Leibstadt
Gemeinderäte prüften eine Fusion für 2015 – Idee bereits wieder verworfen

Bereits 2007 war eine Fusion ein Thema: Leibstadt, Full-Reuenthal und Schwaderloch diskutierten einen Zusammenschluss. In den letzten Monaten haben die Gemeinderäte aus Leibstadt und Full-Reuenthal nun erneut einen Zusammenschluss geprüft.

Pirmin Kramer
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Leibstadt (vorne) und Full-Reuenthal (hinter dem Kraftwerk) arbeiten eng zusammen – eine Fusion erfolgt aber noch nicht. FREUDIGER/ARCHIV

Leibstadt (vorne) und Full-Reuenthal (hinter dem Kraftwerk) arbeiten eng zusammen – eine Fusion erfolgt aber noch nicht. FREUDIGER/ARCHIV

Bereits 2007 war eine Fusion ein Thema: Gleich drei Gemeinden diskutierten einen Zusammenschluss - Leibstadt, Full-Reuenthal und Schwaderloch. Die «Vision Rhein», wie das Projekt der Rhein-Anliegergemeinden genannt wurde, kam aber nie zur Abstimmung.

Der Steuerfuss der Einheitsgemeinde hätte auf 122 Prozent erhöht werden müssen, was der damalige Leibstadter Gemeindeammann als «Killerkriterium» bezeichnete.

In den letzten Monaten haben die Gemeinderäte aus Leibstadt und Full-Reuenthal nun erneut einen Zusammenschluss geprüft, mit einem schnellen Fahrplan. «Beide Gemeinden haben Interesse gezeigt, eine Fusion bis Ende 2015 zu bewerkstelligen», erklärt Christian Burger.

«Es gibt bereits heute eine intensive Zusammenarbeit beider Gemeinden, zum Beispiel wurden im letzten Jahr die beiden Verwaltungen zusammengelegt.» In weiteren Bereichen sei eine enge Zusammenarbeit geplant, so etwa im Bauamt und bei der Abwasserreinigungsanlage.

«Wir dachten, es wäre möglicherweise sinnvoll, einen Zusammenschluss zu wagen, anstatt diverse kleine Verträge zu erarbeiten», sagt Burger.

Ohne Schwaderloch

Schwaderloch sei vorerst nicht in die Überlegungen miteinbezogen worden, weil diese Gemeinde in den vergangenen Jahren eine unklare Haltung in der Frage gezeigt habe, ob sie sich in Richtung Mettauertal oder Bezirk Zurzach orientieren soll.

«Weil die Vision Rhein an den Finanzen scheiterte, haben wir diesmal zuerst nur diesen Bereich überprüft», erklärt Burger weiter. Im Gegensatz zu 2007 würde die fusionierte Gemeinde neu eine über Jahre dauernde – und nicht einmalige – Ausgleichszahlung für das finanziell schwache Full-Reuenthal erhalten.

«Eine Grobanalyse der Finanzen hat ergeben, dass die Ausgangslage besser wäre als noch vor sechs Jahren.» Leibstadt fühlte anschliessend in einem Hearing den Puls der Bevölkerung.

«Diese Gespräche haben uns aufgezeigt, dass die Fusionsidee zwar gut ist, wir den Bürgern aber genügend Zeit geben müssen. Wir dürfen die Planung nicht so schnell vorantreiben.»

«Können alleine nicht überleben»

Die Initiative müsse von den Einwohnerinnen und Einwohnern kommen, ist Burger überzeugt. «Fusionen scheitern oft, weil die Bürger zu wenig Mitspracherecht erhalten. Zuletzt scheiterten viele Zusammenschlussversuche, weil die Idee in der Bevölkerung zu wenig verankert war.»

«Für Full-Reuenthal wäre eine sofortige Fusion eigentlich die beste Lösung», sagt Gemeindeammann Urs Kaufmann. Diverse Amtsposten müssten im Herbst neu besetzt werden, was der Gemeinde schwerfallen werde. «Und dass wir langfristig alleine als so kleine Gemeinde nicht überleben können, ist hier allen klar.» Jetzt überstürzt eine Fusion zu versuchen, wäre aber falsch, glaubt Kaufmann. «Die vielen gescheiterten Fusionen der vergangenen Jahre zeigen, dass man ein solches Projekt langsam angehen muss, alle müssen es mittragen.»

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