Schneisingen
Genossenschaft baut Alterswohnungen – an bester Lage

In Schneisingen fiel am Freitag der Startschuss für den Bau von 14 altersgerechten Mietwohnungen. Die meisten Interessenten wohnen schon jetzt im Alpenrosendorf.

Samuel Buchmann
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Holzhacken statt Spatenstich: Weil das Haus aus Holz gebaut wird, bot der Baubeginn in Schneisingen ein ungewöhnliches Schauspiel.

Holzhacken statt Spatenstich: Weil das Haus aus Holz gebaut wird, bot der Baubeginn in Schneisingen ein ungewöhnliches Schauspiel.

Samuel Buchmann

Wer heute alt wird, will oft nicht mehr in ein Altersheim ziehen. Man bleibt lieber selbstständig und wohnt im bekannten Dorf. Hinzu kommt, dass Plätze in Altersheimen horrend teuer und auch knapp sind – eine Folge der demografischen Entwicklung einer Gesellschaft, die immer älter wird. Der Trend geht deshalb hin zu altersgerechtem Wohnen. Das gibt es in betreuter und nicht betreuter Form, als Eigentums- oder Mietvariante.

Kleine Wohnungen sind beliebt

In Schneisingen fiel am Freitag der Startschuss für ein solches Projekt: An bester Lage gegenüber dem Schulhaus mit Aussicht gen Süden beginnt der Bau eines Mehrfamilienhauses mit 14 altersgerechten Mietwohnungen. Bauherrin ist die «Genossenschaft Wohnen-im-Alter», die vor zwei Jahren eigens für das Projekt gegründet wurde. «Der Bedarf nach solchen Wohnungen ist in Schneisingen gegeben», sagt Genossenschafts-Präsident Andreas Meier. Von den 14 Wohnungen sind bereits 11 reserviert, bevor der Bau überhaupt begonnen hat. Es handelt sich dabei um 2- und 3-Zimmer-Einheiten. «Ältere Leute wollen oft keine grossen Wohnungen mehr. Hier zum Beispiel ist das Interesse an den kleineren Wohnungen grösser als an den 3-Zimmer-Varianten», so Meier.

Der Grossteil der bisherigen Interessenten sei aus Schneisingen. «Es sind oft Menschen, die bisher in einem Einfamilienhaus lebten. Das wird irgendwann zu gross, doch die Leute möchten trotzdem im Dorf bleiben. Genau für sie sind unsere altersgerechten Wohnungen perfekt.» Aber wie unterscheiden sich «altersgerechte» Wohnungen überhaupt von normalen? Es seien kleine Dinge, sagt Architekt René Siedler: rollstuhlgängige Bauweise, breitere Türen und ein Gemeinschaftsraum, wo sich die Bewohner treffen können. Wichtig ist laut Andreas Meier zudem vor allem die Lage. Das Gebäude liegt in unmittelbarer Nähe einer Arztpraxis, des Dorfladens und einer Bushaltestelle.

Breites Angebot im Zurzibiet

Beim neuen Bau in Schneisingen handelt es sich um nicht betreute Wohnungen. Es ist nicht das einzige derartige Projekt im Zurzibiet. Auch in Würenlingen wurden kürzlich 18 altersgerechte Wohnungen realisiert. In Döttingen existiert die Überbauung «Wohnen 50plus» und auch in Lengnau sind 20 bis 24 Wohneinheiten geplant – die Abstimmung über den Kauf der nötigen Bauparzelle ist im November.

Neben den verschiedenen Angeboten ohne Betreuung gibt es auch solche mit. Etwa in Tegerfelden, wo bereits seit 1998 aus einer privaten Spitex heraus eine Alterswohnsiedlung mit individueller Betreuung entstand. Die Nachfrage scheint auch dort gross zu sein, denn das Angebot wird momentan ausgebaut. In Leuggern betreibt die Asana Gruppe einige Alterswohnungen und eine private Betreiberin bietet ebenfalls betreutes Wohnen an.

Die verschiedenen Spielformen von Wohnen im Alter sind auch für die Gemeinden interessant, wie Adrian Baumgartner, Gemeindeammann von Schneisingen, erklärt: «So können ältere Leute von ihrem Haus in eine Wohnung ziehen und bleiben der Gemeinde erhalten. Und was genauso wichtig ist: Ins Haus können die Nachkommen oder sonst eine neue Familie einziehen.» Er sei deshalb erfreut über die neuen Wohnungen, die entstehen.