Finanzprobleme
Generalversammlung entscheidet: So geht es mit dem Tierpark in Bad Zurzach weiter

Der Betreiberverein hat an der Generalversammlung die Weichen gestellt für die Zukunft. Ein Tierwärter ist nur einer der Massnahmen.

Stefanie Garcia Lainez
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Seit über 40 Jahren können Kinder im Tierpark Schwäne beobachten und Geissen streicheln.

Seit über 40 Jahren können Kinder im Tierpark Schwäne beobachten und Geissen streicheln.

Britta Gut

Zwei Kinder beobachten den Schwan im grossen Teich, ein Bub klettert mit den Geissen auf die grossen Steine. Ob sie dies im Tierpark in Bad Zurzach auch in ein paar Jahren noch tun können, war lange unklar. Der Betreiberverein hat finanzielle Sorgen und sollte in eine zeitgemässere Infrastruktur investieren. Am Mittwoch trafen sich die Vereinsmitglieder an der Generalversammlung, um die drängendsten Fragen zur Zukunft des beliebten Ausflugszieles zu besprechen. Das wohl wichtigste Traktandum: die Anstellung eines gelernten Tierwärters und dessen Finanzierung. Den Verein plagen aber auch andere Sorgen.

Die gute Nachricht vorweg: «Wir haben beschlossen, den Tierpark weiterzuführen», sagt Vereinspräsident Pius Müller, der am Mittwoch wie der gesamte Vorstand in seinem Amt bestätigt wurde. Der 72-Jährige leitet den kleinen Zoo am Zurziberg ehrenamtlich. Die Vereinsmitglieder hätten auch zu einem professionellen Tierwärter Ja gesagt. «Wir werden demnächst jemanden einstellen», so Müller. Unter den Bewerbungen seien unterdessen auch solche von Fachkräften eingetroffen. Das Pensum beträgt zwischen 70 und 80 Prozent.

Der Verein will die Verjüngung vorantreiben

Wie der Lohn bezahlt werden soll, ist aber noch unklar. Von der Trägerschaft, bestehend aus der Gemeinde, den Ortsbürgern, auf deren Grund der Park steht, Bad Zurzach Tourismus sowie der Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach + Baden erhielt der Verein zwar eine mündliche Zusage für einen finanziellen Zuschuss. Doch der deckt nur etwa die Hälfte der mindestens 70'000 Franken, die ein ausgebildeter Tierwärter, eine Auflage des Kantons, kostet. Der Verein hat deshalb beschlossen, nochmals das Gespräch mit der Trägerschaft zu suchen. «Ansonsten brauchen wir weitere Geldquellen.»

Sicher ist: Die bisher erhaltenen Spenden können den noch fehlenden Betrag nicht decken. «Dieses Geld fliesst in die Sanierung des Ziegenstalls, den Unterhalt des Parks oder in ein neues Containerbüro», so Müller. An der Generalversammlung lehnte der Verein ab, ein ganzes Gehege aufzugeben. «Wir müssen attraktiv bleiben. Ansonsten fliesst weniger ins Spendenkässeli, und wir erhalten weniger Geld über den Futterverkauf», so der Präsident. Der Verein stimmte aber einer Reduktion des Bestandes bei bestimmten Tierarten zu. Eine der Ideen, die Ammann Bernhard Scheuber im Vorfeld der GV äusserte.

Fast alle Mitglieder im Pensionsalter

Für Diskussionen sorgte an der GV aber nicht nur die Zukunft des Parks, sondern auch des Vereins: «Wie viele Vereine kämpfen auch wir mit Nachwuchsproblemen», sagt Pius Müller. So seien fast alle Mitglieder im Pensionsalter. Die Vereinsmitglieder des Tierparks Bad Zurzach wollen sich deshalb bald nochmals treffen und über mögliche Massnahmen oder Events sprechen, um junge Mitglieder rekrutieren zu können, die frische Ideen einbringen.

Nebst neuen Mitgliedern ist der Verein auch immer auf der Suche nach freiwilligen Helfern. «Denkbar wäre, dass sich jemand ein oder zwei Stunden in der Woche um die Enten und jemand anderes beispielsweise im gleichen Umfang um die Ziegen kümmern würde», sagt Müller. «Idealerweise hätten wir so jeden Tag mehrere Freiwillige vor Ort, die den Tierwärter oder die Tierwärterin unterstützen könnten.» Ähnlich wie bei einem Schrebergarten, in dem jede Person ein Ämtli übernimmt, ergänzt er mit einem Schmunzeln.