Siggenthal
«GoEasy»-Arena: Nun kontert der Pleite-Betreiber die Vorwürfe

Rainer Gilg scheiterte beim Versuch, mit dem Betrieb des "GoEasy"-Sportzentrums Geld zu verdienen. Er ist skeptisch, ob man mit der Halle Geld verdienen kann.

Pirmin Kramer
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GoEasy-Betreiber Rainer Gilg. (Montage)

GoEasy-Betreiber Rainer Gilg. (Montage)

Alexander Wagner/Keystone

Herr Gilg, Sie haben mit dem Betrieb von «Go Easy» monatlich rund 30'000 Franken Verlust gemacht, Ihre Firma BPM Sports Management GmbH ging Konkurs. Wie konnte es soweit kommen?

Rainer Gilg: Wir haben in der Vergangenheit schon ähnlich grosse Sportzentren mit Erfolg betrieben. Wir sind Profis und keine Anfänger, wie nun von manchen Leuten behauptet wird. Wir haben alles gegeben, Tag und Nacht gearbeitet. Leider stellten sich die Umsatzversprechungen des Vermieters teilweise als viel zu hoch heraus. Beim Bowlingcenter rechneten wir mit doppelt so viel Ertrag, auch gingen wir von deutlich höheren Werbeeinnahmen aus. Und Werbepartner zu akquirieren, braucht Zeit. Hinzu kommt: Viele Tarife waren fix definiert, wir hatten kaum Handlungsspielraum.

GoEasy-Besitzer Beat Anliker sagt, sie hätten deutlich zu viel Personal angestellt.

Als wir die Pacht der Anlage im Juli übernahmen, herrschte bei den wichtigsten Kunden Unzufriedenheit, weil die Betreuung nicht gut war. Details stimmten nicht: Den Kunden fehlte vor Ort ein Ansprechpartner und bei der Reservation gemachte Abmachungen wurden nicht umgesetzt. Wir mussten sofort mehr Personal anstellen.

Die GoEasy-Arena in Station Siggenthal: Hier trägt der TV Endingen seine Heimspiele aus.
12 Bilder
So sah das GoEasy noch wenige Wochen vor der Einweihung im Januar 2016 aus.
Am 23. Januar 2016 wurde die Halle eingeweiht: Das Derby zwischen dem TV Endingen und dem STV Baden wollten 1800 Zuschauer sehen.
Der Betreiber der GoEasy-Arena ist pleite, im Fitness-Raum wird aber weiterhin geschwitzt: Markus Schmid, Geschäftsführer von GoEasy-Fitness. Denn die Besitzerin der Arena, die GoEasy Freizeit & Event AG, ist laut Verwaltungsratspräsident Beat Anliker nicht in Bedrängnis. Sie hat den Betrieb von Halle, Bowlingbahn, Restaurant und Sporthotel wieder in die eigenen Hände genommen.
28. Dezember 2016: Bundesliga-Handball-Star Andy Schmid trainiert beim Sportheon-Handballcamp im GoEasy mit Jugendlichen und Kindern.
Im GoEasy tragen die Futsal-Spieler der Maniacs aus Wettingen Heimspiele aus.
Anfang September 2016 fand in der Halle die Futsal Trophy Switzerland statt.
Ende der Saison 2015/16 war das GoEasy bei zwei Nervenschlachten zwischen dem TV Endingen und dem HSC Suhr Aarau mit rund 2200 Zuschauern proppenvoll. Suhr Aarau gewann das zweite (Wiederholungs-)Spiel und stieg in die NLA auf.
Am 4. März 2016 wird der NAB-Sportler des Jahres 2015 in der GoEasy-Arena gekürt. Im Bild: Tennisprofi Amra Sadikovic mit Moderator Jann Billeter.
Eröffnet wurde das "GoEasy" am 19. September 2008. Schon damals gehörten die 12 Bowlingbahnen dazu.
Damals gehörte auch die Kartbahn zum GoEasy. Ihr Betrieb wurde nach einigen Jahren eingestellt und stattdessen zwei Dreifachhallen erstellt.
In der Kartbahn waren auch mehrere Formel-1-Fahrer zu Gast. Hier Nick Heidfeld Anfang September 2009.

Die GoEasy-Arena in Station Siggenthal: Hier trägt der TV Endingen seine Heimspiele aus.

foto-net / Alexander Wagner

Kann man mit dem Betrieb von GoEasy Geld verdienen?

Rein betriebswirtschaftlich bin ich skeptisch. Das wird nur gelingen, wenn man die Personalkosten tief halten kann, dann sinkt aber die Qualität und ich glaube nicht, dass ein solches Modell hier Erfolg hat. Von den Vereinen und dem Kanton kann man wohl nicht noch höhere Mieten verlangen, das Limit ist bald erreicht. Somit müssten für einen ertragsreichen Betrieb Zusatzeinnahmen generiert werden, für die es kein Personal braucht, also durch Werbung und Sponsoring.

Trauen Sie es Beat Anliker zu, die Gewinnzone zu erreichen?

Unsere Mietkosten betrugen 50'000 Franken im Monat, die fallen für ihn weg. Darum wird er zumindest kurzfristig sicher in die Gewinnzone kommen. Falls er es langfristig schafft, mit seinem Modell mit wenig Mitarbeitern Geld zu verdienen, dann werde ich ihm gratulieren. Aber es ist sicher keine einfache Aufgabe.

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