Vermisstenfall
Gina Hauenstein: Hier am Rhein in Dogern fand ein Spaziergänger den Knochen

Seit Donnerstag ist klar: Die Langzeitvermisste Gina Hauenstein ist seit Jahren tot. Laut der deutschen Polizei meldete ein Spaziergänger den Fund des Knochens im August 2013.

Philipp Zimmermann
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Vorne das Rheinkraftwerk Albbruck-Dogern: In der Nähe fand ein Spaziergänger im August 2013 den Knochen, der schliesslich Gina Hauenstein zugewiesen werden konnte. Hinten rechts das AKW Leibstadt.

Vorne das Rheinkraftwerk Albbruck-Dogern: In der Nähe fand ein Spaziergänger im August 2013 den Knochen, der schliesslich Gina Hauenstein zugewiesen werden konnte. Hinten rechts das AKW Leibstadt.

Beim Fall Gina Hauenstein herrscht für die Öffentlichkeit seit Donnerstag traurige Gewissheit: Die 1970 geborene Frau aus Kleindöttingen, die im Februar 2000 vermisst gemeldet wurde, ist seit Jahren tot.

Auf Nachfrage der Aargauer Zeitung gibt die deutsche Polizei nun weitere Details bekannt, wie es zum Fund kam. "Am 31. August 2013 wurde der Polizei der Fund eines Knochens am Rheinufer in Dogern gemeldet", sagt Sprecher Paul Wissler vom Polizeipräsidium Freiburg. "Der Hund eines Spaziergängers war beim Stöbern am Rheinufer auf diesen gestossen." Dieser lag dort im Schlamm. Dogern auf der deutschen Rheinseite, gegenüber von Leibstadt. Das AKW-Dorf wiederum ist das Nachbardorf von Kleindöttingen, wo Gina Hauenstein wohnhaft war. Es ist also theoretisch auch möglich, dass es den Knochen im Verlauf der Jahre von Kleindöttingen, das an der Aare liegt, über die Einmündung in den Rhein in Koblenz nach Dogern geschwemmt hat.

Die gerichtsmedizinische Untersuchung habe ergeben, dass es sich um einen menschlichen Knochen handelte, der von einer Frau mittleren Alters stammen dürfte. "Ein Abgleich der noch ermittelbaren DNA-Merkmale mit in der Bundesrepublik zugänglichen Dateien erbrachte keinen Erfolg", führt Wissler aus.

Vermisstenfälle überprüft

Die deutsche Polizei überprüfte deshalb, ob der Knochen von einer Vermissten stammen könnte. "In diesem Zusammenhang fand im Jahr 2014 unter anderem auch Abklärungen mit dem Vermisstenfall Gina Hauenstein", sagt Wissler.

Die Aargauer Kantonspolizei gab nun beim Institut für Rechtsmedizin in Bern einen DNA-Abgleich zwischen den Material vom Knochen und der DNA von Marco Hauenstein, dem Sohn von Gina Hauenstein, in Auftrag. Dem Institut gelang ein Treffer. Doch bei der Aargauer Kantonspolizei kam es nun zu einer Panne. Die Information gelangte nicht zu den deutschen Kollegen, die den Fall offiziell bearbeiteten. Und damit auch nicht zu den Angehörigen.

Sohn Marco Hauenstein (19), der bei einer Pflegefamilie aufwuchs, startete Anfang Januar via Facebook eine Suche nach seinern Eltern. Das Medieninteresse war gross. Die Kantonspolizei stellte nach einer Anfrage der Aargauer Zeitung die Panne fest und informierte nun die deutsche Polizei über den Treffer.

Gerichtsmedizin Freiburg bestätigt Treffer

"Dieses Ergebnis, das um ein Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin in Bern vom 16. Januar ergänzt wurde, ging hier erstmals am 25. Januar ein", bestätigt Paul Wissler. "Eine sodann kurzfristig veranlasste Nachprüfung durch die Gerichtsmedizin in Freiburg gelangte zum selben Ergebnis."

Gina Hauenstein ist also schon vor Jahren verstorben. Wie sie aus dem Leben schied, bleibt unklar. Die Polizei geht allerdings nicht von einem Verbrechen aus. ". Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden am Tod der Gina Hauenstein haben weder die schweizerischen noch die deutschen Ermittlungen ergeben", sagt Paul Wissler.

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