Bad Zurzach
Fussgängerübergang: SBB und Gemeinderat sind geteilter Meinung

Die SBB wollen den unbewachten Bahnübergang auf der Strecke Bad Zurzach–Rekingen aus Sicherheitsgründen aufheben. Der Übergang soll aufrechterhalten bleiben, meint dagegen der Gemeinderat.

Angelo Zambelli
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Gerangel um Fussgängerübergang

Gerangel um Fussgängerübergang

Sie berufen sich dabei auf die Eisenbahnverordnung, die vorschreibt, dass alle ungenügend gesicherten Bahnübergänge zu sanieren oder aufzuheben sind. Die SBB beurteilen die Sichtverhältnisse des mit Andreaskreuzen gesicherten Fussgängerübergangs bei gutem Wetter als genügend, bei Nebel und bei starken Regenfällen aber als ungenügend.

Das bis 25. November auf der Bauverwaltung zur öffentlichen Einsichtnahme aufliegende Plangenehmigungsverfahren führt vier Sanierungsvarianten auf: die Sicherung mit Blinklichtsignalanlage, die Sicherung mit einer neuartigen Micro-Anlage, die Aufhebung mit einer Ersatzerschliessung (Unter- oder Überführung) sowie die ersatzlose Aufhebung des Übergangs.

Hohe Kosten

Die Kosten für die Blinklicht- oder Schrankenanlage werden von der Gesuchstellerin mit 700 000 bis 800 000 Franken angegeben, der Einbau einer Micro-Anlage mit 150 000 bis 200 000 Franken, der Bau einer Unter- oder Überführung mit 1 Million und die ersatzlose Aufhebung mit 20 000 Franken. Bei einer ersatzlosen Aufhebung des Übergangs würden die beiden Andreaskreuze entfernt und die zum Bahntrassee hinunterführende Treppe entfernt. Laut SBB wäre bei einer Aufhebung eine Enteignung des im Besitz der Einwohnergemeinde Bad Zurzach befindlichen Landes unumgänglich.

Aufgrund der ihrer Meinung nach geringen Nutzung des lokalen Spazierwegs und der hohen Kosten aller anderen Varianten beantragen die SBB die ersatzlose Aufhebung des Übergangs mit der Begründung, dass beidseits der Bahnlinie Fusswege respektive Strassen nach Bad Zurzach führen. Zudem könne und wolle sich die Gemeinde Bad Zurzach an den Kosten nicht beteiligen.

«Übergang wird rege benutzt»

Der Gemeinderat Bad Zurzach setzt sich gegen die ersatzlose Aufhebung des Übergangs zur Wehr und beurteilt vor allem die Nutzung des Übergangs völlig anders als die Gesuchstellerin. «Der Gemeinderat hat den SBB mitgeteilt, dass dieser Bahnübergang von Fussgängern rege benutzt wird und deshalb aufrechterhalten werden soll», schreibt die Exekutive in den neusten Gemeinderatsnachrichten.

Ausgeschlossen wird von beiden Seiten eine Lösung mit Pfeifsignalen, da dies eine Lärmbelastung für die angrenzenden Wohngebiete bedeuten würde.