Gebühren
Grünes Licht vom Preisüberwacher: So viel kosten Güsel und Wasser in der Fusionsgemeinde Zurzach

Wird der Abfall in Zukunft via Güselmarken oder nach Gewicht entsorgt? Und wie viel müssen die Zurzacherinnen und Zurzacher ab 1. Januar für Wasser und Abwasser zahlen? Jetzt liegen die neuen Reglemente vor. Diese Woche wurden sie vorgestellt, am 4. November befindet die Einwohnergemeinde darüber.

Stefanie Garcia Lainez
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Zurzach führt ab 1. Januar eine Sackgebühr ein. Wer will, darf aber weiterhin nach Gewicht zahlen.

Zurzach führt ab 1. Januar eine Sackgebühr ein. Wer will, darf aber weiterhin nach Gewicht zahlen.

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Insgesamt 32 Reglemente mussten für die neue Gemeinde Zurzach zusammengeführt und auf vier reduziert werden. «Es war eine Knochenarbeit», sagt der zuständige Gemeinderat Peter Moser. Denn die acht Gemeinden, die per 2022 zur Grossgemeinde zusammenschliessen, haben alle unterschiedliche Wasser-, Abwasser-, Entsorgungs- und Gebührenreglemente.

Der Zurzacher Gemeinderat Peter Moser.

Der Zurzacher Gemeinderat Peter Moser.

zvg/Daniel Werder

Am Mittwoch stellten Behördenvertreter die vier neu erstellten Reglemente im Gemeindezentrum Langwies in Bad Zurzach den etwas über 50 anwesenden Zurzacherinnen und Zurzachern vor. Am 4. November stimmt das Volk darüber ab.

«Die Teilnehmenden waren abwartend und neugierig, die Fragen gingen schnell ins Detail», sagt Peter Moser. Am meisten Interesse bekundeten die Anwesenden am Wasser- und Abwasserreglement. Vor allem bei der Bad Zurzacher Bevölkerung war dies im Jahr 2016 ein emotionales Thema.

Damals wehrte sie sich an der Urne erfolgreich gegen die Einführung einer Grundgebühr. Nun führt die Gemeinde Zurzach diese für alle neun Ortsteile ein.

Neue Grundgebühr für Wasser setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen

«Die Bedenken von damals haben wir aufgenommen, in dem wir die Grundgebühr in zwei Komponenten aufgeteilt haben», sagt Andi Meier. Diese besteht aus einem fixen Betrag von 70 Franken pro Wohneinheit beim Wasser und 100 Franken beim Abwasser sowie einen von der Grösse des Wasserzählers abhängigen Beitrag.

So beläuft sich die Grundgebühr beispielsweise beim Abwasser für ein Einfamilienhaus mit vier Bewohnern auf 200 Franken, bei einer Wohnung mit zwei Bewohnern in einem Mehrfamilienhaus mit vier Wohneinheiten auf 125 Franken, abhängig von der Zählergrösse. Hinzukommen beim Wasser eine Verbrauchsgebühr von 1,50 Franken und beim Abwasser 2,30 Franken pro Kubikmeter Frischwasserverbrauch.

Preisüberwacher hat höhere Grundgebühren empfohlen

«Unser Ziel war es, dass die Eigenwirtschaftsbetriebe Unterhaltskosten und Investitionen mit den Gebühren decken können», sagt Peter Moser. «Der Gemeinderat ist überzeugt, dass über das ganze Gemeindegebiet hinweg ausgewogene Reglemente vorliegen.»

Auch habe der Preisüberwacher seine grundsätzliche Zustimmung zu den beiden Reglementen gegeben, aber eine höhere Grundgebühr empfohlen als die nun festgelegte.

Güsel: Sowohl Sackmarken als auch Entsorgung nach Gewicht ist möglich

Der Zurzacher Ammann Andi Meier.

Der Zurzacher Ammann Andi Meier.

zvg/Daniel Werder

Grosse Unterschiede herrschen in den acht Fusionsgemeinden zurzeit auch bezüglich Abfallentsorgung. Die über 3100 Haushalte in Bad Zurzach, Böbikon, Rietheim und Wislikofen kennen Sackgebühren, Baldingen und Rekingen rechnen nach Gewicht ab, während Rümikon einen Presscontainer hat.

Ab 1. Januar führt die Gemeinde Zurzach für alle eine Sackgebühr ein. «Das Spezielle ist aber: Wer möchte, kann den Kehricht abhängig vom Gewicht entsorgen», sagt Andi Meier. Dies müsse aber aktiv beantragt werden. Einzig die Rümiker Bevölkerung muss in Zukunft ihren Abfall anders als gewohnt entsorgen: Der Presscontainer wird abgeschafft.

Für die Grünabfuhr gibt es neu für alle Ortschaften Jahresvignetten. So kostet etwa eine Marke für einen 140-Liter-Container 120 Franken.

Neu zahlen Bad Zurzacher Grundgebühr für Abfall

So oder so: Wer pro Woche einen 35-Liter-Sack mit durchschnittlich 4,4 Kilogramm Güsel füllt, zahlt ab 2022 weniger für die Entsorgung. Eine Marke für einen 35-Liter-Sack kostet ab dann zwei Franken. Ein Haushalt mit einem Kehrichtsack pro Woche zahlt somit pro Jahr inklusive der 50 Franken Jahresgebühr insgesamt 154 Franken. Möchte der gleiche Haushalt lieber nach Gewicht entsorgen, kommt er mit 4,4 Kilogramm pro Woche bei einer Gebühr von 40 Rappen pro Kilogramm, 1,50 Franken für die wöchentliche Leerung und 7,50 Franken jährlich für die Rechnungsstellung auf 177 Franken pro Jahr.

Aktuell zahlen die Bad Zurzacher, die als einzige bisher noch keine Jahresgebühr kennen, für die gleiche Abfallmenge mit 172 Franken pro Jahr am wenigsten, während die Baldinger mit 287 Franken am meisten berappen. Die Erklärung für die günstigeren Preise: «Wir können nun eine grössere Menge über einen einzigen Anbieter entsorgen lassen», sagt Peter Moser.

Ein Jahr lang können die Zurzacherinnen und Zurzacher ihre ab 2022 alten Marken und Gebührensäcke weiterhin nutzen, verkauft werden sie aber nicht mehr. Die Einwohner von Rümikon können ihr Guthaben des Presscontainers ab Januar bis am 31. März 2022 auf dem Gemeindebüro einlösen und sich das Depot für die Karte auszahlen lassen.

Das vierte Reglement über Gebühren wie die Behandlung für Baugesuche oder die Benützung von öffentlichem Grund beinhaltet kaum grössere Änderungen für die Bevölkerung.

Die nächste Veranstaltung zu den Themen Budget, Gemeindeordnung und Personalreglement findet am Samstag, 30. Oktober ab 9.30 Uhr im Gemeindezentrum Langwies in Bad Zurzach statt.

Sämtliche Unterlagen zu den Gemeindeversammlungen vom 3. November 2021 (Ortsbürgergemeinde) und vom 4. November 2021 (Einwohnergemeinde) sind unter https://www.rheintalplus.ch/wir-sind-zurzach/ einsehbar.

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