Fisibach/Kaiserstuhl/Rümikon
Forstbetrieb Region Kaiserstuhl gerät in Turbulenzen

Die Fisibacher Ortsbürger verlangen mehr Mitspracherecht im lokalen Forstbetrieb. Nur acht Tage nach der Unterzeichnung eines neuen Vertrages stiegen sie aus der Vereinbarung aus.

Angelo Zambelli
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Da war die Welt des Forstbetriebs noch in Ordnung: Vertragsunterzeichnung am 22. November in der Waldhütte Fisibach. Von links: Yves Niedermann, Gemeinderat Fisibach; Fritz Tauer, Präsident Betriebskommission und Stadtammann Kaiserstuhl; Gerhard Wenzinger und Felix Holenstein von der Silva Forstliche Planungen GmbH, Endingen. AZ-ARCHIV/PID

Da war die Welt des Forstbetriebs noch in Ordnung: Vertragsunterzeichnung am 22. November in der Waldhütte Fisibach. Von links: Yves Niedermann, Gemeinderat Fisibach; Fritz Tauer, Präsident Betriebskommission und Stadtammann Kaiserstuhl; Gerhard Wenzinger und Felix Holenstein von der Silva Forstliche Planungen GmbH, Endingen. AZ-ARCHIV/PID

«Mit diesem Vertrag werden die Weichen beim Forstbetrieb neu gestellt», sagte Fritz Tauer, Präsident der Betriebskommission des Forstbetriebs Region Kaiserstuhl nach der Unterzeichnung des neuen Beförsterungsvertrags mit der Silva Forstliche Planungen GmbH (Endingen) in der Fisibacher Waldhütte.

Nur acht Tage später entschieden die Fisibacher Ortsbürger an ihrer Versammlung, per Ende 2014 aus dem Forstvertrag auszusteigen. Als Gründe für diesen Entscheid angeführt werden Vorkommnisse um den Weggang des langjährigen Försters Markus Ottiger, «die das Vertrauen in den Gemeinderat, aber auch in die Betriebskommission empfindlich gestört haben», sowie die Nichtdurchführung einer von den Waldbesitzern gewünschten Infoveranstaltung.

Die Fisibacher Ortsbürger sehen das Mitspracherecht gefährdet und spielen mit dem Gedanken, eine eigene Forstkommission zu gründen. Gleichzeitig wird betont, dass die Kündigung des Forstvertrags mit der neuen Lösung und mit der Zusammenarbeit mit der Silva GmbH nichts tun hat und dass sie sich eine Zusammenarbeit mit den bisherigen Vertragspartnern auch in Zukunft vorstellen können, «sofern die Ortsbürger ein Mitspracherecht haben.»

Am gleichen Abend wie die Fisibacher Ortsbürger haben auch die Rümiker Ortsbürger entschieden, den unter den drei Gemeinden abgeschlossenen Forstvertrag zu überprüfen und an der nächsten Ortsbürgerversammlung erneut zu traktandieren.

«Übergang im Vordergrund»

Für Fritz Tauer, Präsident der Betriebskommission der Region Kaiserstuhl, steht zunächst ein sauberer Übergang vom scheidenden Förster Markus Ottiger zur Silva GmbH im Vordergrund: «Anfang Januar werden sich die Betriebskommission und die neu gewählte Firma zusammensetzen und die Planung aufgleisen.» Danach, so Tauer, werde die Kommission auf die Ortsbürgergemeinden von Fisibach, Rümikon und Kaiserstuhl zugehen, um deren Bedürfnisse zu sondieren und abzuklären, was wie umgesetzt werden soll. Tauer: «Ich hoffe, dass sich die Wogen bald glätten und eine langfristige Lösung gefunden werden kann, mit der alle Vertragspartner leben können.» Das Mitspracherecht sei insofern gesichert, dass in der Betriebskommission je ein Gemeinderat sitze, sagt Tauer. Und: «Um wirtschaftlich bestehen zu können, werden wir auch in Zukunft Arbeiten für Dritte ausführen müssen.»

Anschluss wird geprüft

Den Auftrag der Gemeinderäte Fisibach und Rümikon, für die Zukunft des Forstbetriebes Kaiserstuhl weitere Varianten zu prüfen – darunter den Anschluss an einen anderen Forstbetrieb – nimmt der Präsident der Betriebskommission ernst: «Wir werden uns in den nächsten Monaten zusammen mit dem neuen Betriebsleiter Gerhard Wenzinger diesem Thema widmen und uns Gedanken zur künftigen Strategie machen.» Auf dem Radar für eine Zusammenarbeit respektive einen Zusammenschluss sind der Forstbetrieb Studenland, aber auch die Forstbetriebe Bachs und Weiach im Kanton Zürich.

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