Full-Reuenthal
Aargauer Panzer-Wochenende: Was wegen des Ukraine-Krieges dieses Jahr anders ist

Das Militärmuseum in Full verwandelt sich am Wochenende in ein Mekka für Panzerfans. Der Ukraine-Krieg geht aber am Anlass nicht spurlos vorbei.

Stefanie Garcia Lainez
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Am Panzerwochenende beim Militärmuseum in Full fahren zahlreiche Kampffahrzeuge über das Gelände.

Am Panzerwochenende beim Militärmuseum in Full fahren zahlreiche Kampffahrzeuge über das Gelände.

Esther Hug / Aargauer Zeitung

Kampffahrzeuge fahren über das Gelände, Soldaten sitzen um ein Lagerfeuer, andere mischen sich in historischer Militärkleidung unter das Publikum: Am kommenden Wochenende lädt das Militärmuseum Full wieder zum Panzerweekend, an das jedes Jahr über 5000 Besucherinnen und Besucher aus der Schweiz, aber auch aus dem nahen Ausland, pilgern. Wegen des Ukraine-Krieges haben die Organisatoren das Programm angepasst.

«Wir haben uns gut überlegt, inwiefern eine Durchführung des Anlasses angemessen ist», sagt Thomas Hug, der Präsident des Militär- und Festungsmuseums Full-Reuenthal. Aus mehreren Gründen habe sich das OK dazu entschieden, zwar am Anlass festzuhalten, diesen aber anzupassen. Zum einen nütze es niemandem, wenn das Panzerweekend abgesagt werden würde. Zum anderen sei das Interesse an den Kampffahrzeugen und deren Zweck stark gestiegen.

«Das spüren wir im Museum seit der Saisoneröffnung Anfang April enorm», sagt Thomas Hug. So schauen sich die Besucherinnen und Besucher vor allem die Panzer sehr genau an und fragen, wie sie funktionieren. «Oft möchten sie auch wissen, welche Panzer die Schweizer Armee hat.»

Die ältesten Panzer auf dem Platz sind über 80 Jahre alt

Genau diese bekommt das Publikum am Samstag und Sonntag in Full-Reuenthal zu sehen. Denn das Motto lautet: «101 Jahre Schweizer Panzertruppe». Das haben die Organisatoren bewusst gewählt:

«Wir möchten nur Fahrzeuge und Material aus der Schweiz zeigen, die der Verteidigung des Landes dienten.»

So werden auf dem Freigelände des Museums Panzer der Schweizer Armee von 1939 bis heute vorgestellt und in Aktion gezeigt. Besucherinnen und Besucher haben die Gelegenheit, Kampf- und Schützenpanzern von innen anzuschauen und damit im Gelände mitzufahren.

Sogenannte Reenactmentgruppen in historischen Uniformen zeigen in ihren Camps Szenen aus dem damaligen Soldatenleben. «Angehörige des Aargauischen Militärmotorfahrerverbands geben dem Publikum Gelegenheit, die aktuellen Fahrzeuge unserer Armee kennen zu lernen», ergänzt Thomas Hug.

An beiden Tagen stehen zudem das Militärmuseum Full und das Festungsmuseum Reuenthal dem Publikum offen. Auf dem Gelände des Militärmuseums werden am Militariamarkt an Ständen Sammler- und Erinnerungsstücke angeboten.

Ein Teil des Erlöses spendet Museum an die Glückskette

Auf ausländische Panzer, insbesondere aus Russland, verzichtet das Museum in diesem Jahr. Gleiches gilt für Gefechtsszenen von Reenactmentgruppen. «Ausserdem hat das Publikum die Möglichkeit, für die ukrainischen Flüchtlinge zu spenden», sagt Thomas Hug. Auch das Militärmuseum Full wird aus dem Erlös vom Wochenende einen Beitrag an die Glückskette leisten.

Dennoch: Von Kritikern wird immer wieder der Vorwurf laut, dass Anlässe wie das Panzerweekend oder das Militär-Oldtimer-Treffen «Convoy to remember» ein Stück weit Kriegsverherrlichung seien. Dies verneint Thomas Hug:

«In keiner Art und Weise. Wir vermitteln die geschichtliche Verteidigungsstrategie und somit die Militärgeschichte der Schweiz.»

Man müsse auch keine Hemmungen oder ein schlechtes Gewissen haben. «Unsere Armee dient nur zu Verteidigungszwecken.»

Panzerweekend: Sa, 25.6., 9 bis 17 Uhr, und So, 26. Juni, 9 bis 16 Uhr; im Schweizerischen Militärmuseum Ful an der General-Guisanstrasse 1, 5324 Full-Reuenthal.