Zurzibiet
Gibt die Kantonspolizei ihre Posten in Klingnau und Bad Zurzach auf?

Im Zurzibiet befürchtet man, dass die Posten der Kantonspolizei in Klingnau und Bad Zurzach dem Sparprogramm des Kantons ganz zum Opfer fallen.

Daniel Weissenbrunner
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Polizeiposten in Klingnau: Die Schalter-Öffnungszeiten wurden bereits reduziert und werden seit Sommer allein von der Regionalpolizei bereitgestellt.

Polizeiposten in Klingnau: Die Schalter-Öffnungszeiten wurden bereits reduziert und werden seit Sommer allein von der Regionalpolizei bereitgestellt.

Philipp Zimmermann

Die Mitteilung lässt aufhorchen. An der letzten Sitzung von Zurzibiet Regio wurde sie nur in einem Satz erwähnt. Der Inhalt könnte aber weitreichende Folgen haben.

Gemäss Gemeindeverband beabsichtigt der Kanton die Kapo-Posten im Zurzibiet aufzuheben. Die mögliche Schliessung steht im Zusammenhang mit den Sparplänen der Regierung, von der auch die Kantonspolizei nicht verschont bleibt. «Entschieden ist aber noch gar nichts», stellt Samuel Helbling klar, zuständiger Mediensprecher des Departements Volkswirtschaft und Inneres. «Ich weiss nicht, woher diese Informationen stammen.» Von Zurzibiet Regio war gestern niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

«Man befinde sich in einer rollenden Planung», sagt Helbling. Es würden momentan Anhörungen mit Gemeinden und den Regionalpolizeien geführt. «Darin geht es um Fragen, wie Effizienzsteigerungen und Optimierungen in Zukunft erzielt werden können», erklärt Helbling weiter.

Sorge um die Sicherheit

Im Zurzibiet sorgt man sich derweil bei einem weiteren Leistungsabbau um die Sicherheit. Die Kantonspolizei stellte bereits Mitte Jahr den Schalterdienst an den Posten in Klingnau und Bad Zurzach ein, was teilweise heftige Reaktionen in der Bevölkerung hervorrief.

Wer heute einen stationierten Beamten sprechen möchte, muss sich telefonisch voranmelden, um einen Termin zu vereinbaren. In Klingnau ist seit dem 1. Juli nur noch der Schalter der Regionalpolizei von montags bis freitags von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Gestört hatte man sich zudem daran, weil die beiden Zurzibieter Polizeiposten die einzigen im Kanton waren, die von dieser Sparmassnahme betroffen waren.

Dass die Kantonspolizei von Kosteneinsparungen betroffen sein wird, hat die Regierung bereits im Herbst verlauten lassen. Von den insgesamt 17 Standorten im Aargau stehen neben Bad Zurzach und Klingnau sechs weitere zur Disposition. Kommt es zur Reduktion, wäre die Kantonspolizei danach noch an neun Standorten präsent – nämlich in Aarau, Baden, Brugg, Kulm, Lenzburg, Rheinfelden, Spreitenbach, Wohlen und Zofingen.

Samuel Helbling weist darauf hin, dass es sich um einen laufenden Prozess handle, der zum jetzigen Zeitpunkt völlig ergebnisoffen sei. «Ein definitiver Entscheid ist frühestens Ende 2016 zu erwarten.»

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