Niederweningen
Frankenstärke und Landwirtschaftskrise drücken auf Gewinn bei Bucher

Für den Maschinenbauer Bucher Industries war 2015 ein schwieriges Jahr. So drückte nicht nur der starke Franken auf Umsatz und Gewinn, sondern das Unternehmen litt auch unter einer schwachen Nachfrage bei Landmaschinen und hohem Wettbewerbsdruck bei Kommunalfahrzeugen. Auch für das kommende Jahr ist keine Besserung in Sicht.

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Frankenstärke und schwache Nachfrage, das Jahr 2015 war für Bucher kein gutes.

Frankenstärke und schwache Nachfrage, das Jahr 2015 war für Bucher kein gutes.

Keystone

Als Resultat des unfreundlichen Marktumfelds sank der Gewinn von Bucher Industries um 26 Prozent auf 140 Millionen Franken. Der Umsatz ging, wie bereits Anfang Februar mitgeteilt, um 11 Prozent auf 2,49 Milliarden Franken zurück.

Rund die Hälfte dieser Rückgänge sind auf Währungseffekte zurückzuführen (Ohne Währungseffekte: Umsatz -4,4 Prozent, Gewinn -14 Prozent). Für die andere Hälfte ist vor allem der schlechte Geschäftsverlauf in zwei Unternehmenssparten verantwortlich.

So hat Bucher Industries insbesondere in seinem grössten Segment - den Landwirtschaftsmaschinen der Kuhn Group - unter einer markanten Abschwächung der Nachfrage gelitten. Dazu geführt haben unter anderem im Ackerbau eine gute Ernte, die die Preise und damit die Einkommen der Bauern einbrechen liess. Aber auch die schwere Wirtschaftskrise in Brasilien und die Aufhebung der Milchkontingentierung in der EU hemmte die Investitionsbereitschaft. Der Umsatz der Kuhn Group sank währungsbereinigt um 7,5 Prozent auf 1,1 Milliarden Franken.

Um den gleichen Anteil sind auch die Verkäufe der kleinsten Sparte, Bucher Specials, eingebrochen. In diesem Geschäftsfeld wirkte sich einerseits aus, dass im Handel mit Landmaschinen in der Schweiz der Euro-Vorteil weitergegeben wurde, was den Handel zwar belebte jedoch auf den Umsatz drückte. Andererseits litt BucherSpecials darunter, dass 2015 der weltweite Bierkonsum erstmals seit langem rückläufig war. Die Bierfiltrationsanlagen von Bucher Specials waren entsprechend weniger gefragt.

Milde Winter drückt auf Nachfrage

In den drei anderen Unternehmenssparten konnte der Maschinenbauer dagegen die Verkäufe in etwa auf Vorjahresniveau halten. So ist der Umsatz bei Bucher Municipal, die Reinigungs- und Schneeräumungsfahrzeuge herstellt, währungsbereinigt nur um 2,1 Prozent auf 384 Millionen Franken gesunken. Und dies trotz einigem Gegenwind: So hat sich die finanzielle Lage der Abnehmer - der Städte und Gemeinden - im letzten Jahr nicht verbessert. Zusätzlich schwächte auch der vierte milde Winter in Folge die Nachfrage.

Die Einführung neuer Reinigungsfahrzeuge und der Gewinn von Marktanteilen in Grossbritannien und den USA haben diese negativen Effekte bei Bucher Municipal jedoch zum Teil wett gemacht.

Währungsbereinigt steigern konnte sich Bucher Industries im Bereich der Hydrauliksysteme (+1,3 Prozent auf 461 Millionen Franken) und der Glasformungsmaschinen (+2,0 Prozent auf 360 Millionen Franken). Bucher Hydraulics profitierte dabei von Serienaufträgen und einer guten Nachfrage in Nordamerika, Europa und Indien. Bucher Emhart Glass registrierte einen wachsenden Auftragseingang in Zentral- und Südamerika.

Kein Aufschwung in Aussicht

Für das laufende Jahr geht Bucher Industries von einer Fortführung der Tendenzen in den Geschäftsbereichen aus. So erwartet das Unternehmen keine Marktverbesserung bei den Landwirtschaftsmaschinen und den Kommunalfahrzeugen. In den anderen Sparten sei eine Verbesserung möglich. Insgesamt geht Bucher Industries von ungefähr gleich hohem Umsatz, Betriebs- und Konzerngewinn aus wie im vergangen Jahr.

Die Bereinigung bei der Produktion von Kehrfahrzeugen und der Einstieg in die Produktion von Kanalfahrzeugen sollte dem Unternehmen dabei helfen. So konzentriert Bucher Industrie, wie bereits früher mitgeteilt, den Bau von Kehrfahrzeugen in Grossbritannien, Lettland und Dänemark. In Niederweningen werden in der Folge 60 Arbeitsplätze abgebaut. Am Montag dieser Woche gab das Unternehmen mit der Übernahme des dänischen Fahrzeugbauers J. Hvidtved Larsen (JHL) zudem den Einstieg in den Bau von Kanalfahrzeugen bekannt.

Auf Grund des reduzierten Gewinns beantragt der Verwaltungsrat eine um einen Franken tiefere Dividende von 5,50 Franken pro Aktie. Die Börse reagierte zunächst gelassen. Der Kurs stand nach Handelsschluss aber 1,38 Prozent tiefer.

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