer bis dann nicht, gehören die 2,6 Kilogramm Goldbarren der Gemeinde. Das ergaben juristische Abklärungen.

Am Donnerstag kam es an der Gemeindeversammlung zu einem bemerkenswerten Votum: Ein Bürger bat denGemeinderat, «den Finderlohn von 10 auf wenigstens 20 Prozent zu erhöhen». Dies weil der Goldfund sowie die Ehrlichkeit des Bauamtsleiters und des Lehrlings, die den Fund sogleich der Polizei meldeten, weltweit für viele positive Schlagzeilen sorgten. «Eine solche Image-Kampagne könnte Klingnau nie zahlen.»

Das Votum traf einen Nerv: Die Gmeind spendete einen kräftigen Applaus. «Der Gemeinderat wird sich der Frage, wie ein allfälliger Erlös sinnvoll verwendet werden könnte, an seiner Klausur im Sommer annehmen», sagt Ammann Oliver Brun zur az. Vor dem Ablauf der Frist wolle er aber nicht über einen möglichen Verwendungszweck spekulieren - und sich deshalb auch nicht über die vorgeschlagene Verdoppelung des Finderlohns äussern.

Die Goldbarren haben einen Wert von zirka 100’000 Franken. Der Erlös würde durch die Kosten für die juristischen Abklärungen sowie die Banktresormiete nur geringfügig geschmälert, sagt Brun. Der Bauamtsleiter, der auch an der Gemeindeversammlung anwesend war, wolle sich zum Thema nicht äussern, wie er der az sagte. Sein damaliger Lehrling ist seit mehreren Jahren nicht mehr bei der Gemeinde Klingnau angestellt.

Wem der oder gar die rechtmässigen Eigentümer der Goldbarren sind, ist nach wie vor mysteriös. Bekannt ist einzig, dass es der Staatsanwaltschaft bei der kriminaltechnischen Untersuchung des Fundes gelang, einen Fingerabdruck einer Person zuzuordnen. Gegen diese Person, deren Fingerabdrücke schon in einer Datenbank registriert waren, wurde ein Strafverfahren eröffnet. Es wurde aber schliesslich ergebnislos eingestellt.

Mehr zu den Entscheiden der Gemeindeversammlung lesen Sie hier.

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