Full-Reuenthal
Das letzte Wort zur Badi hat das Volk: Gemeinderat will die Perle am Rhein bewahren – für 335'000 Franken

Die Fuller Badi wurde 1952 von der Musikgesellschaft und vom Schützenverein von Hand ausgehoben, 1972 auf die heutige Grösse erweitert. Nun muss das in die Jahre gekommene Schwimmbad erneuert werden. An einer Informationsveranstaltung stellte sich der Gemeinderat klar hinter das Vorhaben – und erntete Applaus.

Louis Probst
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m vergangenen Jahr verlor die Badi Full täglich bis zu 40 Kubikmeter Wasser.

m vergangenen Jahr verlor die Badi Full täglich bis zu 40 Kubikmeter Wasser.

Alex Spichale /Archiv

«Wir wollen unsere Perle am Rhein bewahren, und das sollte uns etwas wert sein», sagte Gemeindeammann Gerhard Hauser an der Informationsveranstaltung über die Sanierung des Schwimmbades und den nötigen Kredit von 335'000 Franken. «Wir können bei unserer finanziellen Situation nicht viel machen. Aber wir können die Badi erhalten. Die Sanierung ist eine gute Lösung für die Zukunft. Der Gemeinderat steht hinter dem Projekt.» Der starke Applaus auf diese Worte sagte alles: Die Badi liegt der Bevölkerung in Full-Reuenthal am Herzen.

Vorgestellt wurde das Projekt durch Gemeinderat Frank Stoll. «Auf den Bildern sieht unsere Badi sehr gut aus», meinte er. «Unter dem Boden ist das allerdings anders.» Zu schaffen macht vor allem der Wasserverlust der Anlage. Im vergangenen Jahr betrug dieser täglich bis zu 40 Kubikmeter Wasser – obwohl 2019 eine Untersuchung keine sichtbaren Lecks oder Schäden gezeigt hatte. Die Anlage erfüllt zudem technische Anforderungen nicht mehr. Die Filterleistung entspricht nicht mehr der sogenannten SIA-Norm. «Eine Teilsanierung ist unumgänglich», betonte Frank Stoll.

Dichte Becken und bessere Filter sind nötig

Die Sanierung umfasst im Wesentlichen den Umbau der Becken von der Skimmer-Technik – die nicht mehr erlaubt ist – auf die Überlauf-Technik. Dafür bekommen das Haupt- und das Kleinkinderbecken Überlaufrinnen aus Chromstahl. Für das Überlaufwasser muss ein Ausgleichstank erstellt werden. Die Becken selber erhalten neue Folien. Die Zuleitungen zu den Frischwasserdüsen – in denen man einen Grund für den Wasserverlust vermutet – werden untersucht und allenfalls ersetzt. Die beiden 50 Jahre alten Sandfilter der Wasseraufbereitung werden durch drei neue ersetzt. Neu wird der Wasserkreislauf des Kleinkinderbeckens in denjenigen des Hauptbeckens des Freibads integriert.

Die Kosten für die Sanierung der Becken werden auf 255'000 Franken veranschlagt; diejenigen für die Wasseraufbereitung auf weitere 80'000 Franken. «Mit 335'000 Franken sanieren wir die Becken und die Filteranlage», erklärte Frank Stoll. «Der Gemeinderat ist sich einig: entweder alles oder nichts.»

Dieser Betrag sei «nicht nichts», stellte er fest. «Aber die Badi ist viel mehr wert.» Wie Frank Stoll versicherte, werde ein Bruttokredit von 335'000 Franken ausreichen. Er verwies dabei auf Eigenleistungen der Interessengemeinschaft Badi Full (IGBF) im Umfang von 14'500 Franken, auf Beiträge der IGBF (aktueller Stand 15'000 Franken) sowie auf erwartete Beiträge aus dem KKL-Fonds, dem Swisslos-Fonds sowie von der Stiftung Pro Leibstadt. Schliesslich sollen die Schulkinder aus Leibstadt, welche künftig die Kreisprimarschule besuchen, in der Fuller Badi Schwimmunterricht erhalten.

«Die Badi ist von Mai bis September ein Treffpunkt»

Nachdem der Kredit innerhalb von 15 Jahren abgeschrieben werden muss, geht man davon aus, dass sich die sanierte Badi im Finanzhaushalt der Gemeinde für die Saison 2022 mit Bruttokosten zwischen 63'000 und 68'000 Franken niederschlagen wird. Für die Saison 2023 wird sich dieser Betrag, durch den Wegfall alter Abschreibungen, zwischen 54'000 und 59'000 Franken bewegen. Aktuell liegen die Bruttokosten zwischen 44'000 und 49'000 Franken.

«Es ist einfach so», stellte Frank Stoll fest. «Die Badi kostet etwas. Aber sie ist von Mai bis September ein Treffpunkt.» Das Ziel sei klar: ein Ja der Gemeindeversammlung am 26. Mai zum Kredit. Anschliessend folgten die Vergabe der Arbeiten und der Baubeginn nach Schluss der Sommersaison; 2022 werde die sanierte Badi eröffnet.