Rekingen
Fusionsgespräche? – 91 Prozent der Bevölkerung sagen «Ja, sofort»

Der Rekinger Gemeinderat wollte mit einer schriftlichen Umfrage herausfinden, ob die Bevölkerung Fusionsgespräche wünscht. Die Antwort fiel trotz geringer Rücklaufquote sehr deutlich aus. Zurzeit laufen informelle Gespräche mit anderen Gemeinden.

Nadja Rohner
Merken
Drucken
Teilen
Werner Schumacher, Gemeindeammann Rekingen: «Ich bin von der Deutlichkeit des Ergebnisses sehr überrascht.»

Werner Schumacher, Gemeindeammann Rekingen: «Ich bin von der Deutlichkeit des Ergebnisses sehr überrascht.»

Nadja Rohner

Dass der Rekinger Ammann Werner Schumacher einer Gemeindefusion nicht abgeneigt ist, ist kein Geheimnis. Bereits im Interview zu seinem Amtsantritt im Dezember 2013 hatte er gesagt: «Meiner Meinung nach könnte man alle Gemeinden von Kaiserstuhl bis Rietheim zusammenlegen und eine Grossgemeinde nach bestehenden, gut funktionierenden Vorbildern realisieren.»

Auf die Frage, ob die Bevölkerung damit einverstanden wäre, meinte er: «Die Bevölkerung will in erster Linie, dass alles rund läuft – von wo aus das organisiert wird, ist für viele Menschen zweitrangig.»

Rücklaufquote von 14 Prozent

Nun hat der Gemeinderat Rekingen die Probe aufs Exempel gemacht und die Einwohner per Fragebogen nach ihrer Meinung zum Thema Fusion gefragt. Von 400 verteilten Fragebogen gingen 57 ausgefüllt zurück an die Gemeinde. Das entspricht einer Rücklaufquote von 14,25 Prozent.

Zum Vergleich: An der letzten Sommergmeind waren von total 560 Stimmberechtigten 26 anwesend – knappe 5 Prozent. Der Gemeinderat fragte konkret, ob eine Fusion – mit wem auch immer – geprüft werden soll. Die 57 Stellungnahmen der Rekinger könnten deutlicher nicht sein: 91 Prozent sagten «Ja, sofort». 7 Prozent sprachen sich dafür aus, dass eine Fusion mittelfristig geprüft werden soll. Nur eine einzige Stellungnahme war ablehnend.

Ammann überrascht

«Ich bin von der Deutlichkeit des Ergebnisses sehr überrascht», sagt Ammann Werner Schumacher auf Anfrage. «Allerdings muss man im Auge behalten, dass die Rücklaufquote nicht sehr hoch war.»

Derzeit führt Rekingen informelle Gespräche mit anderen Gemeinden der «Verwaltung 2000». Dieser gemeinsamen Verwaltung gehören Baldingen, Böbikon, Wislikofen, Mellikon, Rümikon und Kaiserstuhl an. Zum Inhalt der Gespräche und zur Frage, welche Gemeinden daran teilnehmen, möchte Schumacher derzeit noch nichts sagen.

Kurz vor seinem Amtsantritt Ende Dezember 2013 hatte er aber noch seine Hoffnung zum Ausdruck gebracht, dass «nach und nach auch andere Gemeinderäte und Ammänner den Nutzen einer Grossgemeinde sehen. Bisher fühlte ich mich diesbezüglich noch etwas auf verlorenem Posten», sagte er damals.

In Rekingen lebten per Ende 2013 insgesamt 962 Personen. 49 Prozent davon waren Frauen. Der Ausländeranteil betrug knapp 30 Prozent.