Schneisingen
Gemeinderat ist überzeugt: Areal wird der Gemeinde gut anstehen

Der Gemeinderat beantwortet Petition zum Gestaltungsplan Mitteldorf. Er teilt die Bedenken der Petitionäre nicht. Die Verkehrssicherheit wird in seinen Augen mit dem vorliegenden Gestaltungsplan nicht gefährdet.

Angelo Zambelli
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Das Areal «Mitteldorf» in Schneisingen (im Vordergrund) gibt Anlass zu Meinungsverschiedenheiten.ZVG

Das Areal «Mitteldorf» in Schneisingen (im Vordergrund) gibt Anlass zu Meinungsverschiedenheiten.ZVG

Ende Januar haben rund 80 Einwohnerinnen und Einwohner respektive Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer eine Petition eingereicht, in der sie sich für die Ablehnung des Gestaltungsplans Mitteldorf aussprechen. Nun bezieht der Gemeinderat Stellung. Die relativ lange Funkstille begründet er mit dem Hinweis, einige Anliegen der Petition seien Gegenstand einer Einwendung und könnten erst jetzt beantwortet werden.

In seiner ausführlichen Stellungnahme macht der Gemeinderat die allgemeine Feststellung, dass es bei Planungsverfahren unmöglich sei, alle Interessen, Meinungen und Ideologien unter einen Hut zu bringen. «Da wir uns dieses Spannungsfelds bewusst sind, hat der Gemeinderat das Konzept zusammen mit allen beteiligten Parteien (Grundeigentümer, Planer, Architekten, Abteilungen Ortsbildschutz und Raumplanung des Kantons, unabhängige Beraterin der Gemeinde) in einem intensiven und langwierigen Prozess erarbeitet. Über Geschmack kann man immer streiten, aber der Gemeinderat ist überzeugt davon, dass das neu gestaltete Areal unserer Gemeinde gut anstehen wird.»

Hauptanliegen ist die Sicherheit

In der Petition werden verschiedene Sicherheitsaspekte aufgeworfen, die im Zusammenhang mit dem Gestaltungsplan Mitteldorf stehen: Angeführt wird, die Ausfahrt der neuen Sammelgarage gefährde die Verkehrssicherheit für Fussgänger, Velo- und Autofahrer entlang der Dorfstrasse.

«Es macht verkehrsplanerisch wenig Sinn, den durch das Areal bedingten Mehrverkehr zuerst in die anliegenden Wohngebiete respektive auf Schulwege und erst dann in die Dorfstrasse zu leiten», entgegnet der Gemeinderat in seinem Antwortschreiben. Daher halte das Verkehrssicherheitskonzept von 2006 auch explizit fest, dass die Überbauung Mitteldorf die Schul- und Schladstrasse möglichst wenig tangieren dürfe. Aufgrund dieser klaren Vorgabe könne die Haupterschliessung nur über die Dorfstrasse erfolgen.

Im Weiteren weist der Gemeinderat darauf hin, dass bei der neuen Ausfahrt dem Aspekt der Verkehrssicherheit in genügendem Mass Rechnung getragen wird. Die geplante Ausfahrt befinde sich am Rand eines möglichen künftigen Dorfzentrums und wirke sich nicht negativ aus. Im Rahmen der weiteren Projektbearbeitung der Überbauung Mitteldorf könnten weitere Optimierungsmöglichkeiten geprüft werden. «Bei Bedarf wird die Gemeinde bauliche Massnahmen inklusive situationsgerechter Verkehrsberuhigungen in die Wege leiten, um allfällige unsichere Stellen zu beseitigen und die Geschwindigkeit auf das erforderliche Mass zu beschränken», schreibt der Gemeinderat in seiner Stellungnahme. Betreffend Ausfahrt aus der Tiefgarage des «Leuehofs» stellt er in Aussicht, dass die Ausfahrt im Rahmen der Überbauung Mitteldorf baulich angepasst wird.

«Zentrum hängt von Ressourcen ab»

Gemäss Ausführungen des Gemeinderats soll die Machbarkeit eines Dorfzentrums mittelfristig abgeklärt werden und in die Prüfung von Aufwertungs- und Beruhigungsmassnahmen der Dorf- und Zelglistrasse einfliessen. «Insbesondere entlang der Dorfstrasse können gestalterisch und verkehrstechnisch überzeugende Lösungen einen Beitrag zur Aufwertung des Dorfbilds leisten», schreibt der Gemeinderat. Die Realisierung eines solchen Grossprojekts hänge jedoch massgeblich von den finanziellen Ressourcen ab.

Der an der Zukunftskonferenz geäusserte Wunsch nach einem Dorfzentrum mit publikumsorientierter Nutzung mache zwar Sinn, müsse jedoch auf realistischen Chancen für eine Machbarkeit beruhen, argumentiert der Gemeinderat. Aufgrund des heutigen Konsumverhaltens sei es wohl eine Illusion, in Mittelschneisingen ein grosses Zentrum anzustreben. «Vielmehr sollte – ausgehend von den vorhandenen publikumsorientierten Nutzungen (Restaurants, Metzgerei, Arzt- und Physiotherapiepraxen, Bank etc.) – ein überschaubares, attraktives Dorfzentrum entwickelt werden.»

Eine aus der Überbauung Mitteldorf entstehende Attraktivitätssteigerung des Dorfkerns erachtet der Gemeinderat als möglich und erwünscht. Diese Steigerung hänge aber von den Entscheiden privater Liegenschaftsbesitzer und vor allem vom Konsumverhalten der Dorfbevölkerung ab, schreibt der Gemeinderat in seiner Stellungnahme.

Betreffend der von den Petitionären geforderten Verkehrsberuhigung der Schulstrasse und der Schladstrasse weist der Gemeinderat darauf hin, dass diese nicht dem Gestaltungsplanareal aufgebürdet werden kann. Zu gegebener Zeit werde es Sache der Gemeinde sein, allfällige bauliche Massnahmen oder situationsgerechte Verkehrsberuhigungen in die Wege zu leiten.