Döttingen/Klingnau
Fusion vor der ersten Bewährungsprobe

Die beiden Gemeinde Döttingen und Klingnau im unteren Aaretal proben die vorsichtige Annäherung. Die Gemeindeversammlungen entscheiden über einen Kredit zur vertieften Abklärung einer Fusion.

Angelo Zambelli
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Döttingen und Klingnau sind bereits zusammengebaut. Ob eine umfassendere Einheit geprüft werden soll, entscheidet sich am Mittwoch. Archiv/ZA

Döttingen und Klingnau sind bereits zusammengebaut. Ob eine umfassendere Einheit geprüft werden soll, entscheidet sich am Mittwoch. Archiv/ZA

Die Stimmberechtigten der Nachbargemeinden Döttingen und Klingnau sind morgen Mittwoch aufgerufen, Stellung zur Frage zu beziehen, ob ein Verpflichtungskredit von je 100000 Franken für die vertiefte Prüfung eines Zusammenschlusses gesprochen werden soll oder nicht.

Die beiden Gemeinderäte sind zur Erkenntnis gelangt, dass eine Vereinigung der baulich zusammengewachsenen Gemeinden viele Chancen eröffnet und deshalb geprüft werden sollte. Chancen sehen die Gemeinderäte in der besseren Entwicklung der Wohn- und Lebensqualität, in der Förderung der Gewerbebetriebe und der Industrie sowie in der Sicherung der Schulstandorte und der Schulqualität. Weitere Aspekte, die genauer unter die Lupe genommen werden sollen, sind der Ortsname und das Wappen, die Besetzung der Behörden, der Standort der Verwaltung, die Zukunft der Ortsbürgergemeinden sowie der Erhalt des Vereinslebens.

Chancen und Risiken

In die Prüfung einbezogen werden nicht nur die Chancen einer Fusion, sondern auch die Risiken. Eine erfolgreiche Vereinigung bedinge, dass auch die finanziellen Perspektiven umfassend und transparent dargelegt werden können, schreiben die beiden Gemeinderäte in den Versammlungsunterlagen. «Dies verlangt eine vertiefte Analyse der finanziellen Situation, welche die Bewertung der Liegenschaften, eine Beurteilung der Infrastruktur sowie eine Berechnung der Investitionsvorhaben umfasst.» Als weitere mögliche Risiken für das Zusammenschlussprojekt werden der Verzicht auf die seit Jahrzehnten gelebte Eigenständigkeit sowie der Abschied von einem Stück Identität und Heimat genannt.

An den Gemeindeversammlungen steht lediglich die Genehmigung des 100000-Franken-Kredits für eine vertiefte Abklärung zur Diskussion. Über einen allfälligen Fusionsvertrag samt neuer Gemeindeordnung können die Stimmberechtigten zu einem späteren Zeitpunkt an den Gemeindeversammlungen und an der Urne entscheiden.

Umsetzung von Tempo 50/30

Nebst dem Kredit für die Prüfung einer Fusion hat Döttingen über vier weitere Geschäfte zu befinden. Traktandiert sind ein Baukredit von 180000 Franken für die flächendeckende Einführung von Tempo 30 auf Quartierstrassen, ein Beitrag von 150000 Franken für die Platzsanierung des Tennisklubs, ein Beitrag von 150000 Franken an die Sanierung des Döttinger Ferienhauses sowie der Voranschlag 2011 mit gleich bleibendem Steuerfuss von 60 Prozent.

Die Klingnauer Stimmberechtigten beschäftigen sich an ihrer Gmeind mit drei Verpflichtungskrediten über gesamthaft 627000 Franken für Netzerneuerungen im Gebiet Weier, mit der Anschaffung eines Kommunalfahrzeugs für 199000 Franken sowie mit einem Verpflichtungskredit über 694000 Franken für die Dach- und Fassadensanierung und die Schulraumbeleuchtung im Schulhaus 3. Weitere Themen sind die Einführung der integrierten Heilpädagogik am Kindergarten, die Beiträge an die Therapiekosten bei Rechenschwächen von Schulkindern sowie der Voranschlag 2011 mit gleich bleibendem Steuerfuss von 103 Prozent.