Döttingen
Fusionsplan mit Klingnau verzögert Döttinger Jubiläumsfeier

Die Jubiläumsfeier im Weinbaudorf Döttingen wurde wegen des Fusionsplans mit Klingnau verschoben. So erfolgt das Dorffest erst 2016. Dann wird aber mit der Schnapszahl 777 gehörig gefeiert.

Corinne Rufli
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Sie organisieren das Döttinger Dorffest: In der hinteren Reihe sind Andreas Müller, Georg Erne, Angelika Wendel, Daniel Bugmann und vorne knien Iris Palla, Lilli Knecht und Daniela Koller. zvg

Sie organisieren das Döttinger Dorffest: In der hinteren Reihe sind Andreas Müller, Georg Erne, Angelika Wendel, Daniel Bugmann und vorne knien Iris Palla, Lilli Knecht und Daniela Koller. zvg

777 Jahre Döttingen. Eine Schnapszahl, die im Weinbaudorf gefeiert werden soll. Deshalb wird es im Jahr 2016 ein grosses Dorffest geben.

Geplant war aber alles anders. Döttingen sollte bereits nächstes Jahr ein Jubiläumsfest feiern: 775 Jahre Döttingen. Das Konzept stand, ein elfköpfiges OK hatte dieses erarbeitet.

«Wir wollten ein originelles und für alle unvergessliches Fest auf die Beine stellen», sagt Georg Erne vom OK. Unter der Federführung von Vizeammann Lilli Knecht sind die Ideen zusammengetragen und diskutiert worden, bis das Konzept auf dem Papier präsentiert werden konnte.

«Im Frühling 2012 war es dann soweit», erklärt Erne, «wir konnten dem Gemeinderat ein fertiges Konzept präsentieren.» Sogar das Budget mit allen Offerten war zusammengestellt worden und sollte an der Herbstgemeinde der Gemeindeversammlung vorgelegt und zur Abstimmung gebracht werden.

Fusionspläne behinderten Planung

Doch es kam alles anders als geplant. «Das Projekt wurde wegen der bevorstehenden Fusionsabstimmung mit Klingnau gestoppt und auf Eis gelegt», berichtet Georg Erne. Zuerst sollte ein Entscheid gefällt werden, wie es mit den beiden Gemeinden weitergeht, bis die Festpläne weiter bearbeitet werden konnten.

Klingnau: Auch das Städtli plant ein eigenes 777-Jahr-Fest

«Es ist mir gar nicht bewusst gewesen, dass Döttingen auch ein Fest plant», sagt Gemeindeammann Peter Bühlmann aus Klingnau überrascht. Er habe das gerade eben erfahren. «Wir sind noch ganz am Anfang mit der Planung», sagt er. Das Städtchen will - genau wie Döttingen - im Jahr 2016 sein 777-Jahr-Jubiläum mit einem Fest feiern. Es sei einmal eine 775-Jahr-Feier angedacht gewesen, so Bühlmann, aber wegen der Fusionsabsichten mit Döttingen habe man das schnell wieder verworfen. «Falls die beiden Gemeinden fusioniert hätten, hätte man sicher auch eine gemeinsame Feier geplant», so der Gemeindeammann. Während der Verhandlungen mit Döttingen war ein gemeinsames Jubiläumsfest aber kein Thema. «Da hatten wir andere, wichtigere Themen, die diskutiert und ausgehandelt werden mussten.» Die Fest-Planung werde jedenfalls unabhängig von Döttingen laufen. Man sei gerade daran, ein Organisationskomitee zu gründen. (cru)

«Falls die Fusion zustande gekommen wäre, hätten wir gemeinsam mit Klingnau ein Jubiläums-Fest organisieren können», so Erne. Doch die Fusion ist bekanntlich in der Referendumsabstimmung gescheitert und dem Fest in Döttingen stand eigentlich nichts mehr im Weg.

«Das Referendum hatte uns aber dermassen viel Zeit gekostet, dass der Termin im Jahr 2014 nicht mehr realistisch war», sagt Erne. Dem pflichtet auch Lilli Knecht bei: «Natürlich waren wir zuerst enttäuscht. Aber es war sinnvoll, das Dorffest zu verschieben.»

Gesagt getan: Neuer Termin ist das Jahr 2016. Gefeiert werden 777 Jahre Döttingen «Mit dieser Zahl kann man viel anfangen», sagt Lilli Knecht. An zwei verlängerten Wochenenden im Mai oder Juni werde jubiliert.

Das Festgeschehen findet im idyllischen Sänneloch statt. «Die Bauernhöfe und die schöne Wiese sollen miteinbezogen werden», sagt Georg Erne.

«Döttingen – eine Zeitreise» ist das Motto. Die Geschichte des Weinbaudorfes soll dabei im Vordergrund stehen. Lilli Knecht spricht gar von Modeschauen über die Zeitepochen und Ritterspielen. Man wolle mit den Schulen zusammenarbeiten.

«Das Fest ist für die Jugend, die Kinder und Erwachsene.» Als Highlight sieht die OK-Präsidentin das Freilichtspiel mit Laienschauspielern aus dem ganzen Dorf. «Darauf freue ich mich jetzt schon.»

Das OK arbeitet mit einem anderen Regisseur zusammen als für das 775-Jahr-Jubiläum ursprünglich geplant war. Nennen wollen sie den Namen noch nicht. «Die Zusammenarbeit klappe aber gut», sagt Erne. Der Künstler werde ein Stück schreiben, das beim Bauernhof im Sänneloch spiele, verrät Lilli Knecht.

Zurzeit ist das OK daran, weitere Abklärungen durch zu führen und das Budget auf die neue Situation anzupassen. «Vom Gemeinderat haben wir grünes Licht bekommen. Das Jubiläum kann nun ins Budget aufgenommen werden», sagt Erne.

Die Bevölkerung muss an der Wintergmeind darüber abstimmen. Erne: «Erst dann kann die Planung weitergeführt und bis ins Detail ausgearbeitet werden.»

Kein Fest mit Klingnau

Kürzlich hat das Organisationskomitee erfahren, dass auch Klingnau ein Fest plant. Ebenfalls im Jahr 2016 und ebenfalls 777 Jahre. «Es ist für mich schon etwas überraschend, dass die Klingnauer dann auch ein Fest organisieren», sagt Knecht.

Auch Georg Erne ist erstaunt: «Das ist uns schon etwas sauer aufgestossen. Sie haben uns auch nie gefragt.» Eine Zusammenarbeit mit Klingnau bei dem Jubiläumsfest stehe jedenfalls nicht zur Debatte, so Erne.