Wislikofen
Gemeinderat Wislikofen will zwei Feiertage abschaffen

An der Gemeindeversammlung am Freitag wird über die Abschaffung der Maria-Feiertage abgestimmt. Genehmigen die Stimmbürger den Antrag, so gelten Mariä Himmelfahrt am 15. August und Mariä Empfängnis am 8. Dezember künftig als Werktage.

Pirmin Kramer
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In Wislikofen könnten Mariä Himmelfahrt und Mariä Empfängnis als Feiertage abgeschafft werden

In Wislikofen könnten Mariä Himmelfahrt und Mariä Empfängnis als Feiertage abgeschafft werden

Pirmin Kramer

Lanciert hat die Diskussion die Schulpflege der Kreisprimarschule Belchen. Im März stellte sie dem Gemeinderat in einem Schreiben den Antrag, dass an diesen beiden Feiertagen im Schulhaus Wislikofen normal unterrichtet werden dürfe. Die Begründung: Die beiden Feiertage gelten nur in Wislikofen, nicht aber in den anderen Verbandsgemeinden der Kreisprimarschule. Darum dürfe an diesen Tagen nur in Wislikofen nicht unterrichtet werden. Die Kindergartenkinder und Schüler marschieren jeweils von Wislikofen nach Mellikon, um dort unterrichtet zu werden. Diese Aktion sei von allen Betroffenen kritisch hinterfragt worden.

Der Gemeinderat findet nun, dass an den Marientagen nicht nur für Schüler und Lehrer, sondern auch für alle anderen Alltag herrschen solle. «Wenn im Schulhaus unterrichtet wird, sollte auch dem Gewerbe das Arbeiten erlaubt sein.»

Pfarrer: «Ungesunde Entwicklung»

Die Gemeindeversammlung findet in der Propstei Wislikofen statt - dem Bildungszentrum der katholischen Kirche des Kantons Aargau. «Dass ausgerechnet hier in der Propstei der Entscheid gefällt werden soll, zwei Feiertage abzuschaffen, ist schon pikant», sagt Claudia Mennen, Leiterin der Propstei Wislikofen. «Die Feiertage wären wichtig, um innehalten zu können», sagt sie.

Er habe zwar Verständnis für diese Idee, sagt Walter Blum, Pfarrer in Wislikofen. Denn viele Einwohner arbeiteten auswärts und hätten an diesen beiden Tagen nicht frei. «Eine Abschaffung der beiden Marientage fände ich aber schade», sagt Blum. «Erstens aus religiösen Gründen, denn so verdunstet immer mehr religiöses Gedankengut.» Gleichzeitig nennt er die Abschaffung eine «ungesunde Entwicklung». Alles laufe darauf hinaus, mehr Zeit und mehr Geld zu gewinnen. Der Mensch komme nicht mehr zum Schnaufen, weil jeder Rhythmus von Arbeitszeit und Freizeit verloren gehe. «Der nächste Schritt ist dann, den Sonntag abzuschaffen.» Er könne sich aber gut vorstellen, dass weiterhin ein Gottesdienst stattfindet, auch wenn der Feiertag abgeschafft würde.