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Fusion zweier Spitex-Vereine steht bevor: Nun kommt es aufs Budget an

Eine Arbeitsgruppe prüft den Zusammenschluss der Spitex-Vereine Bad Zurzach und Surbtal-Studenland.

Andreas Fretz
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Das Bedürfnis der Menschen wächst, so lange wie möglich zu Hause zu leben. Key

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Nun ist es offiziell. «Die Spitex Bad Zurzach und die Spitex Surbtal-Studenland prüfen eine Fusion», steht in der Pressemitteilung der entsprechenden Arbeitsgruppe. Bereits am 11. Februar hat das «Badener Tagblatt» darüber berichtet: Eine Arbeitsgruppe aus insgesamt neun Gemeinde- und Spitexvertretern prüft den Zusammenschluss der beiden Vereine.

17 Gemeinden wären davon betroffen (siehe nachfolgende Box). «Mit rund 22 000 Einwohnern würde die neue Spitex somit zu den grösseren im Kanton Aargau zählen», sagt Priska Flückiger. Die Präsidentin der Spitex Surbtal-Studenland ist auch die Vorsitzende der Arbeitsgruppe Fusion.

Einzugsgebiet: 17 Gemeinden

Spitex Bad Zurzach
Sechs Gemeinden (6500 Einwohner): Baldingen, Böbikon, Mellikon, Rekingen, Rietheim und Bad Zurzach.

Spitex Surbtal-Studenland
Elf Gemeinden (15 500 Einwohner): Ehrendingen, Freienwil, Lengnau, Endingen, Tegerfelden, Schneisingen, Siglistorf, Fisibach, Kaiserstuhl, Rümikon, Wislikofen.

«Für kleinere und mittlere Spitex-Vereine wird es zunehmend schwierig, das Dienstleistungsangebot und die wachsenden Herausforderungen zu bewältigen», sagt Astrid Moser, Präsidentin des Spitex-Vereins Bad Zurzach. Angestossen wurde das Vorhaben von den sechs Gemeinderäten ihres Vereins.

Sie erkannten im letzten Jahr, dass die stetige Kostensteigerung nur durch die Bildung einer grösseren Organisation gedämpft werden kann. Es wurde Kontakt mit der Spitex Surbtal-Studenland aufgenommen, um die Frage eines möglichen Zusammenschlusses zu prüfen. Im September wurde die Arbeitsgruppe gegründet, die punktuell durch einen externen Berater unterstützt wird.

Gemeinsam die Kosten senken

Folgende Gründe werden in der Mitteilung für die steigenden Kosten genannt: «Die Anforderungen an die Spitexorganisationen sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Die zunehmende Patientenzahl erfordert differenziertere Dienstleistungen. Sowohl die pflege- und hauswirtschaftlichen Leistungen als auch die Administration werden immer anspruchsvoller.» Gemeinsam könne man die Kosten senken.

Im Verein Bad Zurzach werden die Grundkosten auf derzeit 6500 Einwohner verteilt. Dank der höheren Einwohnerzahl (15 500) sind die aktuellen Beiträge der Surbtal-Studenland-Gemeinden tiefer. Die Fusion hätte also zum Ziel, in erster Linie die Kosten der Spitex Bad Zurzach zu optimiert und Ressourcen gemeinsam zu nutzen.

«Anderseits sollen die Gemeinden der Spitex Surbtal-Studenland ebenfalls von tieferen Kosten pro Einwohner profitieren», heisst es in der Mitteilung, «im Minimum muss aber sichergestellt sein, dass durch die Fusion die Kosten für diese Gemeinden nicht steigen.»

Für die Spitex Surbtal-Studenland ist nebst den Kosten auch die «Ausdehnung und Abrundung des Einsatzgebietes» interessant, wie Priska Flückiger sagt. Bereits im Jahr 2014 hat ihr Verein mit Endingen und Tegerfelden fusioniert. «Die Erfahrungen, die wir gemacht haben, sind sehr gut», sagt sie.

Die Zahlen entscheiden

Welches sind nun die nächsten Schritte? «Zurzeit erstellt die Arbeitsgruppe das Budget», sagt Priska Flückiger. Mit diesem steht und fällt das Projekt. Im April entscheiden die Gemeinderäte, ob sie dem Vorschlag zustimmen. Danach kommt das Projekt vor die Sommergemeindeversammlungen. Dort wird abgestimmt, ob man sich in die Spitex Surbtal-Studenland einkaufen will.

Die Spitex Surbtal-Studenland hat eine einheitliche Leistungsvereinbarung mit dem Gemeindeverband Regionales Altersnetzwerk Surbtal-Studenland (RAS). Die neuen Gemeinden würden dem Gemeindeverband RAS für die Spitexbelange durch eine vertragliche Lösung beitreten. Die Fusion der beiden Vereine müsste auch von deren Generalversammlungen bestätigt werden.

Vorgängig müssten die Gemeinden die Leistungsvereinbarung mit der Spitex Bad Zurzach kündigen. «Das ehrgeizige Ziel ist es, die Fusion per 1. Januar 2018 zu vollziehen», sagt Flückiger.